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Diese Aktion in Leverkusen kostet die Eintracht 100.000 Euro

"Pilotprojekt" erfolgreich: "Nur" 100.000 Euro Strafe für Eintracht Frankfurt

Diese Aktion in Leverkusen kostet die Eintracht 100.000 Euro

Bongarts

Eintracht Frankfurt muss für die Ausschreitungen seiner Fans beim Spiel in Leverkusen zu Beginn der vergangenen Rückrunde tief in die Tasche greifen. 100.000 Euro werden fällig.

Frankfurt. Bundesligist Eintracht Frankfurt hat seine Bewährungszeit nach dem Pyro-Eklat von Leverkusen erfolgreich bewältigt und damit dem "Pilotprojekt" einer künftig modifizierten Rechtssprechung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zu einem gelungenen Abschluss verholfen.

Kein Geisterspiel

Der Europa-League-Starter muss wegen der Ausschreitungen seiner Fans vor sechs Monaten beim Punktspiel bei Bayer Leverkusen mit 100.000 Euro "nur" eine Rekord-Geldstrafe zahlen und nicht mehr auch einen erneuten Zuschauerausschluss fürchten, nachdem seine Anhänger bei weiteren Rückrundenspielen in Stadien nicht mehr negativ aufgefallen waren.

"Es handelt sich zwar um eine Rekordstrafe für Eintracht Frankfurt, aber wir haben dem Antrag des Kontrollausschusses im Bewusstsein unserer sportgerichtlichen Vorbelastung zugestimmt", sagte Finanz-Vorstand Axel Hellmann nach dem Urteil des DFB-Sportgerichts.

Das Verfahren gegen Frankfurt galt als Testballon für die auf dem DFB-Bundestag geplante Einführung von Bewährungsstrafen. Statt unmittelbar drakonische (Kollektiv-)Strafen auszusprechen, will der Verband betroffenen Vereinen künftig Chancen zur Selbsthilfe einräumen und die anschließenden Entwicklungen sorgfältig beobachten. In Erfolgsfällen wie bei Frankfurt kämen somit auch weniger harte Sanktionen für Verstöße gegen Vorschriften in Betracht.

Nach den Ausschreitungen Frankfurter Randalierer während der Partie am 19. Januar bei Bayer Leverkusen (1:3), als im Gäste-Block Silvesterraketen und Bengalos gezündet wurden, hatten sich die Eintracht-Fans im Laufe der Rückrunde vorbildlich verhalten. Die sechsminütige Spielunterbrechung durch Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) blieb der letzte Pfiff gegen den Frankfurter Block. Die Verein half zudem bei der Täteridentifizierung und unterstützte in Zusammenarbeit mit Bayer die Polizei.

Täter sollen zur Rechenschaft gezogen werden

Auf die laut Vereinsangaben 14 identifizierten Personen kommen nun womöglich weitere Forderungen zu. "Wir werden jetzt die weiteren Schritte einer möglichen Inregressnahme der einzelnen Täter prüfen", sagte Hellmmann.

Allerdings gelten die Anhänger der Hessen dennoch als Wiederholungstäter - nach erheblichen Verfehlungen tauften sich die Fußball-Gegner einst selbstgefällig "Randalemeister". Abseits des Stadions, und damit außerhalb der DFB-Rechtssprechung, sorgten vermeintliche Eintracht-Fans am vergangenen Wochenende wieder für unrühmliche Schlagzeilen.

Neue Randale

Unbekannte Täter demolierten nahe Frankfurt den Mannschaftsbus des Zweitligisten Karlsruher SC vor dem Spiel der Badener beim FSV Frankfurt. Die Polizei geht davon aus, dass Ultras der Eintracht die Windschutzscheibe mit Pflastersteinen zerstörten sowie den Außenspiegel beschädigten. Im Frontbereich des Busses, der in der Nähe des KSC-Teamhotels abgestellt war, seien mehrere Aufkleber der Frankfurter "Ultras" angebracht gewesen, die einen "Szenebezug" wahrscheinlich machen. Der Sachschaden beläuft sich auf rund 14.000 Euro.

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