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Erster Bundesliga-Jubel: Hakan Calhanoglu war überwältigt

Freistoßkünstler Hakan Calhanoglu will für die Türkei spielen - Debüt gegen Andorra?

Erster Bundesliga-Jubel: Hakan Calhanoglu war überwältigt

Hamburgs Hakan Calhanoglu jubelt nach seinem Treffer gegen Braunschweig

Nach dem Freistoß-Traum vom Samstag gab sich der 19-Jährige selbstbewusst. In den anstehenden WM-Qualifikationsspielen könnte er sich nun für die Türkei "festspielen".

Hamburg. "Der Junge ist bodenständig, höflich und zuvorkommend", denkt HSV-Trainer Thorsten Fink über Hakan Calhanoglu, hängt jedoch eine entscheidende Einschränkung an: "Aber auf dem Platz positiv frech."

Deshalb hatte der 19-Jährige am Samstagnachmittag auch keine Hemmungen, sich bei der Entscheidung, wer denn nun den Freistoß schießen darf, gegen einen Superstar wie Rafael van der Vaart durchzusetzen. "Ich wollte unbedingt den Ball haben und schießen. Dann habe ich die Jungs halt weggeschickt", erzählte der selbstbewusste Mannheimer Junge nach Abpfiff der Bild. Wucht, aber gleichzeitig ganz viel Gefühl und Präzision war das, was dann folgte. Und Braunschweigs Keeper Daniel Davari nicht den Hauch einer Chance ließ.

"Was für ein geiles Gefühl"

Das erste große Calhanoglu-Highlight in der Bundesliga war geboren. Fraglos jede Menge Talent, aber auch ein Resultat harter Arbeit. "Nach dem Training feile ich häufig noch mit Rafa an meiner Freistoß-Technik", erklärt der Deutsch-Türke, der kurz vor dem ruhenden Ball die Kugel bereits ein weiteres Mal im gegnerischen Kasten versenkt hatte. Und das nur 44 Sekunden nach seiner Einwechslung. "Was für ein geiles Gefühl. Ich bin so augeregt. Heute Abend werde ich sicher kein Auge zumachen können", erwartete er nach dem Blitz-Doppelpack inklusive 4:0-Sieg eine schlaflose Nacht.

Schlaflose Nächte seien bei ihm in letzter Zeit ohnehin keine Seltenheit gewesen. Denn eine zukunftsträchtige Wahl stand an: Deutschland oder Türkei? Das Land, in dem er aufwuchs und auch fußballerisch ausgebildet wurde oder das Heimatland der Eltern? "Diese Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen und ich habe lange überlegt. Schließlich rief mich Fatih Terim an und wollte mich unbedingt haben", beschrieb der Youngster den finalen Findungsprozess, bei dem der neue und alte türkische Nationaltrainer den Zeiger letztlich Richtung Türkei ausschlagen ließ.

Berufung für WM-Quali-Spiele

Terim, der zusätzlich auch Galatasaray Istanbul weiterhin coacht, hat ihn nun für die anstehenden WM-Qualifikationsspiele gegen Andorra (6.9.) und in Rumänien (10.9.) erstmals in den Kader der A-Nationalmannschaft berufen. Kommt Calhanoglu dabei zum Einsatz, hätte er sich festgespielt. Sein Vereinstrainer Thorsten Fink hatte es schon befürchtet: "Ich habe ein bisschen Angst, dass Deutschland ein Riesen-Talent verliert", gestand er nach dem Braunschweig-Spiel.


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