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Der VfB Stuttgart hat den Saisonstart in die Bundesliga verpatzt. Nach dem 0:1 gegen Bayer Leverkusen rumort es bereits in der Schwabenmetropole.

Stuttgart. Die Spieler wurden von den Fans des VfB Stuttgart gefeiert, Trainer Bruno Labbadia musste sich dagegen "Bruno raus"-Rufe anhören. Nach dem 0:1 (0:1) im ersten Heimspiel gegen Bayer Leverkusen ist die Stimmung in der Schwabenmetropole schon zu einem frühen Saisonzeitpunkt offensichtlich gespalten, von der in der Vorbereitung verbreiteten Aufbruchstimmung ist nichts mehr zu spüren.

Während der Anhang die Mannschaft für die kämpferische Schlussphase honorierte, scheint Labbadia wenig Kredit zu haben. Der Coach hatte bereits in der vergangenen Spielzeit wiederholt den Unmut des ungeduldigen VfB-Publikums ertragen müssen und auch darauf letztlich mit einer Wutrede ("Die Trainer sind nicht die Mülleimer von allen Menschen") reagiert.

Gentner fordert "Geduld und Unterstützung"

Christian Gentner richtete derweil einen Appell an die Fans. "Sie müssen jetzt etwas Geduld mitbringen und uns unterstützen", sagte der Mittelfeldspieler. Auch Neuzugang Moritz Leitner forderte Zusammenhalt. "Es nützt nichts zu sagen, es ist alles scheiße. Wir müssen uns da jetzt mit unseren geilen Fans herausarbeiten. Man sieht doch, dass wir fighten." Sportvorstand Fredi Bobic macht indes klar: "Irgendwann musst du punkten. Du willst kein Lob hören, sondern Punkte holen."

Gegen die "Werkself" stemmte sich der VfB aber erst in den letzten Minuten sichtbar gegen die Niederlage, zuvor blieben die Schwaben vieles schuldig. Es fehlten Torchancen, das Angriffsspiel war nicht druckvoll genug. Dennoch wollte Labbadia "viele gute Sachen" gesehen haben. "Wir haben einen hohen Aufwand betrieben, aber das Ergebnis ist natürlich schlecht", sagte er.

Auch die Spieler um den Unglücksraben Daniel Schwaab, der mit einem unglücklichen Eigentor ("Das ist einfach nur sauärgerlich") die Pleite gegen seinen Ex-Klub in der 42. Minute besiegelte, vertraten einhellig diese Ansicht. "Nur die Tore haben gefehlt", meinte VfB-Keeper Sven Ulreich. "Es war ein anständiges Spiel", fand Gentner. Nach zwei Schlappen in der Bundesliga, die auch durch Labbadias gestenreiches Engagement nicht zu verhindern waren, ist der Trainer dennoch verstärkt in der Defensive.

Schon vor der Saison war der 47-Jährige als Bremser hingestellt worden, weil er sich nicht ähnlich offensiv zu den Ambitionen der Stuttgarter geäußert hatte wie Bobic und der neue VfB-Präsident Bernd Wahler. Die hatten eine Platzierung unter den ersten Sechs und damit die Qualifikation für den Europacup über die Liga als Ziel ausgegeben.



Richtungsweisende Woche

Nun müssen in einer Woche in Augsburg und zuvor am Donnerstag im Hinspiel der Europa-League-Play-offs in Rijeka Ergebnisse kommen, soll der Druck nicht weiter zunehmen. Ulreich reagierte darauf aber gelassen. "In Stuttgart bist du immer unter Druck", sagte er. Dass das Nervenkostüm beim VfB aber relativ dünn zu sein scheint, zeigte nach dem Schlusspfiff eine kurze Rangelei zwischen Cacau und Leverkusens Torwart Bernd Leno.

Bayer stellte beim Lieblingsgegner einen zwölf Jahre alten Vereinsrekord ein. Saisonübergreifend gewann Bayer zum siebten Mal in Serie. Am Samstag reichte der Mannschaft von Trainer Sami Hyypiä eine durchwachsene Leistung. "Wir haben uns ein gutes Polster geschaffen", sagte Sportdirektor Rudi Völler, mahnte aber, den Auftritt in Stuttgart "richtig" zu beurteilen.

Auch Torjäger Stefan Kießling, der nach sieben Spielen in Folge mit mindestens einem Treffer diesmal leer ausging, sah sehr wohl die Defizite im Spiel des Champions-League-Teilnehmers. "Wir wissen, dass wir heute nicht unser bestes Spiel abgeliefert haben", sagte er bei Sky.

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