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Nur die Champions-League-Teilnehmer Bayern und Dortmund haben sich spektakulär verstärkt. Der Rest der Bundesliga zeigte sich bei den Transfers in der Sommerpause zurückhaltend.

Köln. Nur die Branchenführer klotzten: Bayern München sorgte für den Rekordtransfer in der 50-jährigen Geschichte der Fußball-Bundesliga und spannte dem Erzrivalen Borussia Dortmund seinen Nationalspieler Mario Götze für die festgeschriebene Ablöse von 37 Millionen Euro aus. Der BVB stopfte die entstandene Lücke mit Henrich Mchitarjan von Schachtjor Donezk, der mit 27,5 Millionen Euro bisher teuerster Spieler in der Historie des Traditionsklubs ist. Damit sind gleichzeitig die beiden spektakulärsten Einkäufe des Sommers 2013 genannt. Doch noch ist der Spielermarkt bis zum 31. August geöffnet.

Die Einnahmen aus dem Husarenritt der beiden deutschen Top-Teams bis ins Endspiel der Champions League sollen sich in der kommenden Saison auszahlen. Die Bayern legten deshalb sogar noch einmal nach, verpflichteten Thiago vom FC Barcelona (25 Mio.), Dortmund leistete sich außerdem Pierre-Emerick Aubameyang (13 Mio./AS St. Etienne) und den Ex-Bremer Sokratis (9,5 Mio.).

BVB: CL-Gruppenphase überstehen

Die Borussen genießen ungeahnte finanzielle Möglichkeiten und ein völlig neues Transfer-Gefühl. "Dennoch werden wir weiterhin vernünftig wirtschaften. Wir haben nicht vergessen, woher wir kommen", betonte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in Erinnerung an die Fast-Insolvenz 2005 und formulierte zugleich die Saisonziele: "Wir wollen uns wieder für die Champions League qualifizieren und dort die Gruppenphase überstehen."

Die Bayern 62 Millionen, Dortmund 50 Millionen - dagegen nehmen sich die 21 Millionen von Bayer Leverkusen, dritter Bundesliga-Vertreter in der Königsklasse in der neuen Spielzeit, fast bescheiden aus. Allein zehn Millionen Euro ließen sich die Rheinländer den Transfer des Hamburgers Heung-Min Son kosten, fünf Millionen den Kauf von Emre Can (Bayern München).

Schalkes Schulden

Auf die Finanzspritze aus der Champions League hofft in der kommenden Saison besonders Schalke 04, das jedoch noch seine in Kürze anstehende Qualifikation (20./21. und 27./28. August) überstehen muss. Bisher sind die Mittel arg begrenzt. "Wir haben Verbindlichkeiten von 170 Millionen, die wir aber zurückzahlen", erklärte Sportdirektor Horst Heldt.

Heldt durfte in diesem Sommer immerhin rund 15 Millionen Euro ausgeben, nachdem er sich in den vergangenen Jahren meist mit ablösefreien und Leihspielern begnügen musste. "Es freut mich, dass wir zum ersten Mal in meiner Zeit hier ein bisschen Geld in die Hand nehmen und ich die Kriterien Qualität und Mentalität an oberste Stelle setzen kann", sagte er und verpflichtete unter anderem den Mainzer Torjäger Adam Szalai für acht Millionen Euro.

Hinter den vier Klubs investierten die restlichen 14 Bundesligisten jeweils nur einstellige Millionen-Summen und wirtschafteten im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Dennoch hob Präsident Martin Kind von Hannover 96 angesichts der anhaltenden Diskussion um das von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) auferlegte Financial Fair Play warnend den Zeigefinger.

Kind: Mehr Demut

"Die Liga kann stolz sein auf ihre Entwicklung. Aber auch in der Bundesliga wird oft mit hohem Risiko gewirtschaftet. Wir sollten uns nicht für klüger als andere halten, ein bisschen Demut täte der Liga ganz gut", wurde der 69-Jährige jüngst im Manager Magazin zitiert.

Apropos Financial Fair Play: Sportlich nicht zuletzt seit dem deutschen Champions-League-Finale international top, liegt die Bundesliga in Sachen Transferausgaben in Europa mit insgesamt 214,8 Millionen derzeit auf Platz fünf - weit hinter der englischen Premier League (416,4 Mio.), Frankreichs Ligue 1 (317,9 Mio.) oder Italiens Serie A (315,2 Mio.). Und immerhin noch 28 Millionen Euro hinter der spanischen Primera Division (214,8).

Allerdings verzeichnen nur die Iberer bei den Transfer-Einnahmen und -Ausgaben ein Plus, die Engländer dagegen sogar ein Minus von 338 Millionen Euro. Lediglich der eventuelle Transfer von Gareth Bale von Tottenham Hotspur für die Weltrekord-Ablöse von 120 Millionen Euro zu Real Madrid könnte das Defizit ein wenig korrigieren. Doch sportlichen Erfolg garantiert auch diese Investition nicht.

EURE MEINUNG: Schlagen die Transfers von Bayern und Dortmund in der kommenden Saison ein? 

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