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Der 19-Jährige möchte sich beim HSV schnell einfinden. Bei der Wahl der Nationalmannschaft steht er vor einer schweren Entscheidung. Die Tendenz scheint aber klar.

Hamburg. Neuzugang Hakan Calhanoglu ist trotz Rückenproblemen mit seinen neuen Kollegen ins Trainingslager nach Klagenfurt aufgebrochen. Der 19-Jährige möchte sich beim Hamburger SV schnell integrieren und seinen Platz in der Mannschaft finden. Bei der Wahl der Nationalmannschaft steht er vor einer schweren Entscheidung. Die Tendenz scheint aber klar.

Tendenz zur DFB-Elf

"Es ist nicht einfach zu entscheiden, ob ich später für die Türkei oder Deutschland spielen will. Der Weg, den Mesut Özil gegangen ist, ist natürlich perfekt. Letztlich kommst du mit der deutschen Mannschaft eher nach vorn", sagte Calhanoglu, der mit der Türkei vor kurzem bei der U-20-WM am späteren Sieger Frankreich gescheitert ist, der Hamburger Morgenpost.

Der gebürtige Mannheimer deutete an, dass die Entscheidung naht: "Die Türken wollen mich demnächst zur Partie gegen Usbekistan einladen. Aber ich weiß nicht, ob ich der Einladung folgen würde." Auch an der U-19-EM (20. Juli bis 1. August in Litauen) werde er für die Türkei "in jedem Fall nicht teilnehmen", erklärte der Mittelfeldspieler, der in der abgelaufenen Saison im Dress des Karlsruher SC zum besten Spieler der 3. Liga gewählt wurde.

"Hier ist alles viel größer als in Karlsruhe"

Vielmehr sieht er seine vorrangige Aufgabe darin, sich schnell in Hamburg zu integrieren. Dass der Sprung aus dem Badischen in die Millionenmetropole ein gewaltiger sein würde, wurde Calhanoglu schnell klar: "Hier ist alles viel größer als in Karlsruhe, die Stadt, das Stadion oder die Kabine."

Auch das erste Aufeinandertreffen mit den neuen Mitspielern war für den 19-Jährigen etwas Besonderes: "Plötzlich stand Rafael van der Vaart vor mir, den kannte ich nur aus dem Fernsehen. Daran muss ich mich jetzt erst gewöhnen, mit ihm in einer Mannschaft zu spielen."

Schnell in die Startelf, mit dem HSV nach Europa

Trotz dieses Respekts möchte Calhanoglu "schnell zeigen, was ich kann. Mein Ziel ist es natürlich, in die Startelf zu kommen. Am liebsten als Zehner, letztlich aber egal wo." Entscheidend sei für ihn ohnehin der Erfolg mit der Mannschaft, und hier hat Calhanoglu klare Ziele: "Ich will mit dem HSV in die Europa League."

Dass er die für einen zentralen Mittelfeldspieler ungewöhnliche Rückennummer neun erhalten hat, ist für den Deutsch-Türken ein klarer Ansporn: "Natürlich wünscht man sich als Spielmacher die Nummer zehn, aber die Nummer muss man sich verdienen. Irgendwann möchte ich sie hier tragen."

Werder-Trikot verschenkt

Bei Werder Bremen hätte er sie bereits heute tragen können. Die Grün-Weißen zählten vor knapp einem Jahr zu den größten Interessenten und hätten dem Rivalen aus Hamburg das Talent fast weggeschnappt. Calhanoglu erinnert sich: "Wir haben gesprochen, bevor ich beim HSV unterschrieben habe. Es stimmt, dass sie mir ein Trikot mitgegeben haben. Mit der Nummer zehn und meinem Namen drauf. Aber das habe ich an einen Freund verschenkt."

Im August 2012 nahm der HSV Calhanoglu schließlich für eine Million Euro Ablöse bis 2016 unter Vertrag, verlieh ihn jedoch direkt für ein Jahr an seinen Stammverein KSC. Dort erzielte Calhanoglu in der abgelaufenen Drittligasaison in 36 Spielen 17 Tore und bereitete zwölf Treffer vor.

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