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Mainz hat den Sprung an die Tabellenspitze verpasst und in Hannover die erste Saisonniederlage kassiert. Zwei Entscheidungen von Schiedsrichter Guido Winkmann sorgten für Ärger.

Hannover. Thomas Tuchel und Christian Heidel standen mit verschränkten Armen vor dem Fernseher und grummelten vor sich hin. Mit einem Sieg bei Hannover 96 hätte der FSV Mainz 05 an Bayern München vorbeiziehen und die Spitze der Bundesliga erobern können, stattdessen aber sahen sich der Erfolgstrainer und der Sportdirektor im Kabinengang der Arena die Szenen einer 1:4 (1:2)-Pleite an - und sie haderten mit der Leistung von Schiedsrichter Guido Winkmann.

"Es gibt auf jeden Fall eine Aktion gegen Shinji Okazaki, für die in der Bundesliga auch mal Rot gezeigt wird", sagte Tuchel: "Es gibt zudem eine Situation, in der es in anderen Stadien Elfmeter gibt. Heute gab es nicht mal Eckball, sondern eine Verwarnung für mich." Auch Heidel zuckte bei der sofortigen Analyse der ersten Saison-Niederlage zusammen - vor allem bei der Betrachtung des Fehlers von Torwart Heinz Müller vor dem 1:1. "Ich denke trotzdem nicht, dass wir eine Krisensitzung einberufen werden", sagte der Manager mit gewohnt trockenem Humor.

Heinz Müller: "Werde mich noch ein bis zwei Tage damit beschäftigen"

Mainz hatte bis zur 31. Minute alles im Griff, ließ kaum eine Gelegenheit der Hausherren zu und führte durch den fünften Saisontreffer von Toptorjäger Nicolai Müller (12.). Doch dann patzte der Keeper der 05er schwer, und das Blatt wendete sich. "Das Tor nehme ich auf mich", sagte Heinz Müller geknickt, "ein Spiel, das wir klar beherrscht haben, ist dadurch gekippt. Ich werde mich noch ein bis zwei Tage damit beschäftigen."

Müller war an einer Ecke von Edgar Prib vorbeigeflogen und hatte Hannovers Toptorjäger Mame Diouf damit dessen zweiten Saisontreffer ermöglicht. Kurze Zeit später traf Artur Sobiech nach Flanke von Lars Stindl - und das bis dato einseitige Spiel war zugunsten der Hausherren gedreht (37.).

Auch Tuchel wertete den Aussetzer seines Torwarts als Knackpunkt des Spiels. "Es war eklatant und in der Körpersprache zu sehen, wie wir auf den Ausgleich reagiert haben", sagte der 40-Jährige, der bei seinem Team ein Quäntchen Glück vermisste. Und in zwei Szenen den Pfiff von Winkmann.

Zwei Rote Karten nicht gegeben?

In der 10. Minute hätte ein Ellbogenschlag von Marcelo tatsächlich zu einem Platzverweis führen können, und in der 66. Minute hatte der Brasilianer Dusel, als er im Strafraum einen Schuss von Niki Zimling mit der Hand abwehrte (66.). So blieb den 05ern die Chance auf das 2:2 verwehrt. Hannover machte durch Didier Ya Konan (80.) und Prib (82.) vor 36.800 Zuschauern den dritten Heimsieg der Saison klar.

Tuchel und Heidel ging dagegen kaum mehr ein Lächeln über die Lippen. Dabei ist der Saisonstart mit drei Siegen aus vier Spielen ebenfalls gelungen. Zudem kann Heidel einen Erfolg auf dem Transfermarkt vorweisen: In der Winterpause stößt der bulgarische Nationalspieler Todor Nedelew (20) zu den Rheinhessen, nur noch Details sind zu klären. "Wir rechnen ihm eine gute Perspektive zu", sagte der Sportdirektor.

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