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FC Bayern München: Nicht nur der Sieg zählt

Der Triple-Sieger schläfert sich selbst ein, bis Robben und Ribery andeuten, was in dieser Saison möglich ist. Der erste kleine Knall scheint nicht mehr weit entfernt.

NACHBERICHT
Für Goal in der Allianz Arena: Fabio Porta

Freier Blockzugang, verhältnismäßig gute Stimmung und viel Hoffnung – der Beginn der Partie des FC Bayern München gegen Hannover 96 war vielversprechend, zumindest bis das Spiel angepfiffen wurde. Während Thiago Alcantara, Mario Götze und Javi Martinez auf der Tribüne Platz nahmen, ließ die Elf von Pep Guardiola so einiges vermissen. Denn bei den Bayern zählt am Ende eben nicht "nur" der Sieg.

Fast über 90 Minuten saß Pep auf der Bank und verzichtete auf die Theater-Vorführung an der Seitenlinie, die ihn so sympathisch macht. Wenn er dann mal aufstand und Anweisungen gab, blieb seinen Spielern nichts anderes übrig, als verwirrt zu blicken und abzunicken. So sah das, vor allem im ersten Durchgang, ziemlich planlos aus.

Philipp Lahm bezeichnete die erste Halbzeit als "harte Arbeit", seine Mitspieler sahen dies ähnlich: "Wir haben uns sehr schwer getan, gerade am Anfang. Die Aktionen nach vorne haben wir nicht gut zu Ende gespielt", erläuterte Manuel Neuer. Franck Ribery war überhaupt nicht zufrieden: "Wir waren nicht gut in der ersten Halbzeit. Es ist immer schwierig nach einer Länderspielreise, wir waren ein bisschen müde."

Mehr Power nach dem Seitenwechsel

"Die zweite Halbzeit war viel besser. Wir hatten mehr Energie und Bewegung", so Ribery weiter. Klar, der Franzose gehörte einmal mehr mit Arjen Robben zu den besten Spielern auf dem Feld und konnte vor allem nach dem Seitenwechsel die Mannschaft mitreißen, auch wenn man das noch energischer von den Bayern gewohnt ist. Guardiola musste schon eine Brandrede halten, wie Matthias Sammer titulierte. "Wir sind mit frischem Wind aus der Kabine gekommen", fügte Neuer hinzu.

Und sonst? Bastian Schweinsteiger und Dante auf der Bank, Lahm auf der Sechs. "Das ist eine Position, die muss man ein bisschen verstehen. Ich sehe nicht das große Problem, auf dieser Position zu spielen. Ich spiele gerne im Mittelfeld, das habe ich immer gesagt. Meine Pässe, die ich heute teilweise gespielt habe – das lag nicht an der Position, das war Unkonzentriertheit", so ein selbstkritischer Kapitän.

Dante für die Königsklasse geschont?

Einige stellten sich die Frage, wieso Schweinsteiger auf der Bank saß. "Basti braucht noch ein bisschen Zeit, er hatte im Training Probleme mit seinem Fuß. Er ist professionell und kommt bald wieder zurück", erklärte Ribery. Wieso Dante auf der Bank saß, wusste nicht einmal der Brasilianer selbst: "Vielleicht hat es was mit der längeren Reise zu tun", mutmaßte der Innenverteidiger. Dante kehrte in der Nacht zum Donnerstag um 1:00 Uhr nach München zurück.

Trotz Erfolg gegen Hannover vermisste man irgendwie den unbändigen Willen. Es wäre nur menschlich, dass die Mannschaft nach dem Gewinn des Triples etwas an Hunger verliert. Das wurde schon von allen Seiten so vehement bestritten, dass man aus dieser Nummer nicht mehr rauskommt.

Die letzte Saison war eine Besondere, ohne Frage. Ob ein Lahm im Mittelfeld spielt oder nur eine Sechs auf dem Feld steht - in der aktuellen Spielzeit wird es für Guardiola die größte Herausforderung, jedem Akteur diese Einstellung einzubläuen, die sie in der letzten Saison ausgezeichnet hat.

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