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Zwei Spiele trennen Schalke von den Geldtöpfen der Königsklasse. Der griechische Klub PAOK Saloniki steht den "Knappen" dabei im Weg. Auf Schalke weiß man aber um seine Stärke.


Aus Gelsenkirchen berichtet
Goal-Korrespondent Hassan Talib Haji

Am kommenden Mittwochabend erwartet Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 im Play-off-Hinspiel zur Gruppenphase der UEFA Champions League den griechischen Vertreter PAOK Saloniki mit Ex-Schalke-Trainer Huub Stevens. Dessen Nachfolger Jens Keller und S04-Kapitän Benedikt Höwedes wirken vor diesem so wichtigen Aufeinandertreffen zwar angespannt, aber optimistisch.

Drucksituation für Keller nichts Neues

"Wieso ist die Situation schwierig?", entgegnete Jens Keller auf der obligatorischen Pressekonferenz einer Reporterfrage, die auf die aktuell auf Schalke herrschende Situation zielte. Die Königsblauen verloren zuletzt sang- und klanglos 0:4 beim VfL Wolfsburg und holten eine Woche zuvor daheim gegen den Hamburger SV nur ein 3:3-Unentschieden. Eine magere Ausbeute in der Bundesliga, die den Druck vor diesen finanziell wichtigen Play-offs erhöhte. Jens Keller kennt diese Gemengelage noch aus den letzten Monaten: "Seit ich hier angefangen habe, war der Druck da. Jetzt bin ich in einer ähnlichen Situation und wir haben auch damals gezeigt, dass wir mit dem Druck sehr gut umgehen konnten." Dem Trainer ist bewusst, dass, "wenn man auf Schalke arbeitet", so Keller ausführend, "der Druck immer enorm" sei.

Die herbe Schlappe in der Autostadt sollte bewusst nicht sofort aus den Klamotten, die Mannschaft sollte sich damit beschäftigen. Am Tag nach dieser teils blamablen Vorstellung bei den "Wölfen" gab es eine Teamsitzung beim FC Schalke, wo die Fehler deutlich angesprochen wurden. "Ich habe schon am Samstag gesagt, dass wir nicht sofort zur Tagesordnung übergehen. Die Leistung in den letzten 40 Minuten konnten wir so nicht stehen lassen. Deshalb haben wir das am Sonntag ganz klar mit der Mannschaft analysiert. Da sind natürlich auch ganz direkte Worte gefallen."

Aber auch die Mannschaft selbst ging mit sich hart ins Gericht, wie der neben dem Cheftrainer sitzende Benedikt Höwedes zu verstehen gab: "Wir sind sehr selbstkritisch mit uns umgegangen, da wir mit der Leistung, die wir abgerufen haben, unzufrieden waren." Dass Jens Keller in der Ansprache "klare Worte" gefunden hat, ist laut dem Schalker Kapitän "auch bitter nötig" gewesen. Benedikt Höwedes war die Anspannung und eigene Unzufriedenheit anzumerken. Die Leistung in der zweiten Halbzeit beim VfL Wolfsburg "war indiskutabel. Wir wissen, worum es morgen geht", so Höwedes weiter.

Auf Schalke muss sich das Defensivverhalten drastisch ändern, um im Konzert der großen europäischen Mannschaften mitmischen zu dürfen und dort auch bestehen zu können. Seit geraumer Zeit erntet die Abwehr des S04 viel Kritik aus dem Umfeld. Doch Jens Keller nimmt seine Viererkette in Schutz: "Es ist nicht die Abwehr! Es ist die komplette Mannschaft, die gegen den Ball zu verteidigen hat." Im Verbund funktioniert es nicht, wie Keller festhielt, denn "wenn im Mittelfeld nicht richtig gearbeitet wird, dann ist es natürlich für die Abwehr schwer, wenn sie in Unterzahl ist." Für den 42-Jährigen ist es klipp und klar "das Problem der ganzen Mannschaft."

Huub Stevens wieder da

Es kommt am Mittwochabend auch zum großen Wiedersehen mit dem noch im letzten Dezember beurlaubten Ex-Schalke-Coach und Fan-Liebling Huub Stevens, der seit kurzer Zeit Cheftrainer bei PAOK Saloniki ist. "Die Mannschaft, der Verein und die Fans werden sich bestimmt auf ihn freuen", ließ Benedikt Höwedes wissen und ergänzte: "Hier spielt aber nicht Schalke 04 gegen Huub Stevens, sondern Schalke gegen PAOK Saloniki. Wir werden das Spiel morgen mit aller Macht versuchen zu gewinnen." Die Statistik spricht allerdings gegen Schalke. Huub Stevens hat in der Veltins Arena als Gegner noch nie verloren.

Ein Leichtes wird dies für die Schalker Truppe also nicht. Jens Keller warnt auch vor den Griechen: "Wir erwarten eine sehr starke Mannschaft. Es war nicht so, dass Sie spielerisch gegen Metalist Kharkiv (PAOK-Gegner der 3. Qualifikationsrunde zur Champions League, Anm. d. Red.) wirklich unterlegen waren. Wir wissen um die Qualität von Saloniki." Doch Schalke will sich nicht um das selbst Erreichte bringen, wie der gebürtige Stuttgarter anmerkte: "Wir haben ein ganzes Jahr hart dafür gearbeitet, dass wir jetzt dieses Spiel haben – das war unser Ziel. Deswegen werden wir hoch konzentriert und mit absoluter Verbissenheit in das Spiel gehen!"

Voraussichtliche Aufstellung

Szalai muss den Knipser machen

Dabei fehlen wird Topstürmer Klaas-Jan Huntelaar, der sich bei der Niederlage in Wolfsburg einen Innenbandteilriss im rechten Knie zuzog und mehrere Wochen pausieren muss. "Klaas-Jan ist ein sehr wichtiger Spieler für uns", so Keller, "aber wir haben mit Adam Szalai eine sehr gute Alternative." Der Ungar soll die Lücke im Sturm mit seiner Qualität schließen, dafür wurde er aus Mainz geholt. Für Keller zeichnet ihn seine Art "Fußball zu spielen" aus. Er habe in der Vorbereitung und dem Spiel gegen den Hamburger SV bereits "gezeigt, dass er uns weiterhelfen kann."

Die beiden Sechser, Roman Neustädter und Marco Höger, stehen dem FC Schalke 04 nach kleinerer Blessur aus dem Training am Mittwoch zur Verfügung. Dem Revierklub winken Mehreinnahmen in Höhe von mindesten 20 Millionen Euro. Angesichts der noch zu tätigenden Aktivitäten auf dem Transfermarkt würde man sich am Berger Feld über solch eine Finanzspritze bestimmt freuen.

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