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Jens Keller: "Das Misstrauen hat mich getroffen"

Schalkes Coach Jens Keller hat sich nach der Saison nochmals an die Medien gewandt. Zu einer Zeit, in der andere Coaches regenerieren, hat Keller offensichtlich schwer Redebedarf.

Gelsenkirchen. Jens Keller, Trainer des FC Schalke 04, wurde von der anhaltenden öffentlichen Kritik an seiner Arbeit bei den Königsblauen schwer getroffen. In einem Interview richtete er nun harte Worte gegen die in seinen Augen einseitige Berichterstattung der Medien.

"Ich hatte in der Tat nicht damit gerechnet, dass so viele Medien auf mich einprügeln würden. Viele dieser Leute haben mir vom ersten Tag an keine Chance gegeben, der Grundtenor lautete: Wann fliegt Keller? Dieses Misstrauen hat mich überrascht - und auch getroffen", erklärte Keller im Interview mit 11freunde.de.

Gleichzeitig betonte der 42-Jährige, jedoch keinen Welpenschutz zu fordern: "Ich habe kein Problem mit Kritik, im Gegenteil. Wenn ein Journalist, der beim Training zuschaut, jenes anschließend kritisiert oder meine Aufstellung für falsch hält, soll er das gern schreiben - kein Thema!"

"Persönliche Beleidigung überschreitet eine Grenze"

Die Art und Weise der Kritik sei aber nicht vertretbar gewesen. "Wer mich persönlich beleidigt, überschreitet eine Grenze. Wir haben aus den ersten zwei Rückrundenpartien vier Punkte geholt - ist das etwa eine Katastrophe? Das hatte mit seriöser Berichterstattung nicht viel zu tun", so Keller.

Nun habe er jedoch für sich beschlossen, nicht mehr auf derartige Kritik zu reagieren: "Fängt man an, sich öffentlich für blödsinnige Vorwürfe zu rechtfertigen, wird man schnell in eine gefährliche Spirale hineingezogen. Man muss nicht auf jeden Schwachsinn reagieren. Ich will aber nicht leugnen, dass es Momente gab, in denen ich die Faust in der Tasche geballt habe."

Saisonplanung läuft bereits

Nach dem Erreichen des vierten Tabellenplatzes und der Vertragsverlängerung über die Saison hinaus plant Keller bereits am Kader für die kommende Spielzeit. Dabei will der Trainer vor allem auf junge Spieler setzen: "Ich denke, Max Meyer ist auf einem guten Weg. Unsere Nachwuchsteams sind zurzeit extrem erfolgreich, ich sehe hier großes Potenzial. Selbstverständlich ist es mein Ziel, den einen oder anderen Jungen hochzuziehen."

Der einzige feststehende Neuzugang Felipe Santana kommt vom Erzrivalen Borussia Dortmund. Keller ist davon überzeugt, dass es deshalb nicht zu Problemen kommen wird. "Felipe ist nicht der erste Spieler, der von Dortmund zu Schalke wechselt. Unsere Fans werden ihn gut aufnehmen", so der 42-Jährige.

Keller ist seit Dezember 2012 als Nachfolger von Huub Stevens Trainer der Profimannschaft von Schalke 04. Zuvor trainierte der gebürtige Stuttgarter die U 17 des Vereins.

EURE MEINUNG: Sollte Keller lieber zeitnah in den Urlaub fahren und seine Akkus aufladen, statt zurückzuschauen?

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