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1899 Hoffenheim hat durch das 2:1 gegen den 1. FC Nürnberg am viertletzten Spieltag wieder Hoffnung im Abstiegskampf geschöpft. Trainer Markus Gisdol interessiert das aber nicht.

Sinsheim. Nach dem Abpfiff eilte Dietmar Hopp sofort in die Kabine, um sich bei den Profis für das verspätete Geburtstagsgeschenk zu bedanken. Das 2:1 (2:0) von 1899 Hoffenheim gegen den 1. FC Nürnberg am viertletzten Spieltag der Fußball-Bundesliga hat dem Mäzen, der am Freitag 73 Jahre alt wurde, und den Fans im Kraichgau wieder Hoffnung auf den Klassenerhalt gemacht. Trainer Markus Gisdol hält mit Blick auf das vorentscheidende Kellerduell am Samstag bei Werder Bremen allerdings gar nichts von aufkommender Euphorie.

"Ich mache mir keine Gedanken über mögliche Szenarien. Ich mache mir nur Gedanken über die Trainingsarbeit. Alles andere kann ich doch ohnehin nicht beeinflussen", sagte der Coach der Kraichgauer, die aufgrund des Erfolgs des FC Augsburg (3:0 gegen den VfB Stuttgart) weiter mit drei Punkten Rückstand auf den Relegationsrang auf dem vorletzten Tabellenplatz bleiben. Allerdings beträgt der Abstand zum rettenden Platz 15 auch nur drei Zähler: "Wir werden alles dafür tun, um so gut wie möglich Fußball zu spielen. Die Ergebnisse kommen dann von alleine."

Klassenerhalt keine Priorität

Gisdol betonte erneut, dass der Klassenerhalt keine Priorität für ihn hat. "Ich werde immer wieder danach gefragt. Aber seit ich hier bin, habe ich nicht vom Abstiegskampf gesprochen. Das werde ich auch diesmal nicht tun. Es geht mir ausschließlich um die Spielweise, von diesem Weg werde ich nicht abgehen", äußerte der 43-Jährige nach dem hochverdienten Sieg vor 28.675 Zuschauern gegen ganz schwache Nürnberger, die nach den Derby-Niederlagen bei Bayern München (0:4) und gegen die SpVgg Greuther Fürth (0:1) die dritte Pleite in Folge kassierten.

Tobias Weis (11.) und Sejad Salihovic (19.) trafen für die Hoffenheimer, die zuvor nur eine der zuückliegenden fünf Partien gewonnen hatten. Die Nürnberger, für die Timmy Simons per Foulelfmeter erfolgreich war (58.), wurden für ihre desolate Vorstellung von den eigenen Fans nach Spielende ausgepfiffen. Nach diesem Auftritt sind die Chancen von Trainer Michael Wiesinger ("Wir haben verdient verloren, in der ersten Hälfte haben wir versagt") auf einen Vertrag für die kommende Saison ganz sicher geschrumpft.

Gisdol bleibt

Wiesingers Kollege Gisdol wird dagegen in jedem Fall die Geschicke der TSG in der kommenden Saison bestimmen. Dehalb hat der Trainer schon unter der Woche mit dem personellen Umbruch begonnen. Seit Dienstag sind die Profis Takashi Usami, Filip Malbasic, Afriyie Acquah und Luis Advincula aus dem Kader gestrichen. Zudem wird der auslaufende Vertrag mit dem Brasilianer Chris nicht verlängert, die Kaufoption für den ausgeliehenen Usami wird nicht gezogen. Der ehemalige Nationalkeeper Tim Wiese besitzt seit Jahresbeginn keine Perspektive in Hoffenheim mehr.

Rund um den Klub gehen alle Beobachter davon aus, dass zahlreiche weitere Profis keine Zukunft im Kraichgau haben werden - völlig unabhängig von der Ligazugehörigkeit. Es wird erwartet, dass Hopps Verein im Sommer wesentlich mehr Geld für Abfindungen als für Neuzugänge ausgeben wird. Gisdol will den aufgeblähten Kader (37 Profis) möglichst auf "22 Feldspieler plus drei Torhüter" verkleinern und setzt dabei auf den eigenen Nachwuchs.

"Für jeden Spieler ist der Klassenerhalt wichtig"

Die Profis selbst bauen darauf, dass sie auch in der kommenden Saison einem Bundesligisten angehören werden. "Für jeden Spieler ist es wichtig, in der ersten Liga zu bleiben", sagte der starke Kevin Volland: "Es ist schade, dass Augsburg gewonnen hat. Aber wir konzentrieren uns sowieso auf uns - und ich will jetzt nicht anfangen, zu rechnen. Wir müssen einfach in Bremen dasselbe bringen wie gegen Nürnberg."

EURE MEINUNG: Ist das die richtige Gangart von Gisdol? Abstieg schnurz?

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