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Die Transfer-Streitigkeiten des Sommers: Real Madrid gegen Tottenham und Dortmund gegen Bayern

In diesem Sommer wurde besonders viel Geld für neue Spieler ausgegeben. Dabei gab es immer wieder Transfer-Streitigkeiten zwischen den Top-Klubs.

Sonderbericht

Von Kris Voakes

Die Entscheidung von Tottenham Hotspur, die eingegangene Partnerschaft mit Real Madrid zu überdenken, resümiert die Transfer-Streitigkeiten aus dem diesjährigen Sommer.

In den letzten vier Monaten entstand zwischen verschiedenen Top-Klubs eine Menge Spannung. Die großen Vereine wollen talentierte und bereits im Rampenlicht befindliche Spieler verpflichten, während die kleineren Klubs alles daran setzen, solch Akteure für längere Zeit zu behalten. Immer wieder enden Transfers daher auch mit Streitigkeiten in den Medien.

Die Spurs hatten wohl keine andere Wahl und mussten Gareth Bale nach Spanien ziehen lassen. Von den rund 100 Millionen Euro Ablöse konnte Tottenham eine Menge Geld in neue Akteure investieren. Dennoch war der Klub aus dem Norden Londons unzufrieden, als Real Madrid am letzten Transfertag Mesut Özil an Ligakonkurennten Arsenal verkaufte.

Das Benehmen der Königlichen stieß ihnen bitter auf und die Spurs denken darüber nach, die Partnerschaft mit Real, die man nach dem Transfer von Luka Modric im letzten Sommer eingegangen war, zu kündigen.

Doch die Madrilenen haben nicht nur die Spurs verärgert, sondern auch Paris Saint-Germain, als man laut Besitzer Nasser Al-Khelaifi bereits mit dem damaligen Coach Carlo Ancelotti einig war: ''Ich denke, dass Ancelotti einen Vorvertrag mit Real Madrid unterzeichnet hat. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass Real eine Einigung mit ihm erzielte hat, denn das wäre eindeutig gegen das Gesetz.''

''Ich denke, dass Ancelotti einen Vorvertrag mit Real Madrid unterzeichnet hat. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass Real eine Einigung mit ihm erzielte habe, denn das wäre eindeutig gegen das Gesetz.''

- PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi

Nicht nur bei Real Madrid wurde es in diesem Sommer laut um einen Wechsel. Bevor das Transferfenster überhaupt öffnete, hat der angekündigte Wechsel von Mario Götze zum FC Bayern München in Deutschland für viel Aufregung gesorgt. Der Zeitpunkt der Verkündung war für Borussia Dortmund äußerst unglücklich, denn es war kurz vor dem Champions League-Halbfinale gegen Real Madrid.

''Wenn wir mit der Verkündung Borussias Leistung beeinflussen wollen würden, hätten wir alles einen Tag später, am Spieltag, verkündet'', erklärte FCB-Sportdirektor Matthias Sammer. ''Das Timing war natürlich nicht perfekt, aber unser Ziel war es, die Hinspiele abzuwarten'', so Sammer weiter.

Götze | Sein Wechsel hat im April für viel Aufregung gesorgt

Lyons Präsident Jean-Michel Aulas hat sich in Frankreich darüber beschwert, dass Klubs versuchen würden, Transfers gezielt zu forcieren, um doch einen Rückzieher zu machen. ''Ich kann es nicht nachvollziehen, dass gewisse Klubs Vorschläge an Spieler machen und sich dann an Abmachungen nicht halten können."

Das Durcheinander um Bafetimbi Gomis und Newcastle United hatte zur Folge, dass der Stürmer bei den Playoff-Spielen von Lyon in der Champions League nicht eingesetzt wurde.

Manchester United hat sich indes einen heißen Kampf mit Chelsea um Wayne Rooney und mit Everton lange Diskussionen um Marouane Fellaini und Leighton Baines geliefert. Während der Belgier in letzter Sekunde nach Manchester wechselte, konnten die Toffees ihren Außenverteidiger behalten.

"Everton kann bestätigen, dass der Klub Offerten von ManUtd für zwei Spieler bekommen hat. Beide Angebote wurden als lächerlich und beleidigend empfunden und umgehend zurückgewiesen"

- Evertons offizielle Stellungsnahme

''Zu oft werden Spieler oder Agenten für Transfer-Streitigkeiten von der Öffentlichkeit schuldig erklärt. Jeder sollte jedoch daran denken, dass wenn kein einziger Klub an der Verpflichtung interessiert wäre, könnte der Spieler auch nicht wechseln. Der Klub, den der Spieler verlässt, versucht immer wieder den Akteur oder den Berater zu beschuldigen, um eine gute Beziehung mit anderen Vereinen zu wahren'', sagte ein verwunderter Spielerberater zu Goal.

Sevillas Präsident Jose Maria del Nido hatte unlängst erklärt, dass jeder Versuch Mittelfeldspieler Geoffrey Kondogbia unter Vetrag zu nehmen, als Angriff auf den Verein verstanden würde, da der Akteur sich nicht auf dem Transfermarkt befinde. Der 20-Jährige wurde anschließend langfristig gebunden, um einen ablösefreien Abschied nach Monaco zu verhindern. Geholfen hat es allerdings nicht.

Es wird spannend zu beobachten, wie sich die Beziehungen zwischen den Klubs in absehbarer Zukunft durch die Aktivitäten auf dem Transfermarkt verändern werden. Es wird schwierig in einer Fußballwelt, wo jeder sich einen Vorteil gegenüber dem anderen verschaffen möchte, ein gemeinsames Ziel zu erreichen.

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