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Marketingexperte: "HSV-Image seit Jahren auf dem Tiefpunkt"

Die derzeit negative Präsenz des Hamburger SV in den Medien sorgt für einen Imageverlust. Letztlich könnten Fans und Sponsoren genug vom HSV haben.

Hamburg. Experten auf dem Gebiet Markenforschung haben beim Hamburger SV ein Imageproblem ausgemacht. Über Jahre hinweg habe der Traditionsverein eine Assoziation mit Chaos geschaffen, die alles andere überdecke und somit die Frage aufwerfe, wofür der HSV überhaupt steht. Auf lange Sicht könnte dies sogar Sponsoren abschrecken.

Im Gespräch mit der Welt stellte der angesehene Markenberater Marc Schüling fest: "Das Image des HSV ist doch seit Jahren auf dem Tiefpunkt." Die Marke sei "lediglich noch für einen gewissen Unterhaltungsfaktor gut", ansonsten stehe der Verein für nichts mehr. Auch Sportmarketingexperte Oliver Drost meinte: "Es ist kein Image erkennbar."

Der HSV hatte vergangenen Samstag durch ein 1:5 gegen 1899 Hoffenheim einen neuerlichen sportlichen Tiefpunkt erfahren, an dem der Verein schon in der letzten Spielzeit nach einem 2:9 gegen den FC Bayern München angelangt war. In den Tagen danach brach rund um den Klub das Chaos aus.

Dennis Aogo und Tomas Rincon reisten an den beiden trainingsfreien Tagen nach Mallorca und bekamen deshalb Ärger. Trainer Thorsten Fink und Sportdirektor Oliver Kreuzer machten missverständliche Aussagen und Aufsichtsrat Hans-Ulrich Klüver lieferte sich einen lautstarken Streit mit einem Ordner.

"Chaos geht von der Spitze aus"

"Es gibt keine starke Marke ohne gute Produkte", erklärte Schüling: "Und die Produkte beim HSV scheinen ganz schlechte Inhaltsstoffe zu haben." Dabei nimmt er vor allem die Vereinsführung in die Pflicht. "Mir scheint es so, als ob eine starke Persönlichkeit fehlen würde, die die Hosen an hat. Das Chaos scheint doch von der Spitze des Vereins auszugehen."

Im Juli waren Protokolle einer eigentlich geheimen Tagung des Aufsichtsrats in den Medien erschienen. "Die Vorkommnisse dürften zu einem messbaren Imageverlust geführt haben", meint Schüling. Das Ergebnis dieser Art der Außendarstellung könnte weitere Konsequenzen haben, soll es doch Marketingvorstand Joachim Hilke bereits schwer fallen, Sponsoren zu beschwichtigen.

Die sportlichen Leistungen könnten auch bald die Fans abschrecken. "Wenn wir so weiter spielen, werden wir Probleme mit unseren Zuschauern bekommen", glaubt der Vorstandsvorsitzende Carl-Edgar Jarchow. Denn auch die Fans könnten bald unter Mangel an Identifikation leiden. "Der HSV muss sich die Frage gefallen lassen, für was genau die Raute eigentlich steht", konstatiert Drost. Außer für Chaos.

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