thumbnail Hallo,

Um Mitternacht wurde Fußbaldeutschland mit dem Transfer von Mario Götze von Borussia Dortmund zum FC Bayern München überrascht. Er ist der teuerste Transfer innerhalb der Liga.

München. Mario Götze wechselt zur kommenden Saison für eine Ablösesumme von 37 Millionen Euro von Borussia Dortmund zum FC Bayern München. Es ist der teuerste Transfer innerhalb der Bundesliga - und zudem der erste von Trainer Pep Guardiola.

Mario Götze sei unverkäuflich. Für „kein Geld der Welt“ werde der Junge hergegeben, versicherte Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund. Das war im September 2011, der FC Arsenal hatte da gerade 40 Millionen Euro geboten. Nur ein paar Monate später, im April 2012, verlängerte Götze vorzeitig seinen Vertrag bis 2016, doch seitdem war „kein Geld der Welt“ nur noch die festgeschriebene Ablösesumme von 37 Millionen Euro. Der FC Bayern München kann „kein Geld der Welt“ problemlos bezahlen.

Teuerster Transfer innerhalb der Bundesliga

Im Sommer hat der FC Bayern 40 Millionen Euro in Javi Martínez investiert und den teuersten Spieler der Bundesliga verpflichtet. Nun kommt der teuerste Transfer innerhalb der Bundesliga dazu - und es darf als gesichert gelten, dass Götze ein Wunschspieler von Pep Guardiola ist, der im Sommer Trainer beim FC Bayern wird. Und noch steht zudem im Raum, dass auch Robert Lewandowski von Dortmund nach München wechselt, allerdings, beteuerte Watzke am Dienstag erneut, werde das nicht in diesem Sommer passieren.

Vor einem Jahr, als er seinen Vertrag verlängert hatte, sagte Götze im typischen Bundesliga-Jargon, jeder wisse, wie wohl er sich in Dortmund fühle, und er wolle weiter Teil dieser Entwicklung sein, die da bei der Borussia vor sich gehe. Nun allerdings denkt Götze, den Franz Beckenbauer mal als „neuen Messi“ bezeichnet hat, an die ganz persönliche Entwicklung. Er wird in München mehr verdienen als in Dortmund, er wird aber auch für einen Trainer spielen, unter dem sich Messi zum „Weltfußballer“ entwickelt hat.

Verstörtes Verhältnis in Dortmund

Bei Borussia Dortmund wirkten sie am Dienstagvormittag vor dem Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid am Mittwoch ein wenig verstört, nachdem Bild den sensationellen Transfer über Nacht publik gemacht hatte. „Vom FC Bayern München“, hieß es kurz nach 10.00 Uhr in der ersten Stellungnahme ein wenig verschnupft, „hat sich bis zum heutigen Tag in dieser Angelegenheit kein Offizieller bei Borussia Dortmund gemeldet“.

 Bei aller Enttäuschung stellte Watzke freilich auch klar, dass sich Götze „absolut vertragskonform“ verhalten habe bei seinem Wechsel. Trainer Jürgen Klopp ergänzte auf der Pressekonferenz: „Mario ist der Wunschspieler von Pep Guardiola. Und es ist für ihn die Chance, mit einem außergewöhnlichen Trainer zusammenzuarbeiten. Außerdem sprach der BVB-Coach von einer „Jetzt-erst-recht-Situation“ für sein Team.

FCB von Bekanntgabe überrascht

Der FC Bayern wurde vom Bekanntwerden des Wechsels allerdings auch überrascht. Geplant war eine Publikmachung am Donnerstag oder Freitag, also erst nach den Spielen der Bayern und der Dortmunder in der Champions League. Bis zum Rückspiel der Borussia gegen Real Madrid am kommenden Dienstag hätten die Münchner aber nicht warten wollen und können - die Ausstiegsklausel im Vertrag von Götze, der nach SID-Informationen einen Vierjahresvertrag in München erhält, musste bis zum 30. April gezogen werden.

„Wir sind nicht Botschafter dieser Information. Der Zeitpunkt ist nicht optimal. Die Zielstellung von uns war - man muss ja auch ein paar Zeitfenster einhalten - dann auch nach den ersten Spielen, Mitte, Ende der Woche das zu transportieren. Daran haben wir uns gehalten“, sagte Bayerns Sportdirektor Matthias Sammer bei Sky kurz vor dem Halbfinal-Hinspiel gegen Barca: „Mario Götze hatte unglaubliche Angebote, von Vereinen, die waren Wahnsinn. Es ist ja auch ganz positiv, dass er in der Bundesliga bleibt.“

Was für ein Juwel da in Dortmund spielt, das war den Münchnern bald klar. Spätestens wohl seit Götze, schon für die deutsche U15, U16 und U17 aktiv, am 10. August 2011 einen reichlich denkwürdigen Auftritt für die A-Nationalmannschaft hatte: Beim begeisternden 3:2 gegen Brasilien in Stuttgart spielte der damals 19-Jährige erstmals von Beginn an, ein Tor und 90 Minuten später bekam er das Etikett: „Götzinho - der weiße Brasilianer“. Sammer bezeichnete ihn als „Jahrhundertalent“.

Konkurrenzkampf wird noch härter

Jener Matthias Sammer ist mittlerweile Sportvorstand beim FC Bayern. Er hält sich dezent im Hintergrund, aber er wäre wohl ein schlechter Sportvorstand, beschäftigte er sich nicht in Abstimmung mit Guardiola auch schon mit der kommenden Saison. Für das offensive Mittelfeld hat der neue Trainer nun bereits ein Überangebot: Götze, Franck Ribéry, Arjen Robben, Thomas Müller, Xherdan Shaqiri und den derzeit verletzten Toni Kroos. Der Konkurrenzkampf wird noch härter werden in München, und vielleicht wird ja auch jemand gehen.

Mit Götze bekommen die Münchner einen Verehrer. Der kleine Mario, geboren am 3. Juni 1992, aufgewachsen mit zwei Brüdern in Memmingen im Allgäu, spielte nach einem berufsbedingten Umzug des Vaters seit dem neunten Lebensjahr für Dortmund - geschlafen aber hat er früher in Bettwäsche vom FC Bayern, wie Opa Willi mal verriet. Der Opa hat auch gesagt, „es ist meine größte Hoffnung, dass er bloß nicht zu den Bayern geht. Was will er da?“ Auch das sind allerdings Aussagen aus dem August 2011.

EURE MEINUNG: Was wird der FC Bayern München mit Götze alles gewinnen?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf
oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig