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Thomas Schaaf wird am Samstag von den Fans mit einer Choreographie geehrt - doch der langjährige Trainer von Werder Bremen bleibt der Zeremonie fern.

Hamburg/Bremen. "Danke, Thomas!" Das T-Shirt mit ebendiesem Aufdruck verspricht am Samstag ein Verkaufsschlager zu werden. Seit Wochen planen die Fans von Werder Bremen die erste Ganzstadion-Choreographie im Weserstadion. Doch verfolgen wird Thomas Schaaf seine inoffizielle Verabschiedung durch die Fans vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen den FC Augsburg (15.30 Uhr) wohl nur am heimischen Fernsehschirm. Und selbst das weiß keiner so genau.

Was die Vorfreude der Bremer Anhänger auf die aufwändige Zeremonie aber nicht im Geringsten schmälert. "Seinen Entschluss, sich voll und ganz auf unbestimmte Zeit aus dem öffentlichen Geschehen zurückzuziehen, können wir absolut nachvollziehen. Thomas hat uns im Rahmen eines persönlichen Gesprächs seine Gründe erläutert und um Verständnis gebeten", heißt es in einer Erklärung der Organisatoren.

Ein Ära ging zu Ende 

Nach 5121 Tagen und 644 Spielen war im Mai trotz des letztlich erfolgreich bestandenen Abstiegkampfes eine der längsten Trainer-Klub-Beziehungen zu Ende gegangen. Eigentlich noch viel mehr als das: Der 52-Jährige hatte seit 1970 nahezu alle Nachwuchsmannschaften durchlaufen, war Bundesliga-Profi, Amateurtrainer und schließlich 1999 Chefcoach geworden.

Seither jedoch befindet sich Schaaf auf Tauchstation. Zum Abschiedsspiel von Torsten Frings am 7. September (20.15 Uhr) kommt er nur auf besonderen Wunsch seines langjährigen Kapitäns, eine offizielle Würdigung durch den SV Werder anlässlich dieser Fußball-Gala verbittet er sich ausdrücklich: "Dieser Tag gehört Torsten, nur er soll im Mittelpunkt stehen."

Dabei hätte der 52-Jährige als erfolgreichster Werder-Trainer nach Otto Rehhagel allemal eine Verabschiedung auch durch seinen langjährigen Arbeitgeber mehr als verdient. An einem deutschen Meistertitel, drei DFB-Pokalsiegen, einem Finale im UEFA-Pokal und sechs Champions-League-Teilnahmen war Schaaf entscheidend beteiligt.

Aaron Hunt erwartet "einmalige Atmosphäre" 

Mittelfeldspieler Aaron Hunt, der neun Jahre unter Schaaf trainierte, weiß schon jetzt, dass ihm die Fan-Aktion vor dem Augsburg-Spiel nahegehen wird: "Es wird eine einmalige Atmosphäre herrschen, die Fans haben da ein gutes Gespür. Ich weiß nicht, was geplant ist, ich lasse mich überraschen."

Schaafs Nachfolger Robin Dutt geht bemerkenswert unverkrampft mit den teilweise hochemotionalen Fan-Reminiszenzen um seinen Vorgänger um. Es schmeichelte ihm sichtlich, dass er von den Werder-Anhängern um seine Zustimmung zur Schaaf-Würdigung gefragt wurde. Dutt: "Ich stehe zu hundert Prozent dahinter."

Auch einen Fauxpas im Testspiel gegen den FC Fulham nahm der neue Chefcoach der Grün-Weißen mit Humor. Auf der Videowand wurde seinerzeit versehentlich wie seit mehr als 14 Jahren gewohnt das Konterfei von Thomas Schaaf eingeblendet. "Wenn wir anschließend immer gewinnen, könnten wir das ja zum Markenzeichen machen", sagte der 48-Jährige.

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