thumbnail Hallo,

Nürnberg hat den Saisonstart in den Sand gesetzt und beklagt sich über ungerechte Schiedsrichterentscheidungen. Kapitän Schäfer kritisierte zudem das Verhalten des Referees.

Nürnberg. Javier Pinola war nach seinem Platzverweis kaum zu bändigen, Trainer Michael Wiesinger beklagte sich über das "massive" Eingreifen der vierten Offiziellen Bibiana Steinhaus und Kapitän Raphael Schäfer nahm sich Schiedsrichter Michael Weiner zur Brust: Beim 1. FC Nürnberg war der Ärger nach dem enttäuschenden 0:1 (0:0) gegen den FC Augsburg riesengroß. Die Nerven lagen förmlich blank.

"Die Art und Weise von ihm ging gar nicht"

"Der Herr Weiner hat keine Argumente, nur seine Brusttasche", schimpfte Torwart Schäfer Minuten nach dem vierten Bundesliga-Spiel ohne Sieg. Arrogant sei dieser aufgetreten, habe überhaupt nicht mit den Spielern reden wollen und stattdessen andauernd mit Hinausstellungen gedroht. "Die Art und Weise von ihm ging gar nicht, aber das sind ja die heiligen Leute in der schwarzen Kleidung", wetterte der 34-Jährige, der sich direkt nach Spielschluss schon wild gestikulierend in Richtung Weiner Luft gemacht hatte.

Ziel der Kritik von Trainer Wiesinger war derweil Steinhaus. Sie habe die Gelb-Rote Karte gegen Pinola (76.), der Steinhaus nach seinem Platzverweis lautstark attackierte und auch Weiner anging, nach dessen Foul in Höhe der Mittellinie von außen gefordert. "Das ist sehr verwunderlich und regt uns auf", klagte der 40-Jährige. Im letzten Heimspiel gegen Hertha BSC habe der vierte Offizielle bei einer Rangelei an fast der gleichen Stelle gar nicht reagiert. "Wir wollen eine einheitliche Richtung und wissen, woran man ist", sagte der Club-Coach, "dann geht's uns allen besser."

Die Nürnberger fühlen sich benachteiligt, seit beim Saisonauftakt ein klarer Treffer von Hoffenheims Kevin Volland gegen den Club nicht anerkannt worden war. "Ich habe das Gefühl, wir müssen uns immer noch dafür entschuldigen", sagte Markus Feulner, und Wiesinger ergänzte: "Nach diesem ominösen Tor haben wir jede Woche eine Entscheidung gegen uns. Das kann man auch mal so äußern."

Später Gegentreffer durch Augsburgs Vogt

Gleichwohl wollte er dies nicht als "Hauptgrund" für die Niederlage durch das späte Tor des kurz zuvor eingewechselten Kevin Vogt (84.) sehen. Die Defizite im Spiel der Franken waren ihm nicht entgangen. "Wir müssen mit dem einen oder anderen Klartext reden. Nach vier Spielen mit zwei Punkten wollen wir gewisse Dinge in die richtige Richtung bringen", kündigte Wiesinger mit Blick auf die länderspielbedingte Ligapause an. Kapitän Schäfer pflichtete bei: "Der Start ist nicht gelungen, das ist eindeutig zu wenig."

Dringend nötige Hilfe erwarten sich die Franken vom japanischen Nationalmannschaftskapitän Makoto Hasebe, dessen Verpflichtung vom VfL Wolfsburg praktisch perfekt ist. Es seien nur noch "Formalitäten" zu klären, hieß es. Hasebe kommt am Sonntagabend nach Nürnberg und soll am Montag dem Vernehmen nach einen Dreijahresvertrag unterschreiben. "Er verschafft uns eine Option mehr, das tut uns gut", kommentierte Wiesinger.

Auch der FC Augsburg wird aller Voraussicht nach noch einmal tätig. Aus Südkorea soll der Innenverteidiger Hong Jeong-Ho (Jeju United) zu den Schwaben stoßen, die mit dem zweiten Sieg in Folge und dem ersten Pflichtspielerfolg gegen den Club seit fast 37 Jahren Kontakt zur oberen Hälfte der Liga aufnahmen. "Der Blick auf die Tabelle macht Spaß", sagte Trainer Markus Weinzierl, dessen Team eine couragierte Vorstellung zeigte.

Ein Grund zum Ausruhen ist dies allerdings nicht. "Wir haben jetzt ein bisschen Luft, aber dürfen nicht nachlassen", sagte Kapitän Paul Verhaegh, und Siegtorschütze Vogt ergänzte: "Wir sind eine Arbeitertruppe, uns fliegt nichts zu." Einen kleinen Wermutstropfen gab es zudem. Mittelfeldspieler Jan Moravek wurde mit einer Mittelfußprellung ausgewechselt und zu näheren Untersuchungen ins Krankenhaus gefahren.

EURE MEINUNG: Berechtigte Kritik der "Clubberer"

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal auf
oder werde Fan von Goal auf !

Dazugehörig