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Christian Streich: "Hoffentlich dauert es nicht zu lange"

Zurück auf dem Boden der Realität! Nach einer überragenden Saison wartet auf Freiburg wieder der graue Alltag. Gegen Leverkusen zeigte sich: Der Umbau ist längst nicht vollzogen.

Freiburg. Max Kruse, Cedric Makiadi, Jan Rosenthal, Johannes Flum – sensationelle Auftritte wecken Begehrlichkeiten. Der SC Freiburg bekam im Sommer mit voller Härte die branchenüblichen Mechanismen zu spüren. Auch beim 1:3 gegen Bayer Leverkusen musste man diesen Tribut zollen.

"Wenn sie gewollt hätten, hätten sie uns abschießen können. Wir hatten nicht den Hauch einer Chance. Aber das wundert mich am allerwenigsten. Wie hätte es denn auch anders sein können", fragte Christian Streich gelassen die Journalisten.

Streich fällt Löw nicht in Rücken

Beinahe die komplette Offensiv-Abteilung kehrte dem Verein den Rücken. Nach Platz fünf und dem Erreichen der Europa League hätte manch Konkurrent vollmundig zum Großangriff geblasen. Nicht so die Breisgauer.

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„Hätte gerne noch drei oder vier Monate“

Sie bekannten sich zu ihrem Ausbildungs-Image, stemmten sich erst gar nicht verzweifelt dagegen. "Wir sind gottfroh, dass wir junge Spieler haben, die so gut Fußball spielen können. Sonst spielen sie jahrelang in der zweiten Mannschaft, bei uns Bundesliga", betonte der Trainer.

Matthias Ginter verkörpert die Freiburger Philosophie: "Der ist 19. Und wie viel Bundesliga-Spiele hat er? Ich glaube, fünf Mal so viele wie ich. Und ich bin 48." Anstatt in Selbstmitleid zu verfallen, packt es das bodenständige Unikat an.

Doch benötigt der Neuanfang Zeit. Ein Gut, welches im Fußball rar gesät ist. Zumindest Bedenken um die Existenz in der Bundesliga scheinen vorhanden. "Ich hoffe, es dauert kein Dreivierteljahr. Ich hätte gerne noch drei oder vier Monate Vorbereitung gehabt."

Überstunden und Kulturschock

Schon in der Vorsaison habe der SC spielerisch nicht mithalten können. Mit ungeheurem Eifer und taktischer Finesse konnte man dennoch die Großen ärgern. "Wir waren über Jahre hinweg eingespielt, kannten uns in- und auswendig."

Blinder Aktionismus ob schlechter Resultate ist beim 48-Jährigen nicht zu erwarten, er übt sich in Geduld mit seinen jungen Schützlingen: "Das Wichtigste ist, dass sie Millimeter für Millimeter vorankommen."

Entsprechend stehen Überstunden in den kommenden Wochen an der Tagesordnung – Kulturschock inklusive.

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Kein Angsthasen-Fußball

"Die Neuen kommen hierher und denken: Was ist denn hier los? Taktik, Video, alles dauert länger. Wenn es bis abends neun Uhr dauert, dauert es bis neun Uhr. Man muss nicht jeden Abend fernsehen."

Trotz der Niederlage in Leverkusen fordert Streich weiterhin Furchtlosigkeit – nicht zuletzt deshalb konnte er dem Auftakt durchaus positive Aspekte abgewinnen: "Sie dürfen keine Angst haben, deswegen haben wir nach dem 1:3 nach vorne gespielt. Wenn wir 1:5 verloren hätten, hätte mich das nullkommanull interessiert."

Die Marschroute ist klar: "Wir wollen kicken." So wie in der vergangenen Spielzeit…

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