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Der Aufsichtsrat des FC Bayern München tagt und in den Medien wird spekuliert, ob der 61-Jährige selbst die Konsequenzen aus seiner Steueraffäre ziehen wird.

München. Heute tagt der Aufsichtsrat des FC Bayern München. Dabei wird es auch um die Steueraffäre von Uli Hoeneß und die damit verbundene Frage gehen, ob der 61-Jährige als Präsident des deutschen Rekordmeisters zurücktreten soll.

Kein Druck seitens des Aufsichtsrats?

Der Spiegel schreibt, dass einige Stimmen im Aufsichtsrat einen vorübergehenden Rückzug von Hoeneß als Aufsichtsratchef und Präsident fordern. Nach dem Finale der Champions League soll dieser erfolgen.
Franz Beckenbauer widersprach diesem Gerücht mit der Aussage, dass niemand im Aufsichtsrat das Wort gegen Hoeneß erheben würde. Dafür sei "der Respekt gegenüber seiner Person viel zu groß", so der "Kaiser" gegenüber Sky90.

Beckenbauer will kein Ersatz sein

„Dieser Schritt kann nur von Uli Hoeneß selbst kommen“, sagte Beckenbauer und ergänzte, dass er nicht für den 61-Jährigen einspringen würde: „Mit dem Gedanken habe ich mich noch keine Sekunde beschäftigt - also stünde ich nicht bereit.“

Sponsoren hin- und hergerissen

Wie Express berichtet, sollen die Großsponsoren ebenfalls für einen Hoeneß-Verbleib sein - aber nur dann, wenn die Ermittlungen zu Gunsten des Angeklagten verlaufen. Sollte die Selbstanzeige samt Nach- und Zuschlagszahlung anerkannt werden, könnte Hoeneß demnach "in sein Amt zurückkehren". 3,2 Millionen Euro soll Hoeneß schon an Steuern zurückbezahlt haben.

Nach Spiegel-Berichten waren die Konzernchefs Herbert Hainer (Adidas), Martin Winterkorn (VW), Rupert Stadler (Audi) und Timotheus Höttges (Telekom) zunächst für einen schnellen Rücktritt von Uli Hoeneß, doch Bayern Münchens Einzug ins Finale der Champions League habe zum Umdenken angeregt.

Hoeneß kämpft gegen die Gefängnisstrafe

Noch immer muss Bayerns kriselnder Präsident auch eine mögliche Gefängnisstrafe in Betracht ziehen. Laut BamS arbeiten seine Anwälte aber aktuell an einem Deal mit der Staatsanwaltschaft, um das zu verhindern. Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich nahm dazu bislang aber keine Stellung.

Kaum Unterstützung aus der Politik

Von der Politik kann Uli Hoeneß im Moment nicht mit großer Unterstützung rechnen. Immer wieder wird seine Steueraffäre auch mit der CSU in Verbindung gebracht. In der aktuellen Emnid-Umfrage fiel die Partei auf 37 Prozent - der schlechteste Wert seit einem halben Jahr. "Es hat in letzter Zeit eine Reihe von Ereignissen gegeben, die das Vertrauen der Bürger in wirtschaftliche Eliten erschüttert hat", so Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner.

Während sich Bundeskanzlerin Angela Merkel zuletzt wenigstens gesprächsbereit erklärte, kritisierte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble Hoeneß in der Bild am Sonntag scharf. Angespielt auf dessen Zeit-Interview sagte Schäuble, Uli Hoeneß habe "mehr als großen Mist gebaut" und könne sich nicht über den Umgang der Medien mit ihm beklagen. "Steuerhinterziehung ist ein strafwürdiges Unrecht", so Schäuble.

EURE MEINUNG: Sollte Hoeneß von seinen Ämtern zurücktreten?

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