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Wie bei Steven Spielberg: Für Jupp Heynckes schließt sich der Kreis

Für Jupp Heynckes ist das kommende Saisonfinale bei Borussia Mönchengladbach ein ganz besonderes Spiel. Einmal hin und wieder zurück. Dort begann (und endet?) seine Profikarriere.

München. Das große Champions-League-Endspiel drängt derzeit alles in den Schatten. Alles? Als Jupp Heynckes beim Medientag des FC Bayern München am vergangenen Dienstag über Borussia Dortmund sprechen sollte, hob er an, er habe "größten Respekt davor, was Borussia Mönchenglad..." Gladbach? Seine alte Liebe, sein 1011. und letztes Bundesligaspiel dort am Samstag überlagerten zumindest in diesem kurzen Moment in Heynckes' Gedankenwelt selbst das Giganten-Duell in Wembley.

Ausgerechnet in Gladbach

Dass er ausgerechnet in seiner Heimat von der Bühne Bundesliga abtreten darf, empfindet Heynckes fast als kitschig. "Das ist wie ein Drehbuch von Steven Spielberg", sagte er dieser Tage. In der vergangenen Woche durfte er sich mit Meisterschale und Bierdusche von den Bayern-Fans verabschieden, jetzt geht es noch einmal an den Niederrhein, "wo ich angefangen habe mit 19 Jahren als Profi, dann Trainer wurde. Da schließt sich der Kreis." Danach stehen für ihn und seine Bayern noch die beiden Endspiele in Königsklasse und Pokal an, dann ist es aus, vorbei - nach 34 Jahren als Fußball-Lehrer.

Heynckes spielt mit Bayern den "modernsten Fußball"

Heynckes ist noch immer ein bisschen verstimmt darüber, dass er über das Ende nicht hat ganz allein bestimmen dürfen. Als er Heynckes von der Entscheidung des Klubs unterrichtete, Star-Coach Pep Guardiola zu seinem Nachfolger zu machen, sagte Klubboss Karl-Heinz Rummenigge beim Meister-Bankett, "da habe ich gespürt, dass das für Dich kein einfacher Moment war". Zumal Heynckes' Freund Uli Hoeneß nicht den Mut aufbrachte, es ihm selbst zu sagen.

Dass der FC Bayern in der folgenden Pressemitteilung mal eben so die Trainerlaufbahn von Heynckes als im Sommer für beendet erklärte, tat ihm weh. Vielleicht betonte er deshalb in den vergangenen Wochen immer wieder, dass der FC Bayern "nie in seiner Geschichte einen so modernen Fußball gespielt hat" wie unter ihm, Heynckes. Zugetraut hat es ihm kaum einer mehr, nach drei zweiten Plätzen 2012 und dem "Drama dahoam" in der Champions League. Schon damals wollte mancher im Klub seinen Kopf.

Berufliche Zukunft liegt nicht in Deutschland

Nun ist zu spüren, dass er vielleicht doch gerne noch ein, zwei Jahre drangehängt hätte. Aber nochmal in Deutschland? Nein, sagt er, "wenn man eine Mannschaft wie Bayern München trainiert, die alle Rekorde knackt, gibt es kein Ziel mehr, in der Bundesliga eine Mannschaft zu trainieren." Das Ausland, besonders Spanien und noch einmal Real Madrid, mit dem er sogar losen Kontakt hatte, hätten ihn erneut gereizt. Doch Heynckes wird auch den Königlichen absagen.

"Wenn ich zehn, 15 Jahre jünger wäre", sagte er am Dienstag, dann würde er vielleicht intensiver grübeln. "Aber man muss daran denken, dass ich nicht mehr der Jüngste bin, Klubs einen Generationswechsel vollziehen möchten - das kann man mit einem 68-Jährigen nicht."

Heynckes der „wahre Special One“

Stattdessen also der Abschied. Die Bayern schickten ihn mit einem Blumenstrauß und warmen Worten in Rente. Rummenigge lobhudelte, der "Vater des Erfolges" sei "ein Meister seines Fachs" und werde in der Familie FC Bayern immer seinen Platz haben. Sogar "carte blanche" für Wünsche aller Art sicherte er "dem wahren Special One" zu.

Heynckes war das ein bisschen peinlich. Notärzte, Feuerwehrleute, Altenpfleger, "unsere Soldaten in Afghanistan" - das seien besondere Menschen. Ein Fußball-Trainer doch eher nicht.

Jetzt also noch einmal, ein letztes Mal Mönchengladbach. "Das ist mein Verein", sagt Heynckes, "deshalb ist es kein normales Spiel für mich." Das wissen sie auch beim VfL. Manager Max Eberl spricht von einer "schönen Sache" und einer "Geschichte, die vermutlich nur der Fußball schreibt". Gewinnen wolle die Borussia trotzdem, klar.

Wenn seine letzten Schlachten am 25. Mai und 1. Juni geschlagen sind, wird Heynckes erneut - und dann endgültig - an den Niederrhein zurückkehren. In Schwalmtal bezieht er seinen Bauernhof, das "Haus der Katzen", in dem sein Schäferhund Cando die Hauptrolle spielt.

Dann schließt sich endgültig der Kreis für den großen Fußballlehrer Jupp H.

 

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