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Trotz Veilchen: Kießling schießt sich für ManUnited warm

Leverkusen hat mit dem vierten Sieg im fünften Saisonspiel Anschluss zur Spitze gehalten. Das 3:1 gegen den VfL Wolfsburg war außerdem die richtige Einstimmung auf Old Trafford.

Leverkusen. Stefan Kießling sah zwar aus wie nach einem Zwölf-Runden-Boxkampf mit Mike Tyson, doch trotz Veilchen am linken Auge konnte der Torjäger mit sich und dem Auftritt von Bayer Leverkusen hochzufrieden sein: Der Bundesliga-Torschützenkönig war mit seinem Doppelpack (65./90.+2) beim 3:1 (1:1) gegen den VfL Wolfsburg einmal mehr der entscheidende Mann bei Bayer.

Dass der 29-Jährige zurzeit nur so vor Selbstvertrauen strotzt, zeigte er beim Treffer zum Endstand, als er einen herrlichen Alleingang mit einem Traumschuss aus halbrechter Position abschloss. "Ich habe gesehen, dass keiner mitgelaufen war, deshalb musste ich mir was überlegen", flachste "Kieß", der sich bei seinem Kopfballtor zum 2:1 im Luftkampf zuvor ein blaues Auge geholt hatte.

12 von 15 Punkten, vier Tore in fünf Spielen

Doch nach kurzer Behandlungspause und ein wenig Eis zum Kühlen war der Bayer-Goalgetter wieder fit. Mit vier Treffern aus fünf Spielen liegt er mehr als im Soll - wie auch das Team mit zwölf von 15 möglichen Punkten. "Wir wissen, dass wir uns 100-prozentig auf ihn verlassen können", betonte der erstmals in dieser Saison der Anfangsformation angehörende Kapitän Simon Rolfes, "wenn man oben mitspielen will, braucht man einen Stürmer, der Tore schießt."

Bayer-Teamchef Sami Hyypiä umarmte jedenfalls den Torgaranten Kießling innig in der Mixed-Zone und hofft, dass Kießling auch am Dienstag im Champions-League-Auftaktschlager in Old Trafford gegen Manchester United seine Mannschaft wieder mitreißt.

"Ich hoffe, meine Spieler wollen in Manchester Fußball spielen und sich nicht nur Autogramme von Rooney holen", äußerte der finnische Coach ungewohnt blumig. Auch Kießling freut sich auf den Auftritt im "Theater der Träume": "Das wird ein Riesenereignis für uns, aber wir müssen 90 Minuten alles dafür tun." Der Bayer-Torjäger weiß schließlich, dass Bayer - wie zuletzt auswärts auf Schalke (0:2) - nicht immer die Topleistung abruft.

Gegen Wolfsburg brauchten die Rheinländer ebenfalls eine Halbzeit Anlauf. Vor 27.149 Zuschauern waren die Niedersachsen nach den Treffern von Sidney Sam (24.) für die Gastgeber und Geburtstagskind Ivica Olic (39.) - der Kroate vollendete sein 34. Lebensjahr - drauf und dran, den Hausherren noch mehr Probleme zu bereiten. Der neue Millionenstar Luiz Gustavo (42.) traf aus 20 Metern nur die Latte des Bayer-Tores. Wer weiß, ob Bayer einen Rückstand gegen die "Wölfe" noch gedreht hätte.

Ausgerechnet der für 17,5 Millionen von Champions-League-Sieger Bayern München geholte brasilianische Nationalspieler Luiz Gustavo erwies seiner Mannschaft mit einem Foul an Kießling und der daraus resultierenden Gelb-Roten Karten (85.) dann einen Bärendienst. Es war im dritten Spiel für den VfL bereits die zweite Ampelkarte für den defensiven Mittelfeldspieler. Insgesamt flogen in fünf Spielen schon vier Wolfsburger.

"Und für insgesamt fünf Foulspiele und nicht für 20", bemerkte VfL-Coach Dieter Hecking, "ich hoffe, dass wir nicht in eine gewisse Schublade gesteckt werden. Meine Mannschaft ist ja nicht unfair." Allerdings stellte er auch klar, dass "wir zu allererst bei uns selbst anfangen müssen", die Schuld nicht bei anderen zu suchen sei. Denn sein Team war in den zweiten 45 Minuten gegenüber dem Auftritt in Halbzeit eins nicht wiederzuerkennen.

"Wir haben in der zweiten Halbzeit stark nachgelassen und nicht verdient, unentschieden zu spielen", kommentierte Sportdirektor Klaus Allofs: "Wir müssen zulegen." Ganz große Ambitionen hatten die Norddeutschen vor Saisonbeginn trotz Star-Dichte ohnehin nicht verkündet, inzwischen kassierte das Team bereits die dritte Auswärtsniederlage der Saison. Allofs: "Vielleicht haben wir mit unserer Zielfestlegung gut gelegen, wir überraschen lieber positiv." In Leverkusen wurde jedenfalls eine Chance verspielt.

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