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Sportdirektor Marc Arnold und Trainer Torsten Lieberknecht haben Eintracht Braunschweig aus der 3. Liga in die Bundesliga geführt. Nun soll der Klassenerhalt her.

Braunschweig. Die Party-Stimmung war schnell verflogen. Nur wenige Tage nach der sportlichen Rettung von Eintracht Braunschweig saß Marc Arnold 2008 in seinem neuen Büro an der Hamburger Straße und hatte ein Problem. Der Drittliga-Klub war finanziell am Ende, sogar die nächste Telefonrechnung sorgte für Sorgenfalten beim frisch verpflichteten Manager.

Braunschweig war am Ende

"Es ist tatsächlich so gewesen, dass wir damals sehr viele Dinge hinterfragt haben - selbst den Postanbieter", sagte Arnold im SID-Interview: "Es ging einfach nicht anders. Unser Präsident hat immer von einem alternativlosen Weg für den Klub gesprochen - völlig zu Recht."

Erst am letzten Spieltag der Saison 2007/2008 hatte Interimstrainer Torsten Lieberknecht mit dem Meister von 1967 die Qualifikation für die neue 3. Liga geschafft - doch der Traditionsverein hatte kein Geld mehr.

Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt und Präsident Sebastian Ebel setzten den Rotstift an und gaben einen eng gesteckten Rahmen vor, in dem sich die neue sportliche Führung um Arnold und Lieberknecht bewegen durfte. In den folgenden Jahren sorgten die beiden unerfahrenen Ex-Profis für einen beispiellosen Aufschwung - der keineswegs nur auf purer Harmonie fußte.

Lieberknecht und Arnold "grundverschieden"

"Wir sind von unseren Charakteren her grundverschieden. Dass es dem Trainer manchmal nicht schnell genug geht, wie ich die Dinge abarbeite, ist bekannt", sagte Arnold: "Er ist manchmal ein bisschen ungeduldig, ein sehr emotionaler Typ. Aber letztendlich ist es so, dass wir die Entscheidung dann immer gemeinsam treffen."

Dank dieser Entscheidungen steht Eintracht Braunschweig fünf Jahre nach dem drohenden Ruin kurz vor seiner ersten Bundesliga-Saison seit 28 Jahren. Der Klub ist finanziell gesund, das Umfeld heiß auf Erstliga-Fußball. Dass dem Verein im Kampf um den Klassenerhalt eine sportliche Mammutaufgabe bevorsteht, beunruhigt Arnold nicht im Geringsten.

Abstiegskandidat Nummer eins

"Es ist immer so, dass du als Aufsteiger, der wie wir 28 Jahre nicht in der ersten Liga war und mit unseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen startet, von vornherein Abstiegskandidat Nummer eins bist", sagte der 43 Jahre alte Ex-Profi von Hertha BSC und Borussia Dortmund: "Wir werden versuchen, alles so vorzubereiten, dass wir konkurrenzfähig sind. Und dann glaube ich schon, dass wir eine gute Chance haben werden, für die eine oder andere Überraschung zu sorgen."

Eine Prognose in Sachen Klassenerhalt wagt Arnold noch nicht. Am guten Verhältnis des Braunschweiger Erfolgsduos soll sich jedenfalls nichts ändern - egal, welches Ende die Spielzeit nimmt. "Wir arbeiten die Jahre jetzt schon sehr vertrauensvoll miteinander", sagte Arnold: "Wir haben sehr großes Vertrauen in ihn, in das Trainerteam und in die Mannschaft." Eine Job-Garantie sei im Fußball-Business aber müßig.

Sorgen bereitet dem Sportdirektor lediglich die Modernisierung des Eintracht-Stadions. Das neue Tribünendach ist noch undicht, und auch nicht alle der 1200 Business-Plätze sind rund fünf Wochen vor dem Duell mit Werder Bremen fertig. "Die Zeit wird knapp", sagte Arnold. Doch in Braunschweig haben sie schon deutlich größere Aufgaben gemeistert.

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