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Trainer Thorsten Fink vom Hamburger SV plagen kurz vor dem Saisonstart große Probleme. Seine "Stürmer" treffen das Tor einfach nicht, weshalb ein Knipser noch kommen soll.

Hamburg. Es ist 7,32 Meter breit, von der Rasenkante bis zur Latte 2,44 Meter hoch und bietet so knapp 18 Quadratmeter Trefferfläche: Das Tor, Objekt der Begierde für jeden Stürmer. Doch den Angreifern des Hamburger SV ist selbst das noch viel zu klein. Artjoms Rudnevs und Jacques Zoua treffen einfach nicht. Gar nicht.

"Uns fehlt die absolute Effektivität", sagt Trainer Thorsten Fink verniedlichend über seinen Null-Tore-Sturm und versucht tapfer zu versichern, dass er sich eine Woche vor dem ersten Pflichstpiel im DFB-Pokal bei Schott Jena und dem Bundesliga-Start bei Schalke 04 am 11. August keine allzu großen Sorgen macht.

Fink fordert Goalgetter – kommt Jelavic?

Aber das ist natürlich nur die halbe Wahrheit. Denn Fink fordert seit Wochen noch einen echten Knipser mit Killerinstinkt. Groß soll er sein, ballsicher und ungemütlich. Nach der Absage von Wunschstürmer Roque Santa Cruz ist das Interesse an dem Kroaten Nikica Jelavic (FC Everton) verbrieft - allein das nötige Kleingeld fehlt.

"Jelavic ist ein toller Spieler. Ob das finanziell machbar ist, müssen sie mit Sportdirektor Oliver Kreuzer besprechen", sagte Fink zuletzt nach den wenig prächtigen Auftritten seines "Sturm"-Duos in den bisherigen Testspielen. Kreuzer hatte den 27 Jahre alten Jelavic, der in der abgelaufenen Saison sieben Liga-Treffer für den Premier-League-Klub erzielt hat, als "richtig fiesen Stürmer" bezeichnet: "Er wäre genau der Richtige für uns."

Laues Lüftchen statt Sturm

Rudnevs, in der Vorsaison mit immerhin zwölf Treffern gefährlichster Angreifer der Hanseaten, und Zoua scheinen im Finkschen 4-2-3-1-System für die Position als Sturmspitze wohl nicht mehr geeignet. Selbst gegen nicht gerade furchterregende Teams wie die Zillertal-Auswahl oder den FC Liefering brachten sie das Kunststück fertig, ohne Tor zu bleiben. Doch ohne Treffer wird es in der Bundesliga schwierig werden, die nötigen Punkte für das erklärte Ziel der Europacup-Qualifikation zu sammeln. Die Hamburger Morgenpost bezeichnet die Erben der Klub-Legenden Uwe Seeler und Horst Hrubesch bereits als "Stürmchen".

Und so versucht Fink, seine verunsicherten Angreifer stark zu reden. "Wenn sie ein Tor schießen, platzt der Knoten. Irgendwann fällt ihnen einer rein. Ich kenne das aus meiner Karriere von vielen Torjägern wie zum Beispiel Giovane Elber", sagte Fink vor dem Härtetest am Samstag gegen Inter Mailand (15.30 Uhr). Und: "Wir bekommen das hin."

Das Bemühen kann man "Rudi" und Zoua ganz sicher nicht abstreiten. Nur hat das früher ja selbst in der Schule gerade so für die Versetzung in die nächste Klasse gereicht. Die erklärten Ziele des HSV sind aber deutlich höher gesteckt. Für den Kampf um Europa würden Durchschlagskraft und Abschlussstärke im Angriff sicher helfen - zumal auch Regisseur Rafael van der Vaart, leicht übergewichtig aus dem Urlaub zurückgekehrt, noch lange nicht in Top-Form ist.

Rudnevs kann gehen

Fink behauptet trotzdem, dass "wir im Sturm ganz gut besetzt" sind. Intern hat man sich aber offenbar darauf verständigt, Rudnevs bei einem entsprechenden Angebot abzugeben und möglichst einen "internationalen Top-Stürmer" zu verpflichten. Unter der Woche hatte Schottlands Traditionsklub Celtic Glasgow für den Letten drei Millionen Euro überweisen wollen. Für die klammen Hamburger zu wenig. "Der Preis war definitiv inakzeptabel. Deswegen haben wir eine Absage erteilt", sagte Kreuzer, der wie Fink weiter hofft, dass Rudnevs und Zoua möglichst bald dieses verflixte 7,32 Meter breite und 2,44 Meter hohe Tor treffen mögen.

EURE MEINUNG: Sollte der HSV noch einen Stürmer verpflichten?

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