thumbnail Hallo,

Nach dem "Beinaheabstieg" und der Entlassung von Thomas Schaaf ist man bei Werder Bremen auf der Suche nach einem neuen Trainer.

Bremen. Thomas Schaaf ist weg, der neue Trainer noch nicht da. Wer immer es sein wird: Das 2:3 gegen den 1. FC Nürnberg machte deutlich, dass auf ihn bei Werder Bremen viel Arbeit wartet.

Nein, sagte Thomas Eichin immer wieder, er wolle in der Trainerfrage "keine Wasserstandsmeldungen abgeben". Doch wie er so plauderte und dabei nichts sagen wollte, verriet der Manager von Werder Bremen doch etwas. Ob sich der Verein, der beim 2:3 (1:0) beim 1. FC Nürnberg eine enttäuschende Saison mit gleich mehreren Negativ-Rekorden beendete, bei der Suche nach einem Erben für Thomas Schaaf auf den genannten "Wunschkandidaten" konzentriere, wurde er gefragt? "Es wäre ja bescheuert, wenn nicht", sagte Eichin, fügte aber eilig an: "Es gibt viele interessante Trainer, die zu Werder passen. Wir werden den richtigen finden."

Viele potenzielle Kandidaten

Der beim 1. FC Köln überraschend zurückgetretene Holger Stanislawski wird es laut Eichin nicht: "Ich habe nicht mit ihm gesprochen." Heiko Vogel (zuletzt FC Basel) gilt als heißester Kandidat für die Nachfolge von Schaaf. Auch Ralph Hasenhüttl (VfR Aalen), Mike Büskens (ehemals SpVgg Greuther Fürth) und Peter Stöger (Austria Wien) werden gehandelt. "Wir werden keinen Trainer holen, der sagt: 'Ich brauch den und den Spieler'", meinte Eichin, "er muss ein bodenständiger Mensch sein und nach Bremen passen. Wir werden uns nicht unter Druck setzen lassen." Die Suche könne "auch ein paar Tage dauern".

Klar ist: Auf Mr. X wartet jede Menge Arbeit. Zwar war Bremen eine Stunde die bessere Mannschaft, doch das lag nahezu ausschließlich an Kevin de Bruyne. "Wir hätten einen zweiten de Bruyne gebraucht, der die Tempowechsel vor dem Tor einmalig macht. Es ist traurig, dass er Werder verlässt", sagte Interimstrainer Wolfgang Wolff, der nur für dieses eine Spiel von Schaaf übernommen hatte.

Doch es gab nur einen de Bruyne - und bald gibt es keinen mehr in Bremen. Der Belgier traf in seinem Abschiedsspiel zwei Mal (37., 89.), die Niederlage konnte er nicht verhindern. Nürnbergs Treffer durch Per Nilsson (61.), Sebastian Polter (81.) und Tomas Pekhart (88.) verlängerten Bremens Serie auf 13 Spiele ohne Sieg - das gab es noch nie bei Werder. Zudem beendeten die Hanseaten erstmals eine Saison mit weniger als neun Siegen (acht).

Wackelige Abwehr

66 Gegentore ließ die nach 1899 Hoffenheim zweitschwächste Abwehr der Bundesliga zu, die wohl auch noch Sokratis an Bayer Leverkusen verlieren wird. "Hier im Tor zu stehen ist nicht immer gut für die Gemütslage", sagte Torwart Sebastian Mielitz, ehe er aussprach, was alle Bremer dachten: "Zum Glück ist diese Saison vorbei."

Ganz zum Schluss dieser alptraumhaften Saison, die für Bremen auf Rang 14 endete, wollten sie Schaaf noch einmal einen Sieg schenken. Der hatte zwar erstmals seit dem 14. Mai 1999 gefehlt, war aber allgegenwärtig. Die Spieler hatten ihr Aufwärmprogramm mit grünen T-Shirts begonnen, auf die der Spruch "Danke Thomas! Niemals geht man so ganz" aufgedruckt war. Sie warfen die Shirts den 4000 Werder-Fans zu, die zahlreiche Plakate zu Ehren von Schaaf dabei hatten. Auf einem Banner der Ultras stand: "Thomas Schaaf - einer von uns". De Bruyne fand es "schwierig und seltsam", dass Schaaf fehlte. Seinen Platz auf der Trainerbank ließen die Bremer aus Respekt vor Schaaf frei. Sein Nachfolger muss ein großes Erbe antreten.

Wohin es de Bruyne zieht, konnte oder wollte er nicht verraten. Um Werder sei es ihm nicht bange, "diese Mannschaft hat viel gelernt und großes Potenzial. Ich bin sicher: alles wird gut." Diese Sicht teilen wenige an der Weser, wenngleich Eichin davor warnte, "Schreckensszenarien aufzutun". De Bruyne sei schwer zu ersetzen, "aber auch das ist möglich". Wie, das soll der neue Coach entscheiden. Wer das ist, weiß bisher nur Eichin.

EURE MEINUNG: Wer wird der neue Trainer von Werder Bremen?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf
oder werde Fan von Goal.com auf !


Dazugehörig