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Wie sehr beansprucht eine Drucksituation wie ein CL-Finale die Psyche der Spieler? Wie kann man sich am besten drauf vorbereiten? Steffen Kirchner erklärte nun die beste Strategie.

München. Mentaltrainer Steffen Kirchner arbeitet mit den Größten im Leistungssport zusammen. Vor dem Finale der Champions League zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München erklärte er nun, wie sich Mannschaften am besten auf so eine Begegnung vorbereiten können, was sie pushen und hemmen könnte. Dabei sieht er den BVB vorne, da auf ihnen weniger Druck lastet.

Teambuildingmaßnahmen wichtig

"Zunächst mal darf vom Finale gar nicht groß die Rede sein. Die Trainer sollten andere Maßnahmen ergreifen, Teambuildinggeschichten wie beim Sommermärchen 2006. Die Spieler kommen zusammen für ganz andere Sachen als Fußball, zum Beispiel Beachvolleyball", sagte Kircher gegenüber der tz. "Auch in den Ansprachen geht es nur ganz allmählich um das Spiel, um den Gegner. Das wird dann immer intensiver, kurz vor dem Spiel wird man dann eindringlicher, schwört die Mannschaft ein."

Auch die drei Tore, die sich die Bayern in wenigen Minuten gegen Gladbach fingen, sind laut Kircher so zu erklären: "Ja, das zeigt einfach, dass noch keine Spannung vorhanden war. Und das ist auch gut so! Wäre zu diesem Zeitpunkt schon die absolute Champions-League-Anspannung dagewesen, würden die Spieler kurz vor dem Finale wahrscheinlich einen Psychiater brauchen. Das geht nicht. Vergleichbar ist das mit einem Freundschaftsspiel vor Ligastart: Da bin ich in einem Trainingsprozess, bin noch nicht voll konzentriert. Und dann geht das eben auch mal verloren."

BVB im Vorteil?

Den BVB könnten die guten Ergebnisse in der CL-Saison bisher und die vielen erfolgreichen Spiele gegen die Bayern in den letzten Jahren pushen: "Mit Sicherheit. Dieses Bewusstsein, wir spielen 20 Prozent besser, wenn es in der Champions League rund geht, würde ich ihnen einimpfen. Auch die vergangenen guten Spiele gegen den FC Bayern kann man hochholen, in Bildern und Videos zeigen." So kommt Kircher zu dem Schluss: "Generell ist Fakt, dass die Ausgangslage für Borussia Dortmund deutlich leichter ist"

Viele Faktoren könnten die Bayern nach Kirchers Verständnis hemmen: "Da wären die zwei verlorenen Finals innerhalb kürzester Zeit, dann noch dieses Chelsea-Spiel, das war ganz bitter. Und ganz viele Spieler vom letzten Jahr werden jetzt auch wieder auf dem Platz stehen! Dann drückt noch die Favoritenrolle und die Tatsache, dass es gegen eine deutsche Mannschaft geht. Das wird sich niemand gewünscht haben beim FC Bayern. Jetzt geht es in einem Spiel um die ganze Saison: Wenn ich das verliere, sind alle Rekorde nichts wert."

Dabei könnten sie sich auch selbst ein Bein gestellt haben: "Zudem haben Hoeneß und Rummenigge Aussagen getroffen, dass sich der FC Bayern wieder die Vormachtstellung in Deutschland gesichert hat. Nur, wen interessiert letztlich die Nummer eins in Deutschland, wenn man die Nummer eins in Europa sein kann?"

EURE MEINUNG: Wer wird mit dem Druck besser umgehen können?

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