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Dirk Dufner hat sein erstes Spiel als 96-Manager gewonnen. Doch das 3:2 in Fürth täuscht nicht darüber hinweg, dass er wohl bald einige unangenehme Wahrheiten verkünden muss.

Fürth. Erstes Spiel, erster Sieg - alles in Ordnung? Nein, so einfach wollte es sich Dirk Dufner dann doch nicht machen. "Das war ein großer Sieg", sagte der neue Manager von Hannover 96 zwar nach dem 3:2 (1:1) beim Tabellenletzten SpVgg Greuther Fürth. Doch sein süffisantes Lächeln machte klar, dass er das nicht so meinte.

Tatsächlich hatte sich 96 im ersten Spiel unter Dufner, der unter der Woche Jörg Schmadtke nachgefolgt war, sehr schwer getan. Nur die Chancenverwertung war eines Anwärters auf einen Europa-League-Platz würdig. Mohammed Abdellaoue (36.), André Hoffmann (71.) und Sergio da Silva Pinto (87.) nutzten die einzigen echten Gelegenheiten und bescherten 96 den ersten Sieg nach drei Spielen. Verdient war das nicht, und für Europa reicht es wohl auch nicht mehr.

Das hatte Dufner ebenso gesehen wie die zündelnden 96-Fans ("das hat auf dem Fußballplatz nichts zu suchen"), von seinem Sitz auf der Tribüne neben Präsident Martin Kind hatte er gute Übersicht. Dufner sah viele vermeidbare Fehler und Abstimmungsprobleme, konstatierte "Steigerungspotenzial". Nur, dass "die Mannschaft gewinnen wollte" und sich nach den beiden Ausgleichstreffern durch Nikola Djurdjic (41., 83.) nicht habe hängen lassen, sah er positiv. Auch deshalb klatschte er vor der Kabine jeden einzelnen 96-Profi ab.



Überhaupt attestierte Dufner dem auch aufgrund von Verletzungen auf sechs Positionen umgebauten Team von Mirko Slomka Charakter. Der 45-Jährige sprach von einer "sehr angenehmen Mannschaft" mit "sehr guten Jungs". Allerdings: Dufner weiß, dass er nach einer insgesamt enttäuschenden Saison um einen Umbau nicht herumkommen wird. "Das war mein erstes Spiel, es wäre viel zu früh, etwas zu analysieren - und das will ich auch nicht", sagte er zunächst vorsichtig, außerdem habe ja auch Trainer Slomka ein Wort mitzureden. Dann aber ergänzte er, es sei "ja nicht unüblich", dass es Änderungen gebe.

Und so wird es auch bei 96 sein. Konstantin Rausch wird wohl zum VfB Stuttgart wechseln. Weitere Kandidaten für einen Abschied sind etwa Mame Diouf, Steven Cherundolo, Mario Eggimann und Pinto. Dufner will die Neuerungen dezent im Hintergrund planen und sich öffentlich bis Saisonende zurückhalten. Sportlich, sagte er, könne er ohnehin nicht mehr viel bewirken - wenngleich dies nottäte, wie in Fürth wieder deutlich wurde. Slomka hob in seiner knappen Analyse vor der überhasteten Abreise zum schließenden Flughafen Nürnberg einzig die effiziente Offensivleistung positiv hervor. Drei Tore, das sei ja so gewesen, "wie man uns vor einiger Zeit noch kannte", sagte er.

Dass Hannover wieder zurückfindet zu seinem über die vergangenen beiden Jahre begeisternden Spiel, dafür sollen Slomka und Dufner nun sorgen. Doch auch das Binnenverhältnis zwischen den beiden muss sich erst noch entwickeln. Ob Dufner bald auf der Bank Platz nehmen wird, will er in Absprache mit Slomka entscheiden.

Zunächst will er eine gewisse Nähe zur Mannschaft entwickeln. Vor wenigen Tagen war er ja noch in Freiburg, die emotionale Bindung in den Breisgau sei nach wie vor groß, sagte er. "Es kann auch im Geschäft Fußball keiner verlangen, dass man das so schnell abstellt. Und ich fände es auch albern zu glauben, ich wäre bereits Bestandteil dieser Mannschaft", sagte er.

Und das kann ja auch von Vorteil sein: Dem einen oder anderen Profi wird Dufner demnächst mitteilen müssen, dass man an der Leine nicht mehr mit ihm plant.

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