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Holzhäuser glaubt ein Mittel gegen die Macht der Bayern in der Liga gefunden zu haben. Der 63-Jährige sieht den Fußball von Spielerberatern bedroht und trauert Günogan nach.

Leverkusen. Wolfgang Holzhäuser hat sich zu einer möglichen Langeweile in der Bundesliga geäußert und Play-Off-Spiele im Kampf um die Meisterschaft vorgeschlagen. In einem Interview  erklärte der Geschäftsführer von Bayer Leverkusen darüber hinaus, warum er auf Stefan Kießling stolz ist, weshalb er sich nicht um Ilkay Gündogan bemühte und was den Fußball wirklich gefährdet.

Die Bayern hatten vergangene Saison bereits am 28. Spieltag die Meisterschaft perfekt gemacht. Der Gewinn von DFB-Pokal und Champions League lassen eine weitere unangefochtene Meisterschaft der Bayern befürchten, erster Gegner ist Borussia Dortmund. "Ich glaube nicht, dass Bayer Leverkusen unter normalen Umständen in der Lage sein wird, eine Deutsche Meisterschaft zu holen", so das Fazit des scheidenden Bayer-Bosses bei Spiegel Online.

Um in der Bundesliga für mehr Spannung zu sorgen, bringt er Play-Off-Spiele nach nordamerikanischem Vorbild ins Gespräch: "Eine Möglichkeit wäre ein Halbfinale zwischen dem Tabellenersten und dem Vierten und eines zwischen dem Zweiten und Dritten. Die Gewinner spielen dann den Deutschen Meister aus."

"Der Fußball macht immer das Gleiche"

Das größte Hindernis für höhere Spannung ist seiner Meinung nach die konservative Einstellung des Geschäfts. "Mit welcher Begründung glaubt der Fußball eigentlich, von den Medien noch mehr Geld zu bekommen? Der Fußball macht immer das Gleiche. Die Tore sind gleich groß, der Platz, die Bälle", beschwerte sich der 63-Jährige. Der Fußball sei der einzige Sport, der sich weigere sich anzupassen. "Wenn ich sage, dass wir einen Teil des Fernsehgelds nehmen sollten, um andere Sportarten zu unterstützen, werde ich belächelt."

Zwar werde mit dem Financial Fairplay eine Neuerung eingeführt, doch diese sieht er mit gemischten Gefühlen. Es sei notwendig, Vereine daran zu hindern, sich mit "Fremdmitteln" zu finanzieren. Letztlich sei die Regelung aber nur "der Versuch, sportliche Begebenheiten zu manifestieren." Schließlich ließen sich die bisherigen Investitionen nicht rückgängig machen. "Das Geld, das von Dritten kommt, bleibt ja im Fußball-Kreislauf", erklärte er.

Eine andere Gefährdung sieht der Ehrenangehörige der Bundesliga bei den Spielerberatern. "Es gibt inzwischen Investmentgesellschaften, die mit Transferrechten handeln, die es gar nicht gibt", kritisierte er. Durch einen Managementvertrag und eine "Clearing-Stelle" könne verhindert werden, "dass der Wettbewerb nicht eines Tages von den Beratern gesteuert wird."

"Gündogan nicht zu verpflichten war ein Fehler"

In seiner persönlichen Bilanz nennt Holzhäuser einen Stürmer als wichtigsten Transfer seiner 15 Jahre bei Bayer. "Stefan Kießling. Wir haben ihn als 21-Jährigen für fünf Millionen Euro geholt. Zu einem Zeitpunkt, als kaum einer glaubte, er werde sich in die richtige Richtung entwickeln", erläuterte er. Kießling wurde vergangene Saison mit 25 Treffern Torschützenkönig der Bundesliga.

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Ilkay Gündogan hingegen trauert der Geschäftsführer nach. "Als wir 2011 Andre Schürrle verpflichtet hatten, war er auch ein Kandidat. Mir hat dann aber der Mumm gefehlt, noch einmal fünf Millionen Euro in die Hand zu nehmen. Das war eindeutig ein Fehler", gibt er zu.

Am 30. September wird Holzhäuser sein Amt niederlegen. "Ich habe mal gelesen, dass die Güte einer Laufbahn vom Ende bewertet wird", erklärt er seine Entscheidung. Der dritte Platz in der letzten Saison mit einem Punkt hinter Dortmund sei "eine gefühlte Meisterschaft".

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