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HSV-Sportdirektor Oliver Kreuzer: "Der neue Trainer muss gut sein, günstig sein und alle Spiele gewinnen"

Nach der bitteren Pleite bei Borussia Dortmund wurde Thorsten Fink als zweiter Trainer in der noch jungen Saison entlassen. Ein Nachfolger werde nun mit Hochdruck gesucht.

Hamburg. Nach 15 Gegentreffern an den ersten fünf Bundesliga-Spieltagen reichte es den Verantwortlichen des Hamburger SV: Trainer Thorsten Fink musste seinen Hut nehmen. Auf der offiziellen Pressekonferenz am Dienstagvormittag begründete der Verein seine Maßnahme.

Der 45-Jährige hatte den HSV vor zwei Jahren übernommen und die Hanseaten in seiner ersten Saison vor dem Abstieg bewahrt. Zuletzt blieben die Ergebnisse aber aus. "Die Gründe liegen auf der Hand", betonte Vorstandschef Carl Jarchow, "es geht um die sportliche Zukunft des HSV."

"Uns allen ist die Entscheidung nicht leicht gefallen, speziell mir", erklärte Sportdirektor Oliver Kreuzer, "weil ich ein sehr gutes Verhältnis zu Thorsten hatte. Im Sinne des Vereins sind wir letztlich zu diesem Entschluss gekommen."

"Nicht mehr das hundertprozentige Vertrauen"

Letztlich war er mit Finks Herangehensweise nicht mehr zufrieden: "Ob er das Feuer nicht mehr hatte, kann eigentlich nur er beantworten. Die Entscheidungen, die er getroffen hat, waren etwas unglücklich am Ende des Tages. Ich hatte nicht mehr das hundertprozentige Vertrauen in ihn. Von daher war es unserer Meinung nach die richtige Entscheidung und ich muss mir in dieser Hinsicht keinen Vorwurf machen."

Das Verhältnis zwischen Trainer und Manager solle sich möglichst nicht verändern: "Thorsten hat Stil und ist auch ein guter Trainer. Ich hoffe, unsere Freundschaft leidet nicht darunter. Ich wünsche ihm alles Gute."

Es ist die zweite Entlassung der laufenden Bundesliga-Saison. Vor wenigen Wochen hat der VfB Stuttgart auf einen enttäuschenden Saisonstart reagiert und Bruno Labbadia gefeuert. Finks Vertrag beim HSV lief noch bis kommenden Sommer.

Cardoso und Addo übernehmen

Zunächst sollen Amateur-Coach Rodolfo Esteban Cardoso und Jugend-Coach Otto Addo das Team auf das brisante Nordderby gegen Werder Bremen am Samstag (15.30 Uhr) vorbereiten. "Aber natürlich suchen wir nun mit Hochdruck einen Nachfolger", erklärte Kreuzer die nächsten Schritte.

Wann der neue starke Mann präsentiert werden soll, wäre für den 47-Jährigen noch nicht abzuschätzen. "Es kann schnell gehen, es kann aber auch ein paar Tage dauern. Ob gegen Bremen bereits ein neuer Trainer auf der Bank sitzt, weiß ich nicht"

Über die öffentliche Kritik von Rafael van der Vaart am Zeitpunkt der Entlassung ist Kreuzer sauer. "Ich war sehr verwundert über sein Statement. Er soll erst einmal schauen, dass er gut Fußball spielt", wies er seinen Starspieler zurecht.

Van der Vaart, der in der Bild schockiert reagierte, habe die Entscheidung der Klubführung zu "akzeptieren", eine solche Aussage stehe ihm "nicht zu".

Magath weiterhin kein Thema

Zu den Spekulationen der versammelten Journalisten schüttelte Kreuzer den Kopf. Als heißer Kandidat gilt Ex-HSV-Profi Markus Babbel. Auch der frühere St.-Pauli-Coach Holger Stanislawski sowie der vor kurzem bei Kaiserslautern entlassenen Franco Foda gelten als Kandidaten.

"Als ich den Namen Markus Babbel hörte, musste ich schmunzeln. Ich kann ausschließen, dass ich in der Nacht mit ihm telefoniert habe. Er muss allerdings die deutsche Sprache können. Namen werden sie in der nächsten Zeit genug nennen, das brauche ich nicht zu kommentieren."

Mit einem Augenzwinkern nannte er danach das Anforderungsprofil an den neuen Übungsleiter: "Er muss gut sein, günstig sein und alle Spiele gewinnen." Der zuletzt häufig gehandelte Felix Magath sei weiterhin kein Thema.

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