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Im Zuge der Steueraffäre um Uli Hoeneß kam es nun auch zu deutlicher Kritik durch führende Sportpolitiker.

Berlin. Wenige Tage nach dem Bekanntwerden der Steueraffäre um Uli Hoeneß melden sich nun auch während und neben der Sitzung des Sportausschusses des deutschen Bundestages Sportpolitiker zu Wort und äußern dabei viel Kritik.

Hoeneß ist kein „reuiger Täter“

Martin Gerster, der sportpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, sagte, er sehe Hoeneß nicht als einen „reuigen Täter“. „Er hat ja auch gesagt, dass er bis zuletzt auf das deutsch-schweizerische Steuerabkommen gesetzt hat. Es war eine Flucht nach vorne von ihm“, so Gerster am Rande der Sitzung des Sportausschusses.

Die sportpolitische Sprecherin der Grünen, Viola von Cramon, sieht es ähnlich: „Das klingt nicht so, als ob er es bereut. Aber er hat ja jetzt mehrmals gesagt, dass es ihm leid tut. Abschließend möchte ich das nicht beurteilen.“

Die 43-Jährige hat auch Zweifel, dass die Selbstanzeige ein gutes Ende verspricht. „Es verheißt nichts Gutes, wenn danach die Polizei mit einem Haftbefehl vor der Tür steht. Da scheint etwas schief gelaufen zu sein“

Es ist kein sportpolitisches Thema“

Der Obmann der Unionsfraktion, Klaus Riegert, äußerte sich ebenfalls kritisch. „Uli Hoeneß hat zwar große Verdienste um den deutschen Fußball, aber er gibt natürlich kein gutes Vorbild ab.“ Dennoch gibt Riegert zu bedenken: „Es ist kein sportpolitisches Thema. Wenn es Regelungsbedarf gibt, wird das der FC Bayern selbst regeln.“

Gerster dagegen glaubt nicht, dass Hoeneß weiterhin Präsident des FC Bayern bleibt: „Ich vermute, dass er sich früher oder später zurückziehen wird.“ Vor allem die nun fehlende Glaubwürdigkeit wird laut Gerster zum Hauptproblem. „Es wird ja etwas komisch sein, wenn Herr Hoeneß in Zukunft fordert, dass die Steuerzahler weiterhin die Polizeieinsätze bei Fußballspielen bezahlen müssen und er selbst keine Steuern bezahlt haben soll.“

Steuern zu zahlen ist Pflicht, und nicht Kür“

Dagmar Freitag, die Vorsitzende des Sportausschusses, erklärte bereits am Montag, sie sei „enttäuscht“ von Hoeneß. „Sein Verhalten kann ich nicht nachvollziehen, Steuern zu zahlen ist Pflicht und nicht Kür, sie zu hinterziehen absolut kein Kavaliersdelikt“, so die SPD-Politikerin. Dennoch gibt es von ihr keine Rücktrittsforderung. „Diese Entscheidung müssen in erster Linie die Mitglieder des FC Bayern und er selbst treffen.“

 

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