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Bobic würde den VfB gerne dauerhaft im ersten Liga-Drittel etablieren. Seit er 2010 als Sportdirektor die Verantwortung übernahm, haben die Schwaben aber viele Auf und Abs erlebt.

Stuttgart. Es ging gleich wieder ungemütlich los beim VfB Stuttgart. Statt der zarten Aufbruchstimmung weitere Nahrung zu geben, ist nach dem misslungenen Start in die Fußball-Bundesliga schon deutliches Murren zu vernehmen. Fredi Bobic bringt das noch nicht aus der Ruhe. Der Sportvorstand ist in Stuttgart groß geworden, das "Bruddeln" gehört dort zur Mentalität. "Das kann man nur abschätzen, wenn man selbst hier lebt, wenn man hier aufgewachsen ist. Da nimmt man das auch viel gelassener zur Kenntnis", hat der 41-Jährige einmal dazu gesagt.

"Das Anspruchsdenken ist sehr hoch"

Trotzdem ist Bobic natürlich Begeisterung lieber. Doch die hat die Mannschaft von Bruno Labbadia mit ihren Auftritten bisher nicht entfachen können. Deshalb musste sich der frühere Nationalspieler vor dem Hinspiel in den Play-offs zur Europa-League am Donnerstagabend bei HNK Rijeka zu den zeitweise klar vernehmbaren Unmutsbekundungen des VfB-Anhangs äußern. Bobic spielte die Misstöne noch herunter. "Wenn es mal einzelne Pfiffe gibt, dann werden daraus häufig große Geschichten gemacht", sagte er.

Der fünfmalige Meister soll auf Sicht wieder fester Bestandteil im Konzert der Großen werden, Stammgast im internationalen Geschäft - passend auch zum Anspruchsdenken des Umfeldes. "Das Anspruchsdenken ist sehr hoch, das wissen wir. Das ist in unserer Tradition begründet, weil wir ja auch schon einige Titel gewonnen haben", sagte Bobic: "Wir wollen wieder da rein, wo wir uns selbst sehen, in den Kampf um die europäischen Plätze". Nur bringt der VfB in den letzten Jahren keine Konstanz in seine Leistungen.

Das soll in dieser Saison besser werden, aber der Funke will im Moment nicht so recht überspringen. Die Zuschauerzahlen sind rückläufig, die Mannschaft wirkt, als befinde sie sich auf der Suche nach einer Identität. Es mangele nicht an Inspiration, sagte Bobic nach der Niederlage gegen Leverkusen, "aber wir müssen mehr Tore machen." Ein anspruchsvolles Publikum will schließlich mit Feinkost unterhalten werden.

Die Transferdiät hat Bobic bereits im Sommer beendet. Nach den ständigen Diskussionen über den zu dünnen Kader des Vorjahres, erhielt er von Neu-Präsident Bernd Wahler das Okay für eine Offensive. Mit Zugängen wie Mohammed Abdellaoue und Konstantin Rausch aus Hannover, Moritz Leitner aus Dortmund oder Daniel Schwaab aus Leverkusen sorgte der VfB für qualitativen Zuwachs in der Breite.

Die Suche nach der richtigen Balance

"Wir haben viele Anstrengungen unternommen, alles wieder in die richtige Balance zu bringen. Der Trainer hat nun besseres Material, um unsere gemeinsamen Vorstellungen auch zu erfüllen", hatte Bobic zum Trainingsauftakt gesagt. Bislang hapert es an der Umsetzung, weshalb der Sportvorstand gerade auch den Druck mit der Forderung nach positiven Ergebnissen erhöht hat.

Bobic, der seine Managerkarriere 2009 in Bulgarien bei Tschernomoretz Burgas an der Seite von Krassimir Balakow - seinem einst kongenialen Partner im magischen VfB-Dreieck mit Giovane Elber - begonnen hatte, glaubt an seinen Weg. Ein Stotterstart kann ihn da nicht verunsichern. "Ich bin mir sicher, dass wir in der Zukunft Ausrufezeichen setzen können", hatte Bobic vor der Saison gesagt: "Da wird man dann sehen, dass wir hier doch gute Arbeit machen." Auch die Bruddler im Ländle.

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