thumbnail Hallo,

Der Präsident der Deutschen Fußballspieler-Vermittler Vereinigung sieht seine Branche von den Vereinen diskreditiert. Vor allem der FC Bayern gebe ein schlechtes Bild ab.

München. Karl-Heinz Thielen, ehemaliger Manager des 1. FC Köln und amtierender Präsident der Deutschen Fußballspieler-Vermittler Vereinigung (DFVV), beklagt den schlechten Ruf seiner Branche. Im Gegenzug wirft der 73-Jährige den Vereinen Gier vor. Insbesondere der FC Bayern München gebe ein schlechtes Bild ab.

"Es sind die Klubs selbst, die aus Gier, einen besonderen Spieler zu bekommen, alle Wege gehen. Dann setzen sie sich mit jedem Arsch an den Tisch, egal, ob der Vermittler eine DFB-Lizenz hat oder nicht", schrieb Thielen in einem Kommentar in der Zeitschrift Bilderbogen.

Der Ex-Nationalspieler reagierte damit auf die andauernde Kritik der Vereine an der Beraterbranche. Zuletzt hatte der frühere Bremer Manager Willi Lemke in der TV-Sendung Beckmann Spielervermittler und Berater als "größte Gefahr für den Fußball" bezeichnet, weil sie "2012 rund 95 Millionen Euro aus dem Geldkreislauf entzogen" hätten.

Thielen wirft Bayern München Doppelmoral vor

Besonders Champions-League-Sieger Bayern München zog sich Thielens Zorn zu. Der lizenzierte Vermittler prangerte an, dass Philipp Lahms Berater Roman Grill nicht die vollen Befugnisse für seine Tätigkeit besitzt: "Wer ist der Berater von Philipp Lahm? Hat er eine Lizenz oder nicht?"

Über Bayerns Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge schrieb Thielen: "Für ihn sind die Berater die bösen Buben. Frage: Was macht sein Sohn? Was macht sein Bruder?" Beide leiten eigene Sportmarketing-Agenturen, bieten zudem auch Spielerberatung an. Ex-Nationalspieler Michael Rummenigge berät unter anderem seit Juni Bayern-Spieler Jerome Boateng. Der FC Bayern ließ Thielens Vorstoß bislang unkommentiert.

EURE MEINUNG: Wie "schlimm" sind die Spielerberater wirklich?

Umfrage des Tages

Sind Dortmunds Neuverpflichtungen ihr Geld wert oder investiert der BVB zuviel in Talente?

Dazugehörig