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Niersbach verfolgt den finanziellen Absturz von Klubs wie Duisburg und Aachen mit besorgter Miene. Keine Probleme sieht er dagegen beim DFB: Das Sportdirektor-Amt sei begehrt.

Frankfurt am Main. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat sich besorgt über wiederholte Lizenzentzüge bei deutschen Traditionsklubs in den unteren Ligen geäußert. Das Financial Fair Play sei der Schlüssel, dieser Entwicklung im Spitzenfußball entgegenzuwirken. Hinsichtlich des DFB-Sportdirektorpostens blieb er gelassen: Die Lösung sei nur eine Frage der Zeit.

"Das ist ein Drama", sagte Niersbach im Gespräch mit dem Tagesspiegel über zahlungsunfähige Vereine wie den MSV Duisburg, Alemannia Aachen und Kickers Offenbach. "Wir als Verband können nur kontrollieren und die Zahlen bewerten, die uns vorgelegt werden."

Er nahm die Vereine in die Pflicht, gewissenhaft zu wirtschaften. "Man muss ja auch in einigen Fällen fragen, ob im Lizenzierungsverfahren alles korrekt dargelegt wurde", so der Nachfolger von Theo Zwanziger an der DFB-Spitze. Als Beispiel nannte er die Zebras: "Der MSV Duisburg stand vor zwei Jahren noch im DFB-Pokalfinale. Allein durch die Finalteilnahme hat er außerplanmäßig 2,2 Millionen Euro eingenommen."

"Wo ist denn all das Geld geblieben?"

Das sei für den 62-Jährigen unverständlich. "Ich frage mich: Wo ist denn all das Geld geblieben?" Die strikte Umsetzung des Financial Fair Play – Vereine dürfen nur so viel ausgeben, wie eingenommen wird - sei deswegen unerlässlich. Man müsse "im europäischen Spitzenfußball das verhindern, was wir jetzt in der Zweiten, Dritten und Vierten Liga erleben."
Niersbach äußerte sich auch zu den Entwicklungen innerhalb des Verbandes. Zuletzt erwirkte Sportdirektor Robin Dutt nach nur zehnmonatiger Amtszeit die vorzeitige Auflösung seines Vertrages mit dem DFB, um bei Werder Bremen den Trainerposten zu übernehmen.

"Das ist ärgerlich, weil man auf dieser Position vom Grundsatz her Kontinuität braucht", so der seit 2012 amtierende Präsident, der jedoch auf das Positive am Abgang des Nachfolgers von Matthias Sammer verwies: "Es ist auch ein Zeichen, dass wir gute Leute im DFB haben, wenn sie in der Liga begehrt sind."

Besetzung des Sportdirektor-Postens unerlässlich

Trotz Kritik an der Sinnhaftigkeit des Sportdirektor-Amtes sieht Niersbach keine Veranlassung, den Posten unbesetzt zu lassen: "Denken Sie nur einmal an die Zeit vor 2006 zurück. Damals hatten wir den Bundestrainer als Verantwortlichen für alles, der selbst die Trainersitzungen im Nachwuchsbereich geleitet hat und für die Trainerausbildung zuständig war. So etwas ist heute nicht mehr möglich."

An profilierten Interessenten scheint es indes nicht zu mangeln, verriet Niersbach: "Wenn ich mir die Liste derjenigen anschaue, die sich bereits bei uns beworben haben, mache ich mir erst recht keine Sorgen. Die Position ist reizvoll und hochwertig."

Auch die schwelende Kritik an Joachim Löw, der drei Mal in Folge bei Turnieren auf dem Weg zum Titel scheiterte, ließ Niersbach nicht gelten. "Joachim Löw ist ein meisterhafter Trainer", bekannte er sich zum 53-Jährigen und stellte eine Zusammenarbeit über 2014 hinaus in Aussicht: "Wir sind mit der Arbeit von Joachim Löw hochzufrieden."


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