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Paco Aguilar: Guardiola wird im BVB-Stil spielen lassen

Der Barcelona-Experte der El Mundo Deportivo glaubt, dass Bayern unter Guardiola ein 4-3-3 spielen könnte und vor allem Thomas Müller einen Sprung nach vorn machen wird.

Barcelona. Paco Aguilar ist seit 30 Jahren als Reporter für den FC Barcelona zuständig. Der stellvertretende Direktor der spanischen Sportzeitung El Mundo Deportivo sprach in einem Interview über den zukünftigen Bayern-Trainer Pep Guardiola, dessen Umgang mit der Presse und mögliche Änderungen im Spielstil und dem Kader des Triple-Gewinners.

"In seinen erfolgreichen Jahren bei Barca prägte Guardiola das Kurzpassspiel mit viel Ballbesitz. Das werde es auch bei Bayern geben", erklärte Aguilar im Gespräch mit Bundesliga.de: "Guardiola wird ein bisschen mehr Tiki-Taka spielen lassen." Aber insgesamt werde das Spiel wohl dem des großen Rivalen aus dem Ruhrgebiet ähnlicher werden. "Ich hoffe, die Bayern-Fans sind mir nicht böse - aber ich denke, er wird ein bisschen mehr wie Borussia Dortmund spielen lassen."

"Probleme mit charakterstarken Spielern"

Dass Guardiola, wie einst bei Barcelona, zu Beginn einige Stars aussortiert, bezweifelt der 58-Jährige: "Möglich ist das durchaus, dafür muss es aber einen klaren Grund geben. Er wird mit Sicherheit nicht ankommen und sagen: 'Der gefällt mir nicht, raus mit ihm!'" Wichtig sei für den Trainer, dass er mit den Spielern zurechtkommt. "Guardiola hatte immer Probleme mit charakterstarken Spielern", erinnert sich Aguilar: "Er zieht Spieler vor, mit denen er sich unterhalten kann."

Auf die Frage, welcher Spieler beim Rekordmeister besonders vom neuen Coach profitieren könne, antwortete der Journalist: "Thomas Müller. Er kann unter Guardiola noch besser werden. Das ist der Typ Fußballer, der ihm gefällt, er ist vielseitig einsetzbar, vielleicht aber auch Mario Götze." Auch von Franck Ribery sei Guardiola schon lange begeistert.

Javi Martinez, der im defensiven Mittelfeld ein Garant für den Gewinn des Triples war, könnte in Zukunft auch als Abwehrspieler eingesetzt werden: "Ich könnte mir vorstellen, dass Martinez unter Guardiola Innenverteidiger spielt! Martinez kann den Ball außergewöhnlich gut von hinten verteilen. Auf so einen Typ Abwehrspieler steht Pep."

Guardiola lässt nicht jeden Mist mit sich machen

Die deutschen Medienvertreter werden sich erst an Guardiola gewöhnen müssen, so Aguilar. Der Erfolgscoach habe schon in Spanien Probleme mit der Presse gehabt: "Das lag daran, dass er kein Ja-Sager war und nicht jeden Mist mit sich machen lassen hat. Er war immer hell im Kopf, hat sich nicht verbiegen lassen."

Übermäßigen Kontakt zu Journalisten werde es trotz der in der Zwischenzeit erworbenen Deutsch-Kenntnisse des Trainers nicht geben: "Stellen Sie sich vor, er hat in vier Jahren als Cheftrainer kein einziges Einzelinterview gegeben! Deswegen waren seine Pressekonferenzen auch immer so lang."

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