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Nach seinem umstrittenen Mallorca-Ausflug hat der Linksfuß fehlenden Freiraum in der Öffentlichkeit beklagt. Von seinem Ex-Klub HSV ist Aogo enttäuscht.

Gelsenkirchen. Der vom Hamburger SV zum FC Schalke 04 ausgeliehene Nationalspieler Dennis Aogo hat sich nach seinem umstrittenen Mallorca-Ausflug kritisch zum Thema Leserreporter geäußert. Der 26-Jährige beklagte fehlenden Freiraum in der Öffentlichkeit. Zudem kritisierte er die Haltung des HSV in den letzten Tagen vor seinem Wechsel nach Gelsenkirchen.

"Von Leserreportern verfolgt zu werden, ist eine Katastrophe", sagte Aogo dem kicker. Der Linksfuß präzisierte: "Gerade als junger Spieler bleibt einem so kaum noch privater Freiraum, den man auch mal braucht, um leistungsfähig zu sein. Im Grunde bleiben nur die eigenen vier Wände."

Aogo merkte an, Fußballprofis seien "keine Roboter oder Kunstfiguren", sondern junge Menschen "mit einem Leben auch abseits des Platzes". Der Linksfuß appellierte an jeden, "der so ein Foto schießt, sich in die Situation des Fotografierten zu versetzen".

Aogo vermisste Rückendeckung vom HSV

Dass der Hamburger SV als sein damaliger Arbeitgeber sich nach dem Trip, der an zwei trainingsfreien Tagen nach der 1:5-Klatsche gegen Hoffenheim stattfand, öffentlich von ihm distanziert hat, stößt bei Aogo immer noch auf Unverständnis: "Gerade in meinem Fall wäre es sicher möglich gewesen, anders zu reagieren. In dieser Hinsicht bin ich schon enttäuscht. Aber ich verstehe auch nicht, warum jemand so ein Foto macht und abschickt."

Eine Rückkehr zum HSV nach Ablauf seiner Leihe im kommenden Sommer schließt der 26-Jährige dennoch nicht aus: "Ich hatte bisher zu jedem meiner Vereine eine besondere persönliche Verbindung, das wird auch beim HSV so bleiben. Was in einem Jahr ist, kann heute eh niemand vorhersagen."

Lukrative Angebote abgelehnt

Aogo erklärte weiter, dass ihm im Sommer unter anderem ein lukratives Angebot von Dynamo Moskau vorlag, welches er aber guten Gewissens abgelehnt habe: "Ich hätte anderswo locker das Doppelte meines HSV-Gehalts verdienen können. Aber ich wollte bleiben." Er sei "kein Geldhai, der alles den Verdienstmöglichkeiten unterordnet", betonte Aogo.

Der 26-Jährige wehrte sich auch gegen den Vorwurf, er habe sich zuletzt nicht mehr mit dem HSV identifiziert: "Es kommt oft vor, dass bei Wechseln bestimmte Mechanismen auf den Spieler wirken, die Fans und Öffentlichkeit gar nicht mitbekommen. Nach außen wirkt das dann, als hätte nur der Spieler schon aufs nächste Angebot gewartet."

Dennis Aogo wechselte am 29. August auf Leihbasis für eine Saison vom Hamburger SV zu Schalke 04. Für die Hanseaten bestritt der vielseitig einsetzbare Linksfuß zuvor in fünf Jahren 133 Bundesligaspiele und erzielte zwei Tore. 

EURE MEINUNG: Findet Aogo bei Schalke zurück zu alter Stärke? Und vielleicht wieder in die DFB-Elf?

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