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Seit drei Jahren leitet Fredi Bobic nun die sportlichen Geschicke beim VfB. Im Interview reflektierte er jetzt die Strukturveränderungen im Kader und gab Ausblicke in die Zukunft.

Stuttgart. Sportdirektor Fredi Bobic zieht nach drei Jahren Bilanz. Dem VfB Stuttgart sei es in dieser Zeit gelungen, "den Etat um ein Drittel" zu reduzieren und gleichzeitig "mehr Substanz in die Mannschaft zu bringen".

"Der VfB ist seit über zwei Jahren im Wandel. Wir haben den Etat um ein Drittel reduziert und den Kader deutlich erneuert. Jetzt steht der letzte Schliff an, den wir in diesem Sommer machen. Wir machen den Spielern klar, dass sie ein wichtiger Teil davon werden können. Es liegt dann nur an ihnen selbst. Wir zeigen ihnen die Perspektive, die wir haben und bieten können", sagte Bobic im Interview mit dem Kicker.

Anspruch ist international zu spielen

Trotz der Einsparungen konnte sich der VfB über den Umweg des DFB Pokal für das internationale Geschäft qualifizieren. Dass man in der Bundesliga mit Platz 12 "hinter den eignen Ansprüchen" zurückblieb, hat somit weniger Gewicht.

Auch in Zukunft sollte man in Stuttgart aber das Ziel haben, "um die europäischen Plätze mit zu spielen". "Die Spieler sehen, dass sich beim VfB etwas bewegt und wir es immer wieder schaffen, europäisch dabei zu sein", versuchte der Sportdirektor mögliche Transferkandidaten zu motivieren.

Mit Labbadia durch dick und dünn

Auch mit Trainer Bruno Labbadia konnte Bobic eine wesentliche Konstante in der stuttgarter Entwicklung etablieren: "Bruno Labbadia ist unheimlich erfolgsorientiert. Er will wie wir alle in andere Bereiche reinstoßen. Jeder Trainer hat seine Wünsche, trotzdem ist es immer wichtig, diese an den Möglichkeiten des Vereins auszurichten. Das macht er. Wir sind jetzt schon einen langen Weg durch dick und dünn gegangen. Jetzt ist eine Situation erreicht, in der wir einiges realisieren konnten. Nun hat der Trainer besseres Material, um unsere gemeinsamen Vorstellungen auch zu erfüllen."

Besonderen Stolz empfindet Bobic dabei auf die Entwicklung junger Spieler beim VfB: "Die jungen Spieler sollen von Jahr zu Jahr besser werden. Das ist der Anspruch. Das gilt sowohl für jemanden wie Antonio Rüdiger, der sich schon gut etabliert hat. Oder auch zum Beispiel für Rani Khedira, der seine ersten Schritte im Lizenzspielerbereich machen wird. Wir geben ihnen Zeit, sich weiterzuentwickeln."

Transfers noch nicht abgeschlossen

"Wir werden vielleicht noch Spieler dazuholen, aber uns werden sicher auch noch welche verlassen. Das kann ganz schnell gehen, vielleicht schon in dieser Woche. Wir sind noch im Juni und schon sehr weit mit den Planungen. Aber es wird sich sicher noch das eine oder andere ergeben, wo wir aktiv werden müssen", sagte der 41-Jährige.

Auch hätte man "Anfragen für einige Spieler", gehabt, "bei denen wir aber unser Veto eingelegt haben."

Hertha, Bayern und die Bundesliga

Die Überraschungsmannschaften der letzten Saison waren Eintracht Frankfurt und der SC Freiburg. Mit Hertha BSC Berlin ist nun ein ein alter Bekannter ins Oberhaus aufgestiegen und Bobic glaubt, dass die alte Dame "eine gute Rolle spielen kann: "Davon lebt doch auch die Bundesliga. Manche Vereine arbeiten sich in den europäischen Wettbewerben auf, dann schlägt die Stunde einer Mannschaft, die nur die Bundesliga vor der Brust hat. Ich glaube, dass zum Beispiel die Hertha eine gute Rolle spielen kann."

In Bezug auf den Ligakrösus sagte Bobic: "Die Bayern werden auf lange Sicht immer die Mannschaft sein, die man bezwingen muss, wenn man Titel holen will. Es sei denn, sie leisten sich Schwächephasen durch interne Probleme. Aber wirtschaftlich sind sie in ganz anderen Sphären als alle anderen Bundesligaklubs."

Relativ zufrieden ist Bobic mit dem Auftaktprogramm in die Saison 2013/2104: "Es war relativ klar, dass wir auswärts beginnen wegen des Robbie-Williams-Konzerts am 11. August bei uns in der Mercedes-Benz-Arena. Dafür ein Dank an die DFL, dass sie unserer Bitte entsprochen hat. Mainz ist ein schwieriges Los, dort haben wir in den letzten Jahren nicht viel geholt. Dort haben wir sicher noch etwas gutzumachen."

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