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Viel Tradition: Ex-Bundesligist Hansa Rostock bekommt Hilfe vom großen FC Bayern

Bayern füllen leere Hansa-Kassen: "Wir sind ganz stolz"

Viel Tradition: Ex-Bundesligist Hansa Rostock bekommt Hilfe vom großen FC Bayern

Bongarts

Das Benefizspiel gegen den Champions-League-Sieger Bayern München ist für den Fußball-Drittligisten Hansa Rostock das Highlight des Jahres - sportlich und auch finanziell.

Rostock. Zumindest für wenige Stunden kehrt der Glanz vergangener Fußballtage zurück an die Ostseeküste. Wenn der tief gefallene Ex-Bundesligist Hansa Rostock den Champions-League-Sieger Bayern München am Samstag (16.50 Uhr) zum Benefizspiel empfängt, werden noch einmal kurz Erinnerungen an erfolgreiche Zeiten geweckt. Pep Guardiola gibt sich mit seinen Weltstars die Ehre - im Drittliga-Alltag bekommt es Hansa dann ab nächster Woche schon wieder mit Elversberg, Halle und den Stuttgarter Kickers zu tun.

"Es ist lange her, dass eine Mannschaft von dem Kaliber hier war", sagte Kapitän Sebastian Pelzer. Hansas Vorstandschef Michael Dahlmann meinte: "Wir sind ganz stolz, denn sie machen quasi das erste große Spiel unter Pep Guardiola bei uns. Außerdem ist es eine tolle Sache, dass unsere Kassen gefüllt werden. Für uns bedeutet es Einnahmen von rund einer Million Euro, daran haben viele ihren Anteil."

Finanzsegen und für ein Spiel zurück im Blickpunkt

Zum Beispiel die 28.000 Zuschauer, die bereits im April dafür gesorgt haben, dass das Spiel ausverkauft ist. Außerdem wird die Begegnung im Ostseestadion in 40 Ländern größtenteils in voller Länge ausgestrahlt - und der Gastgeber verdient mit. Nicht nur in Europa, auch im Mittleren Osten, in Afrika sowie in Süd- und Mittelamerika sind die Fans live dabei. Journalisten aus der ganzen Welt haben sich angekündigt, alles blickt auf Rostock.

Natürlich ist Hansa dabei nur eine Randerscheinung, trotzdem freut sich der Klub auf das fast vergessene Rampenlicht. "So eine Bühne ist eine tolle Chance für die Mannschaft. Wir werden versuchen, uns bestmöglich zu verkaufen", sagte Dahlmann. Der neue Trainer Andreas Bergmann meinte: "Klar, ich merke, dass die Leute aufgeregt sind. Trotzdem ist die Mannschaft fokussiert."

Klar ist schon jetzt, dass es in dieser Saison der einzige große Auftritt des Teams aus Mecklenburg-Vorpommern bleiben wird. Nicht mal im DFB-Pokal ist der letzte Meister der DDR-Oberliga vertreten. Eine peinliche Niederlage im Landespokalfinale gegen die TSG Neustrelitz (0:3) verhinderte das. Die fehlende Startprämie von 108.000 Euro reißt ein weiteres Loch in die ohnehin leeren Kassen. Da kommt der Rekordmeister gerade recht, denn er verzichtet auf sämtliche Einnahmen.

Seit Jahren plagen die Rostocker finanzielle Sorgen. 2008 stieg der Traditionsklub aus der Bundesliga ab, der verpasste Klassenerhalt in der 2. Liga vier Jahre später verschärfte die Lage. "Die Erlöse aus diesem Spiel sind ein wichtiger Baustein unseres Sanierungsplans", sagte Dahlmann. Mehrfach drohte in den letzten Jahren der finanzielle Kollaps, nun soll es wieder bergauf gehen.

Underdog will Pep’s Bayern ärgern

Die neu formierte Mannschaft geht den Knaller jedenfalls mit Optimismus an. "Ich habe den Ehrgeiz, die Null zu halten. Ich hoffe, dass Pep die Bayern ordentlich scheucht, sodass sie müde sind", sagte Torhüter Jörg Hahnel.

Achtbar wolle man sich verkaufen, nicht vorgeführt werden, sagte auch Dahlmann. Dann könnte das ungleiche Duell mit dem Triple-Gewinner Selbstvertrauen geben. Schon nächste Woche geht es zum Drittliga-Auftakt im eigenen Stadion gegen Holstein Kiel. "Es wäre großartig, wenn auch gegen Kiel wieder möglichst viele Zuschauer kommen", sagte Dahlmann.

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