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Bis Weihnachten ist es noch ein wenig hin. Aber die Transferphase ist für Fußballfans die Zeit, in der Wünsche in Erfüllung gehen. Wir schauen ganz genau hin!

ANALYSE
Von Hassan Talib Haji

Gelsenkirchen. Beim FC Schalke 04 steht vor der eigentlichen Bundesligasaison 2013/2014 die Qualifikation zur Champions League an. Dort kann sich der Revierklub nicht unerhebliche Millioneneinnahmen sichern und in die prestigeträchtige Gruppenphase einziehen. Mit etwas Pech ist es allerdings durchaus möglich, vor Ligastart den ersten Dämpfer zu kassieren.

Damit dies nicht passiert ist Schalke-Manager Horst Heldt bemüht, den Kader so früh wie möglich zu optimieren. Jens Keller wird gemeinsam mit seinem neuen Co-Trainer Peter Hermann an der Spielweise des S04 feilen. Dafür braucht es punktuelle Veränderungen.


Wunsch 1: ein treffsicherer Mittelstürmer

Schalke 04 ist bereits auf der Suche nach einem zweiten Knipser von Format. Mit Klaas Jan Huntelaar verfügt Jens Keller bereits über einen guten Torjäger, allerdings ist der Qualitätsabfall hinter dem Niederländer exorbitant groß. Weder Ciprian Marica noch Teemu Pukki konnten den Torschützenkönig aus 2012 adäquat ersetzen als dieser sich verletzte und wochenlang ausfiel.

Das hat Horst Heldt erkannt und der 43-Jährige befindet sich auf Stürmersuche. Vaclav Kadlec von Sparta Prag wird gehandelt. Unlängst schwärmte dieser vom FC Schalke. Jedoch scheint der Manager mehrere Eisen im Feuer zu haben. Heldt sprach von einem bestimmten Stürmer, den er im Blätterwald noch nicht lesen musste.

Er passt ins Beuteschema: Jozy Altidore, AZ Alkmaar, 23 Jahre, Mittelstürmer

Jozy Altidore würde hervorragend passen. Der US-Nationalspieler spielt in der niederländischen Eredivisie bei AZ Alkmaar. Dort traf der Rechtsfuß in 33 Spielen 23 Mal ins Tor und gab fünf Torvorlagen. Eine gute Bilanz. Altidore ist von seiner Spielweise her variabel einsetzbar, zudem ist der Stürmer international erfahren. Er verfügt über eine ansprechende Technik und weiß seinen robusten Körper gekonnt einzusetzen. Davon durfte sich die deutsche Nationalmannschaft bei der USA-Reise überzeugen.

Altidore würde Schalke 04 vier bis sieben Millionen Euro kosten. Ein Betrag, den sich der Verein durchaus leisten kann. Angesichts des noch geringen Alters von 23 Jahren wäre ein Kauf Altidores eine Investition in die Zukunft. Einen Fürsprecher hätte er wahrscheinlich in Nationalmannschaftskollege Jermaine Jones, der Schalke 04 wie die berühmte Westentasche kennt.


Wunsch 2: ein Rechtsverteidiger

Mit Atsuto Uchida steht im Schalker Lizenzspielerkader nur ein nomineller Rechter Verteidiger. Hier besteht Handlungsbedarf und der Verein hat dies erkannt. Zudem hat der Japaner defensiv seine Schwächen. Benedikt Höwedes oder Marco Höger sind die ersten Ersatzleute, sollte der 25-Jährige in einem Formtief stecken oder verletzungsbedingt nicht spielen können. Dies bedeutet allerdings zumeist Umbauarbeiten in der ersten Aufstellung. Davon will sich S04 offenbar freimachen.

Der Klub braucht einen offensiv ausgerichteten Rechtsverteidiger, der seine Aufgaben in der Defensive aber nicht vernachlässigt und konsequent erfüllt.

