thumbnail Hallo,

Nach dem spektakulären 3:3 im badischen Derby war SC-Trainer Christian Streich völlig aus dem Häuschen. Der Coach erhob schwere Vorwürfe gegen Hoffenheims Co-Trainer.

Sinsheim. Christian Streich tobte wie ein Rumpelstilzchen und war vor Wut sogar den Tränen nahe. "Schäm Dich", rief der Trainer des SC Freiburg nach dem verrückten 3:3 (2:2) im badischen Derby bei 1899 Hoffenheim im Stadiongang mehrfach in Richtung des Hoffenheimer Co-Trainers Frank Kaspari. Auch die Intervention seines 1899-Kollegen Markus Gisdol ("Beruhig Dich, das bringt doch nichts") half nichts. "Der soll sich schämen", fluchte Streich auf dem Weg zur Pressekonferenz nach der packenden Partie des 3. Bundesliga-Spieltags vor sich hin.

Coquelins Platzverweis ausschlaggebend

Dort angekommen, legte Streich noch einmal nach. "Es wurde uns genommen, 80 Minuten mit elf gegen zehn zu spielen. Und mir wurde es genommen, weiter mit der Mannschaft zu arbeiten. Das ist Wahnsinn. Ja, ich habe die Coaching-Zone verlassen. Aber nur, weil ich dem Herrn, der die ganze Zeit provoziert hat, gesagt habe, er soll endlich damit aufhören", wütete der Kult-Trainer des Europa-League-Starters: "Um das alles zu verarbeiten, brauche ich erstmal einen Tag."

Was Streich nach dem Spiel mit sechs Toren und drei Platzverweisen derart auf die Palme gebracht hatte, war die Szene in der 41. Minute. Neuzugang Francis Coquelin sah wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte von Referee Tobias Stieler (Hamburg). Während das erste Foul (Ellbogeneinsatz) gelbwürdig war, was das zweite keine 60 Sekunden später eher harmlos, wenn es überhaupt ein Vergehen war. Der wütende Streich musste danach auf die Tribüne. Aus seiner Sicht war das die Schuld Kasparis, der angeblich den Platzverweis gefordert hatte.

Präsident stützt Streich

"Da ist die Taktik ja doppelt aufgegangen", kommentierte der weit nach Abpfiff immer noch um Fassung ringende Streich mit viel Sarkasmus die Szene: "Das war ein fairer Zweikampf mit der Konsequenz, dass der Spieler vom Feld und ich auf die Tribüne muss. Fehlentscheidungen passieren, der Schiedsrichter hat den schwersten Job von allen. Aber da fehlt jede Verhältnismäßigkeit. Das haut dich um."

Rückendeckung erhielt Streich von seinem Chef. "Jeder hat mal einen guten und einen schlechten Tag. Diesmal hatte der Schiedsrichter nicht seinen besten und wir sind die Leidtragenden. Da war keine Beleidigung und nichts. Das kann nicht sein", sagte SC-Präsident Fritz Keller: "Der Schiedsrichter hat gesagt, dass der Trainer auf die Tribüne musste, weil er die Coaching-Zone verlassen hat. Dann muss er das aber auf der anderen Seite auch so handhaben. Als Beteiligter verlierst du bei so einem Spiel zwei Jahre deines Lebens. Für einen Unbeteiligten war es bestimmt toll."

Drei Platzverweise

In der Tat boten alle Beteiligten den 24.118 Zuschauern einen Nachmittag, den sie so schnell nicht vergessen werden. Zunächst traf Sejad Salihovic per Strafstoß (9.) für Hoffenheim, sah direkt danach aber die Rote Karte wegen einer Tätlichkeit (Ohrfeige gegen SC-Kapitän Julian Schuster). Oliver Sorg erzielte den Ausgleich (13.), Kevin Volland brachte die Kraichgauer erneut in Führung (25.). Karim Guédé traf dann wieder für den SC (29.).

Was folgte waren die Turbulenzen in der 41. Minute und zwei tolle Treffer durch den Freiburger Sebastian Freis (65.) sowie den Hoffenheimer Tobias Strobl (76.). Dazu kam noch die Rote Karte gegen den eingewechselten Freiburger Admir Mehmedi, der in der 90. Minute dem Schiedsrichter den "Vogel" zeigte. Ob die Freiburger ihren Zuschauern am Dienstag bei der vorgezogenen Partie des 4. Spieltags gegen Triple-Gewinner Bayern München ein ähnliches Spektakel bieten können, muss bezweifelt werden.

"Gegen die Bayern, das ist eine andere Welt. Wir werden versuchen, sauber aufzutreten. Und mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung ist vielleicht ein Punkt drin", äußerte Keller, dessen Klub zuvor mit zwei Pleiten in die Saison gestartet war. "Wir wollen versuchen, die Bayern zu beschäftigen und es ihnen schwer zu machen", sagte Streich: "Wir wollen laufen, arbeiten und die Räume schließen. Und dann noch selbst Fußball spielen, wenn wir den Ball haben. Ich weiß nicht, ob es klappt. Aber wir erhoffen es uns."

EURE MEINUNG: Könnt Ihr Streichs Entrüstung nachvollziehen?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal auf
oder werde Fan von Goal auf !

Dazugehörig