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Gojko Kacar dirigiert zukünftig nicht mehr im Mittelfeld des Hamburger SV

Gojko Kacar trotzt dem Aus: "HSV macht mich nicht kaputt"

Gojko Kacar dirigiert zukünftig nicht mehr im Mittelfeld des Hamburger SV

Getty Images

In einem Interview hat Gojko Kacar mit dem HSV abgerechnet. Der Serbe kann seine Degradierung nicht verstehen und offenbarte Details aus Verhandlungen mit anderen Klubs.

Hamburg. In einem Interview hat Gojko Kacar mit dem Hamburger SV abgerechnet. Der Serbe spielt in den Planungen des Bundesligisten keine Rolle mehr und wurde mittlerweile sogar zu den Amateuren geschickt. Der Mittelfeldspieler kann die Entscheidung des Vereins nicht nachvollziehen, seine Situation bei der zweiten Mannschaft mache ihm darüber hinaus sehr zu schaffen.

"Es ist schwierig, richtig schwer. Die Profis waren vergangene Woche zum Trainingslager in Österreich und ich in Hamburg bei den Amateuren. Es ist vielleicht die schwierigste Situation, seit ich Profi-Fußballer bin. Es geht mir alles sehr nahe", erklärte Kacar in der Sport Bild.

Darüber hinaus habe er davon, dass er bei den Profis keine Rolle mehr spiele, erst in der Zeitung erfahren. "Dann bekam ich eine E-Mail von Sportchef Oliver Kreuzer. Später haben wir uns getroffen und geredet. Er hat mir gesagt, dass Thorsten Fink nicht mehr mit mir arbeiten will", berichtete der Mittelfeldspieler.

Davon sei er überrascht gewesen: "Der Trainer hat mir Ende vergangener Saison zwar gesagt, dass es schwer werden wird für mich. Aber es war nie die Rede davon, dass ich nicht mehr mit den Profis trainieren darf."

"Wenn ein Spieler nicht mehr funktioniert, ist er weg"

Immerhin habe Kacar während des Abstiegskampfes 2012 sogar oft "mit Spritzen gespielt. Ich habe meine Gesundheit für den Verein außer Acht gelassen." Aber das sei alles schnell vergessen gewesen: "Profi-Fußball ist brutal. Wenn ein Spieler nicht mehr funktioniert, ist er weg vom Fenster."

Dabei sieht der Serbe hinter seiner Aussortierung nicht unbedingt sportliche Gründe: "Der HSV muss Geld sparen, will dafür Spieler mit guten Verträgen loswerden. Hätte ich einen schlechter dotierten Vertrag, wäre ich sicher noch dabei." Jetzt wolle der Klub ihm "zeigen, dass ich überflüssig bin, und mich mental schwach machen, damit ich mir einen neuen Verein suche. Aber mich macht der HSV nicht kaputt."

Kein Verständnis für Degradierung

Die Entscheidung des Klubs, ihn nicht mehr bei den Profis trainieren und spielen zu lassen, kann Kacar dennoch nicht nachvollziehen: "Sie wollen mich verkaufen, okay. Aber es ist doch viel schwieriger, jemanden loszuwerden, der nicht spielt und auf dem Platz zu sehen ist. Aber ich bin trotzdem optimistisch. Ich werde bei einem anderen Verein zeigen, dass der HSV einen Fehler macht."

Darüber hinaus widersprach der 26-Jährige auch seinem nach dem geplatzten Wechsel zu Hannover 96 entstandenen Image als Profi, dem es nur ums Geld ginge: "Ich bin ja bereit, auf Geld zu verzichten. Und bei einem vernünftigen Angebot werde ich gehen und nicht zocken. Aber wenn der Unterschied zu groß ist, geht es einfach nicht."

Immerhin habe er bei seinem Wechsel von Hertha BSC nach Hamburg 2010 bereits selbst drauf gezahlt. Hertha habe damals mehr Ablöse gefordert, als der HSV zahlen wollte, "also habe ich im ersten Jahr auf einen großen Teil meines Gehalts verzichtet, der dann auf die Ablöse drauf gepackt wurde. Ich habe das gemacht, damit der Transfer überhaupt klappt."

Ausweg Rubin Kasan?

Einen ersten Interessenten für den 24-fachen serbischen Nationalspieler soll es Medienberichten zufolge indes bereits geben. Nach exklusiven Informationen von Goal ist es aber noch zu keinen Gesprächen gekommen.

Nach seinem Knöchelbruch im vergangenen April war Kacar bis Februar ausgefallen, kam allerdings auch danach nur in drei Bundesliga-Spielen zum Einsatz. Lediglich 34 Bundesliga-Minuten absolvierte der 26-Jährige daher in der Vorsaison. Mit 1,8 Millionen Euro Jahresgehalt ist Kacar beim HSV allerdings einer der Großverdiener, sein Vertrag läuft noch bis 2015.

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