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1:2 gegen Dortmund, seit neun Spielen sieglos, der Relegationsplatz ist nah wie nie - Fortuna Düsseldorf steckt immer tiefer in der Krise. Die Bosse üben sich in Durchhalteparolen.

Düsseldorf. Wolf Werner sagt man nach, er sei ein Mann der klaren Worte. Ein Vulkan, der stets vor dem Ausbruch steht. Am vergangenen Wochenende war es wieder soweit. Nach dem 1:2 beim Hamburger SV polterte der Manager von Fortuna Düsseldorf: „Unsere Ausreden kotzen mich an. Da kriege ich zu viel, da kriege ich den Rappel! Ich habe nicht gesehen, dass alle verstanden haben, wie Bundesliga funktioniert.“ Und weiter: „Es ist 12 Uhr und nicht 5 vor 12. Für mich ist das eine Katastrophe.“

Bis dato hatte sich kein Fortuna-Spieler oder -Funktionär so deutlich zur bedrohlichen Situation für den Aufsteiger geäußert. Unter der Woche erklärte Werner seine Aussagen gegenüber Journalisten damit, dass er aufwecken wollte. Das erschien nachvollziehbar.

Dann gastierte am Samstagabend Borussia Dortmund in Düsseldorf, und auch im neunten Spiel in Serie gab es keinen Sieg für die Fortuna. 1:2 stand es am Ende, der Sieg für den BVB ging in Ordnung – und das, obwohl in der Startelf der Gäste mit Mats Hummels nur ein Spieler vom 4:1-Sieg gegen Real Madrid stand. Ansonsten schickte Trainer Jürgen Klopp eine B-Elf auf den Rasen, die sich dort zudem nur unwesentlich mehr anstrengte als die Griechen einst beim Sparen.

Dortmund, beseelt vom grandiosen Sieg gegen Madrid, ließ es – auch angesichts der in der Bundesliga geklärten Verhältnisse – verständlicherweise ruhig angehen. Für die Fortuna reichte diese Darbietung dennoch: Nach dem 1:0 durch Nuri Sahin in der 20. Minute per 30-Meter-Schlenzer und dem 2:0 durch Jakub Blaszczykowski (70.) kam Düsseldorf nur noch zum Anschlusstreffer durch Adam Bodzek (88.).

So kann Fortuna in der Bundesliga nicht bestehen

Ja, Fortuna hatte weitere Torchancen und ja, nach einem Handspiel von Hummels zehn Minuten vor Schluss im Strafraum hätte es Elfmeter geben müssen. Dennoch wäre es zu einfach, sich daran festzuhalten. Fußballerisch war das schlichtweg zu wenig, um in der Bundesliga zu bestehen. Das größte Problem: Die Mannschaft weiß mit ihrem Ballbesitz viel zu selten etwas anzufangen, meist werden die Bälle blind nach vorne geschlagen oder gehen in der – gemächlichen – Vorwärtsbewegung verloren.

Trotzdem – und das war angesichts der Wutrede eine Woche zuvor überraschend – sang Manager Werner nach dem Schlusspfiff ein Loblied auf sein Team. „Die Mannschaft hat die richtige Antwort gegeben und einen tollen Fight abgeliefert. Wir hatten so viele Torchancen, dass wir hätten gewinnen können. Aber das Glück ist uns im Moment nicht hold“, sagte Werner und fügte hinzu: „Es interessiert mich auch nicht, wer bei Dortmund gespielt hat. Das ist der Deutsche Meister, der hat eine Riesen-Bank.“

Man kann diese Aussagen als 180-Grad-Wende werten. Werner scheint sich dazu entschieden zu haben, wie der Rest des Klubs im Abstiegskampf das Positive in den Vordergrund zu stellen. Das macht Trainer Norbert Meier, der auch gegen Dortmund ein „gutes Spiel meiner Mannschaft“ sah, so und das machen die Spieler so. Die Düsseldorfer betonen, es sei keine Überraschung, dass man als Aufsteiger bis zum Schluss um den Klassenerhalt zittern muss.

Trotzdem ist es ein Fakt, dass Fortuna in dieser Saison zwischenzeitlich besseren Fußball gespielt hat als im Frühling 2013 und der Vorsprung auf den Tabellen-16. FC Augsburg auf ein besseres Torverhältnis geschmolzen ist. Offen ist, wie der Klub aus dieser Krise herauskommen sollen. Effizienter müsse man sein, sagen Werner und Meier unisono. Auch das Glück müsse zurückkehren.

Und sonst? Stürmer Stefan Reisinger sagte: „Je länger wir nicht gewinnen, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass es wieder zu einem Sieg reicht.“

EURE MEINUNG: Was muss Fortuna besser machen?

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