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Hertha hat beim 0:2 in Wolfsburg die erste Niederlage kassiert. Nach dem Ende des Höhenflugs mahnt der Hauptstadtklub zum Realismus - und will von einem Rückschlag nichts wissen.

Wolfsburg. Der Höhenflug ist beendet, Hertha BSC ist endgültig wieder in der Realität angekommen. Anstatt viel zu früh von der möglichen Rückkehr ins internationale Geschäft zu träumen, musste der Aufsteiger in der Fußball-Bundesliga erstmals in dieser Saison Lehrgeld zahlen. "Das war sicher richtig bitter, aber wir werden daraus lernen", sagte Verteidiger Sebastian Langkamp nach dem 0:2 (0:2) beim VfL Wolfsburg.

Luhukay: "Kein Vorwurf an meine Spieler"

Nach dem besten Bundesligastart der Geschichte mit sieben Punkten aus drei Spielen setzte es für den Hauptstadtklub in Niedersachsen nach einem zu ängstlichen Auftritt die erste Niederlage der Saison. "Wir müssen noch lernen, ich kann meinen Spielern keinen Vorwurf machen", sagte Trainer Jos Luhukay.

Der Niederländer wollte von einem Rückschlag nichts wissen, schließlich habe er mit der Hertha zuvor einen fast perfekten Start hingelegt. Die ersten Fans in der Hauptstadt hatten sogar schon wieder von internationalem Fußball geträumt. "Spätestens heute haben wir aber gesehen, was dazu fehlt", sagte Kapitän Fabian Lustenberger.

Es ist vor allem die Cleverness gegen eine gestandene Mannschaft wie die "Wölfe". Ivica Olic (42.) und Diego (45.+2/Foulelfmeter) nutzten bei ihren Treffern kleinste Fehler gnadenlos aus. "Du verlierst in drei Minuten die Kontrolle, liegst dann 0:2 hinten und dann wird es richtig schwer", sagte Luhukay. Davon, dass sein Team bis zum 0:1 die bessere Mannschaft war und gute Chancen hatte, könne man sich auf Bundesliga-Niveau eben nichts kaufen.

Nun will sich die "alte Dame" ausgerechnet an Wolfsburg ein Beispiel nehmen. "Sie hatten drei, vier Spieler auf dem Platz, die in gewissen Momenten immer die richtigen Entscheidungen getroffen haben", sagte Langkamp. Lustenberger meinte trotzdem: "Das wirft uns nicht wirklich zurück."

Natürlich wollten die Berliner ihre Saisonziele schon nach dem überraschend starken Auftakt nicht korrigieren, und auch nach dem Dämpfer hat der Klassenerhalt weiter oberste Priorität. "Mit sieben Punkten ist noch nichts erreicht", sagte auch Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking: "Aber Jos wird es schaffen, dass die Mannschaft am Ende über dem Strich steht. Die Qualität ist definitiv da."

Spieler wie John Anthony Brooks (20), der den vorentscheidenden Elfmeter mit einem Foul an Diego verursachte, haben noch einen langen Weg vor sich. "Er hat gerade sein drittes Spiel in der Bundesliga gemacht. Ich hoffe einfach, dass jemand wie er seine Schlüsse zieht und sich entwickelt", sagte Luhukay.

"Wir haben relativ eiskalt zugeschlagen"

Und Wolfsburg? Nach dem zweiten Heimsieg ist der frühere Meister mit sechs Punkten zumindest halbwegs im Soll. Auch ohne den gesperrten Brasilianer Luiz Gustavo präsentierte sich das Team gerade in der zweiten Hälfte abgeklärt. "Wir haben relativ eiskalt zugeschlagen und relativ wenig zugelassen - das ist erst mal positiv", sagte Geschäftsführer Klaus Allofs.

Nun gilt es, diese Form auch über die Länderspielpause zu retten. "Ich hoffe, dass wir weiter Qualität sehen und die Mannschaft jetzt dran bleibt", sagte Hecking. Wer allerdings nach dem Wochenende noch zum VfL gehören wird, ist offen. Unter anderem ist Zweitligist 1. FC Köln offenbar an einer Verpflichtung von Ex-Nationalspieler Patrick Helmes interessiert.

In "Alarmbereitschaft" sei man, falls sich noch Wechselmöglichkeiten bieten, sagte Allofs: "Wir sind da noch bis Montag im Einsatz." Namen wurden nicht kommentiert, aber auch Neuverpflichtungen seien beim Meister von 2009 noch möglich. "Aber nur, wenn uns die Spieler auch wirklich weiterhelfen können", betonte Allofs.

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