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Vor Endspiel in Freiburg: FC Schalke schottet sich ab

Schalke 04 zittert vor dem Endspiel beim SC Freiburg um die Champions-League-Qualifikation. Die Millioneneinnahmen hätten die Königsblauen bitter nötig.

Gelsenkirchen. Jens Keller trommelte seine Spieler zusammen und schottete sich ab. Keine Fans, keine Medien, keine Außenstehenden waren am Donnerstag und Freitag auf dem Trainingsgelände des Bundesligisten Schalke 04 geduldet. Der Trainer und seine Mannschaft bleiben unter sich, ohne Störgeräusche von außen galt die volle Konzentration der Vorbereitung auf die kommende Begegnung beim SC Freiburg am Samstag (15.30 Uhr). Eine bei den volksnahen Königsblauen ungewöhnliche Maßnahme, die nur in Ausnahmefällen und vor besonders wichtigen Spielen ergriffen wird.

Löw im Stadion

Doch geht es für die Schalker nicht um Titel und Pokale. Im Breisgau spielt die Keller-Elf im "Endspiel" um die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation. "Es ist eines der spannendsten Spiele des letzten Spieltags. Freiburg hat nichts zu verlieren, Schalke dagegen muss es schaffen. Die Schalker haben den Anspruch, in der Champions League zu spielen", sagte Bundestrainer Joachim Löw, der die Begegnung im Stadion verfolgen wird.

Vor allem für Schalke steht viel auf dem Spiel. "Sicherlich ist eine Anspannung zu spüren, aber die Mannschaft ist nicht nervös, sondern konzentriert und zuversichtlich. Im Fußball ist immer ein enormer Druck zu spüren, wir sind aber alle optimistisch", sagte Keller.

"Spielen lieber Champions League"

Es geht um den eigenen Anspruch und die sportliche Herausforderung in der Königsklasse, um den versöhnlichen Abschluss einer oft holprigen Spielzeit. Und natürlich um dringend benötigte Millioneneinnahmen. Angesichts der finanziell angespannten Situation des Vereins ist die Teilnahme an der Champions League fast schon Pflicht, auch die Kaderplanung für die kommende Saison hängt deshalb maßgeblich vom Ergebnis in Freiburg ab. "Wir spielen lieber in der Champions League. Aber es gehört dazu, sich auch auf andere Szenarien einzustellen", sagte Manager Horst Heldt.

Keller stellte sich demonstrativ vor seine Spieler. "Die Truppe ist charakterlich keine, die nicht will", sagte der 42-Jährige dem kicker. Dabei hat die Mannschaft die brenzlige Lage vor dem 34. Spieltag selbst verschuldet. Am vergangenen Samstag hätten die Schalker mit einem Sieg gegen den VfB Stuttgart alles klar machen können. Doch statt eines königsblauen Jubels gab es in Gelsenkirchen nach der 1:2-Niederlage lange Gesichter.

Und einen wütenden Aufsichtsrats-Vorsitzenden. "Wenn sich eine solche Chance bietet, dürfen sie so eine Einstellung nicht an den Tag legen. Die Spieler müssen sich ihrer Verantwortung dem Verein und den Fans gegenüber langsam mal bewusst werden. Wir registrieren schon länger, dass es hier Defizite gibt", sagte Clemens Tönnies dem Magazin Sport Bild.

Höwedes selbstbewusst, Streich entspannt

Keller reagierte gewohnt diplomatisch auf die Aussagen des Unternehmers. "Kritik ist sein gutes Recht, gerade nach so einem Spiel", sagte der Coach. Angekommen ist die Botschaft wohl auch bei Kapitän Benedikt Höwedes. Der Nationalspieler geht mit breiter Brust in das Spiel in Freiburg. "Wir sind Schalke 04 und haben die bessere Mannschaft", sagte Höwedes: "Wenn wir als geschlossene Einheit auftreten, werden wir unser Ziel auch erreichen."

Schalke (52) braucht beim einen Punkt schlechteren Verfolger Freiburg ein Unentschieden, um in die Play-offs zur europäischen Königsklasse einzuziehen. In diesem Fall darf der Tabellensechste Eintracht Frankfurt (50) jedoch nicht mit mehr als vier Toren Unterschied gegen den VfL Wolfsburg gewinnen.

Deutlich gelassener stellt sich die Lage beim SC Freiburg dar, der eine außergewöhnliche Saison mit einem Sieg krönen würde. Trainer Christian Streich nahm im Vorfeld den Druck von seinen Profis. "Ein schlechtes Ende gibt es in diesem Jahr nicht mehr. Bei den Spielern gibt es keine besondere Spannung, aber wir werden alles in die Waagschale werfen", sagte Streich.

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