thumbnail Hallo,

Die Verpflichtung des Brasilianers Raffael ist der Königstransfer von Borussia Mönchengladbach. Mit ihm wachsen auch die Erwartungen - vor allem an Trainer Lucien Favre.

Düsseldorf. Ob die vergangene Saison aus Sicht von Borussia Mönchengladbach eine gute war oder nicht, ist Interpretationssache. Hätte man angesichts von Investitionen in Höhe von 30 Millionen Euro mehr erreichen müssen als Platz acht? Oder sind die hochkarätigen Abgänge im Sommer 2012 gute Entschuldigungen dafür, dass die mit der Europapokal-Qualifikation gekrönte sensationelle Saison 2011/2012 nicht kopiert werden konnte?

Im Endeffekt ist es müßig, darüber zu diskutieren. Im Blick auf die anstehende Spielzeit ist allerdings klar: Mit der Tiefstapelei, einer Disziplin, in der Trainer Lucien Favre besonders gut ist, muss bei der Borussia nun Schluss sein. Das liegt vor allem an den Transfers, die Sportdirektor Max Eberl in den vergangenen Wochen getätigt hat.

Max Kruse kommt vom SC Freiburg, Christoph Kramer von Bayer Leverkusen, und nun wurde auch noch die Verpflichtung von Raffael realisiert. Der Brasilianer, zuletzt als Leihspieler beim FC Schalke 04 aktiv, wechselt für rund fünf Millionen Euro von Dynamo Kiew an den Niederrhein. Raffael war Favres absoluter Wunschspieler, schon als der Coach beim FC Zürich und bei Hertha BSC Berlin tätig war, folgte ihm der Spieler zu diesen Klubs.

Der 28-Jährige und die beiden anderen Neuzugänge haben das Potenzial, der Mannschaft wieder den in der abgelaufenen Saison verlorenen Offensiv-Glanz zu verleihen. Kreativität im Spiel nach vorne fehlte der Borussia in den vergangenen Monaten extrem. In der Hinrunde lebte das Team noch von großer Effektivität bei der Chancenverwertung, in der Rückrunde wurden die Schwächen dann deutlicher sichtbar.

Favre als Wegbereiter für das neue Trio

Favre hat nun die Chance, an die großartige Spielzeit 2011/2012 anzuknüpfen. Der Trainer, für sein Zögern bei Transfers bekannt, hat nun schon vor dem Vorbereitungsstart drei hoffnungsvolle neue Spieler bekommen. Es liegt nun nicht zuletzt an ihm, dass Raffael & Co. ihre gesamte Qualität abrufen.

In der vergangenen Saison kam es nicht selten vor, dass Favre betonte, wie „schwer“ alles sei und noch werde. Er führte an, wie sehr Marco Reus, Dante und Roman Neustädter dem Team fehlen würde. Es war ein Klagen, das niemand so recht verstehen konnte und die Mannschaft zeitweise verunsicherte.

Derlei Verhaltensweisen kann Favre nun nicht mehr an den Tag legen – auch im eigenen Interesse nicht. Bei dem Schweizer hat man stets das Gefühl, dass er sich zu Großem berufen fühlt, wahrscheinlich auch zu Größerem als Borussia Mönchengladbach.

Nun muss er zeigen, dass er selbst ein Großer ist. Die übrigen Entscheidungsträger bei Borussia Mönchengladbach haben ihre Hausaufgaben schnell und gescheit erledigt.

EURE MEINUNG: Wo landet Gladbach in der Saison 2013/2014?

Dazugehörig