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Warum will Borussia Dortmund unbedingt Henrikh "Heno" Mkhitaryan verpflichten? Wie haben einen Blick auf den Armenier in Diensten von Schachtjor Donezk geworfen.

PORTRÄT
Von Fabian Biastoch

Jerewan/Donezk/Dortmund. Armenien, gelegen zwischen Georgien, Aserbaidschan, dem Iran und der Türkei ist nicht weltbekannt dafür, große Fußballer hervorzubringen. Bei nur knapp drei Millionen Menschen auf einer Größe von Brandenburg, mag dies auch nicht verwundern. Doch ein Spieler hat es den großen Klubs angetan. Unter anderem der FC Liverpool und Borussia Dortmund buhlen um die Gunst von Henrikh "Heno" Mkhitaryan, der in der Ukraine bei Schachtjor Donezk unter Vertrag steht. Noch.

Was haben Henrikh "Heno" Mkhitaryan und Shavarsh "Shavo" Odadjian gemeinsam? Der Bassist von System of a Down ist ebenso in Armeniens Hauptstadt Jerewan geboren worden, wie der Mittelfeldzauberer von Schachtjor Donezk. Ebenso ist der aktuelle Trainer des FC Nantes, Michel Der Zakarian ein Sohn von Armeniens Hauptstadt. Für die ganz großen Namen des Weltfußballs ist sie nicht bekannt, aber das könnte sich bald ändern, wenn "Heno" bei einem Spitzenklub Europas unter Vertrag steht.

In seiner Geburtstadt begann er früh mit dem Fußballspielen, bekam sein erstes Gehalt mit 15 und debütierte mit 17 im ersten Team von Pyunik Jerewan. In seiner letzten Saison 2009 erzielte er unglaubliche elf Tore in nur zehn Spielen. Bereits damals sagte sein Vereins- und Nationaltrainer Vardan Minasyan, er würde seinen Schützling gern in "einer stärkeren Liga" sehen. Kurz darauf wechselte der junge Mann nach Donezk, erst zu Metalurg. In seiner ersten Saison machte er neun Tore in 29 Ligaspielen und wurde in der Spielzeit 2010/11 mit nur 21 Jahren der jüngste Kapitän in der Geschichte des Klubs.

MKHITARYANS KARRIERE IN ZAHLEN
TEAM
SPIELE
TORE
Schachtjor 93 40
Metalurg 40 16
Pyunik Jerewan 70 30
Armenien 35 11
Armenien U-Teams 24 11
GESAMT 262 108

Mkhitaryan kann im offensiven Mittelfeld variabel eingesetzt werden. Für einen Mittelfeldspieler ist er ungemein torgefährlich, lauert stets hinter den Stürmern und sucht sich seinen Weg in den Strafraum. Selbstlos bringt er seine Stürmer ins Spiel, kreiert Räume und lässt sie explodieren. Eigenschaften, die auch Metalurgs Lokalrivale Schachtjor an ihm so sehr schätzte, dass sie ihn 2010 für etwas mehr als sieben Millionen Euro holten.

"Mkhitaryan ist ein großartiger Spieler"

Hatte er erst Probleme, fand er vor allem in der abgelaufenen Saison endgültig seinen Platz im Samba-Mittelfeld des ukrainischen Meisters. In 29 Ligaspielen erzielte er 25 Tore und bereitete 14 Treffer vor! Mkhitaryan ist wie gesagt Mittelfeldspieler und kein Stürmer…

Seine Bewegung und der Umgang mit dem Ball sind exzellent. Seine Pässe, sein Auge für das Spiel und sein gefährlicher Schuss, den er nach jeder Trainingseinheit noch extra schult, sind außergewöhnlich, wie auch Robbie Fowler exklusiv gegenüber Goal sagte: "Er ist ein großartiger Spieler. Ich habe ihn in der Champions League ein paar Mal beobachtet. Er attackiert viel und ist ein junger hoffnungsvoller Spieler."

Der 24-Jährige selbst sagte im englischen Mirror, er wolle Donezk "in diesem Sommer auf jeden Fall verlassen" und werde dafür "alles Mögliche" tun. In einem Gespräch, dass das armenische Internetportal Panorama.am veröffentlichte, begründete er seine Wechselgedanken: "Ich fühle mich nicht schlecht in Donezk. Manchmal muss man sich aber verändern. Nicht weil es hier schlecht ist, sondern weil man sich selbst in einer anderen Liga beweisen möchte."

Mit Fred hat Schachtjor bereits einen "würdigen" Nachfolger verpflichtet, wie ihn Donezks Vorstandchef Sergei Palkin nannte. Für 30 Millionen Euro könne "Heno" gehen, wie Palkin unlängst bei Terrikon unterstrich.

Schnappt Borussia Dortmund zu, bekommen sie einen starken Mittelfeldspieler und sehr adäquaten Ersatz für Mario Götze, der zudem noch hoch intelligent ist. Neben seiner Muttersprache Armenisch, spricht er Russisch, Portugiesisch, Französisch und Englisch, hat einen Abschluss des "Institute of Physical Culture in Armenia" und studiert nebenbei Wirtschaft an der Universität St. Petersburg.

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