Er passt ins Beuteschema: Rafinha, FC Bayern München, 27 Jahre, Rechter Verteidiger

Natürlich ist dies dem Medienbuhei um Aufsichtsratschef Clemens Tönnies geschuldet, der beim Sieger-Bankett des FC Bayern München seinen Liebling alter Tage wiedersah. Scheinbar hat der FC Schalke 04 konkretes Interesse an dem Brasilianer, und versucht ihn zurück "nach Hause" zu holen.

Rafinha wäre für die Position auf der rechten Abwehrseite der ideale Spieler für das Konzept von Jens Keller. Rafinha und Jefferson Farfan bildeten auf der rechten Außenbahn eines der besten Duos der gesamten Liga. Die Verständigung der beiden Instinktfußballer funktionierte nahezu perfekt. Allerdings dürfte es schwer werden, den ehemaligen Schalker aus dem herrlich wonnigen Biotop in München loszueisen.

Dort genießt Rafinha den Platz auf der Reservebank und verdient recht gutes Geld. Sollte er wieder selbst Stammspieler werden wollen, muss er München wohl verlassen. Einen Philipp Lahm kann er dort nicht verdrängen. Und sollte sich Rafinha dazu entschließen, käme nur ein Wechsel zu Schalke 04 infrage. Der 27-Jährige besitzt noch einen Vertrag bis 2014, Bayern München macht keine Anstalten ihn loswerden zu wollen, berechtigterweise. Schalke 04 wird dann versuchen ihn in einem Jahr zu verpflichten, dann wäre Rafinha ablösefrei. Das weiß Horst Heldt, wie er bereits in einem Interview vielsagend zu verstehen gab.

In Frankreich ranken sich allerdings auch Gerüchte um eine Verpflichtung von Sébastien Corchia vom FC Sochaux-Montbéliard. Der 22-Jährige Rechtsverteidiger soll dem Vernehmen nach aber bereits eine Übereinkunft mit Olympique Lyon haben. Da muss die weitere Entwicklung abgewartet werden.


Wunsch 3: ein Flügelspieler

Auf der linken Bahn wähnte sich der FC Schalke 04 mit Tranquillo Barnetta und Ibrahim Afellay auf der sicheren Seite. Der Schweizer kam ablösefrei von Ligakonkurrent Bayer 04 Leverkusen, konnte sich bei dem Revierklub aber nicht durchsetzen und saß zumeist als Zuschauer auf der Reservebank. Der Niederländer wurde vom FC Barcelona ausgeliehen. Doch Afellay verletzte sich schwer und fiel die komplette Rückrunde aus - die Wege trennen sich.

Über rechts kommt Jefferson Farfan. Sollte dieser allerdings seine obligatorischen Wochen wegen diverser Muskelverletzungen ausfallen, klafft ein dickes Vakuum. Dort ist Verstärkung notwendig.



Er passt ins Beuteschema: Christian Clemens, 1. FC Köln, 21 Jahre, Außenbahnspieler

Mit Michel Bastos hat Horst Heldt bereits auf Leihbasis einen Spieler für die Außenbahnen verpflichten können, ein zweiter soll her - auch weil Bastos nur wenig überzeugen konnte. Dort sind die Verhandlungen mit Christian Clemens, der im Übrigen links und rechts agieren kann, weit fortgeschritten. Clemens ist 21 Jahre alt und kann den 1. FC Köln für eine festgeschriebene Ablösesumme in Höhe von drei Millionen Euro verlassen.

Somit wäre der Weg für Julian Draxler frei, dieser bräuchte auf der linken Außenbahn nicht mehr aushelfen und ist seiner Stärken als Spielmacher nicht beraubt. Zudem wäre die linke Seite doppelt besetzt. Auch hier wäre der Transfer von Christian Clemens eine Investition in die Zukunft. Derweil spielt dieser bei der U21-EM in Israel. Ein Wechsel zum FC Schalke 04 wäre ein großer Schritt in der Karriere des gebürtigen Kölner.

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