Michael Skibbe: „Jeder Fußballer will für den FC Bayern spielen“

Michael Skibbe kann die Götzes Entschluss, zum FC Bayern zu gehen, nachvollziehen. In München könne er sich weiter entwickeln, außerdem sei der Klub ein Traum für jeden Spieler.
Dortmund. Der ehemalige Dortmund-Trainer Michael Skibbe hat seine Meinung zum Wechsel von Mario Götze zum FC Bayern München kundgetan. Den BVB sieht er als stabil genug an, um den Verlust aufzufangen. Für das Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid am Mittwochabend hofft er auf eine Trotzreaktion, Götzes Entschluss kann er aber nachvollziehen.

„Der FC Bayern, das muss man einfach neidlos anerkennen, ist seit 30 Jahren die absolute Nummer eins im deutschen Fußball. Da kommt keiner der Konkurrenten ran, auch Dortmund nicht. Jeder Profifußballer will für den FC Bayern spielen und sich dort beweisen“, erklärte Skibbe im Interview mit 11 Freunde.

Für Götze sei der Wechsel daher der schlichtweg der nächste Schritt auf der Karriereleiter: „Götze kann sich hier noch weiter entwickeln, schließlich ist er trotz seiner Fähigkeiten noch nicht ausgereift. Und die Bayern haben nicht nur einen Konkurrenten entscheidend geschwächt, sondern auch einen fantastischen Spieler dazu gewonnen, der wie geschaffen ist für einen Entwickler wie Pep Guardiola.“

Skibbe: Dortmund kann Götze ersetzen

Von der Mannschaft erwarte er nach dem am Dienstag bekannt gewordenen Wechsel eher eine Trotzreaktion. Außerdem seien die Spieler Profis genug um zu wissen, dass sie die historische Chance haben, die Champions League mit der Borussia zu gewinnen.

Zudem ist sich Skibbe sicher, „dass wir einen attraktiveren BVB sehen werden, als das noch gegen Malaga der Fall war. Real ist eine der besten Mannschaften der Welt, aber der Klub liegt den Borussen“.

Trotz des Verlustes von Götze ist Skibbe auch nicht beunruhigt, was die Dortmunder Zukunft angeht: „Die sportlichen Erfolge nach den Abgängen von Nuri Sahin oder Shinji Kagawa haben ja gezeigt, dass Borussia Dortmund inzwischen so gut aufgestellt ist, auch Ausnahmespieler gleichwertig ersetzen zu können. Ich denke, das wird dem Klub auch im Fall Mario Götze gelingen.“

Victor Ikpeba als mahnendes Beispiel

Dabei sollten sich die Verantwortlichen beim BVB allerdings nicht an der Transferperiode um die Jahrtausendwende orientieren. Während Skibbes Trainerzeit bei Dortmund investierte der Verein vor der Saison 1999/2000 über 29 Millionen Euro in Neuzugänge, unter anderem in Stürmer Victor Ikpeba.
 
„Damals haben wir in der Tat einige Entscheidungen getroffen, die ich heute anders treffen würde. Im Nachhinein hätte ich im Fall Victor Ikpeba stärker meine Meinung vertreten müssen. Ich war gegen seine Verpflichtung, aber die Klubführung wollte kurz vor dem Saisonstart noch einen Stürmer kaufen“, erklärte Skibbe.

Man habe damals nicht gewusst, dass Ikpebas Frau schwer krebskrank war. Natürlich habe er zu der Zeit andere Sorgen gehabt, „als sich ums Toreschießen zu kümmern“. Der Nigerianer kostete sechs Millionen Euro und schoss in 21 Saisonspielen nur zwei Tore. Bis heute gilt Ikpeba als einer der größten Fehleinkäufe der Dortmunder Geschichte.