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Noch immer hat der FCN die 40-Punkte-Marke nicht erreicht, und zum Derbyfrust gesellt sich beim Coach nun das Gefühl, weiter in der Luft zu hängen.

Nürnberg. Michael Wiesinger war bedient. Von einem „Scheiß-Gefühl“ sprach der Trainer des 1. FC Nürnberg, von einer Niederlage, „die verdammt weh tut“. Das bittere 0:1 (0:1) im 256. fränkischen Derby gegen den designierten Absteiger SpVgg Greuther Fürth hatte nicht nur dem 40-Jährigen so richtig die Laune verhagelt.

Eine bisher erfolgreiche Rückrunde für Wiesinger und seinen FCN hatte innerhalb von 90 Minuten einen faden Beigeschmack erhalten. Die Pleite gegen den kleinen Nachbarn hat den Club nicht nur im Rennen um die Europa-League-Plätze aussichtslos zurückgeworfen, sie hat auch Auswirkungen auf die Situation von Wiesinger selbst. Weiterhin ist die Zukunft des FCN-Coach offen.

Verhandlungen erst bei Erreichen der 40 Punkte

Sportchef Martin Bader hatte Gespräche angekündigt, sollte der Club die 40-Punkte-Marke überschritten haben. Doch nach zuletzt zwei Niederlagen - in der vergangenen Woche hatte schon ein deutliches 0:4 bei Bayern München die Stimmung getrübt - bleiben die Franken bei 38 Punkten stecken.

Vor der Partie gegen Fürth hatte Bader erklärt, „eigentlich den vereinbarten Zeitplan einhalten“ zu wollen. Es sei aber möglich, dass sich das nach vorne verschieben würde. Ob diese Aussage auch nach dieser Enttäuschung noch Gültigkeit hat?

Wiesinger wohl trotzdem „die Ideallösung“

Aber trotz des Makels zweier Derby-Niederlagen dürfte weiterhin alles auf eine Lösung mit Wiesinger hinauslaufen. „Wiesinger war im Dezember für uns die beste Wahl. Warum soll sich daran etwas geändert haben? Für uns ist die jetzige Lösung die Ideallösung“, hatte Bader zuletzt schon betont. Das Duo mit Chef Wiesinger und Assistent Armin Reutershahn hatte in der Winterpause von Dieter Hecking übernommen und von 13 Spielen drei verloren bei drei Siegen und sieben Remis.

Bader (45) will sich beim Thema Wiesinger, der bisher mit seiner sachlichen und ruhigen Art punkten konnte, nicht unter Druck setzen lassen. „Hektik ist nicht notwendig. Schon jetzt findet unsere Kader-Planung in enger Absprache mit den Trainern statt“, sagte er unlängst in der Bild-Zeitung.



Wiesinger, der zuvor die zweite Mannschaft des 1. FCN betreut hatte, hat als Amateure-Coach ohnehin noch einen Vertrag bis 2015 bei den Franken. Die Bundesliga-Mannschaft sollte er zunächst als Interimslösung bis Saisonende trainieren.

Kramer bleibt auch in Liga zwei

Geklärt sind indes die Verhältnisse in Fürth. Bei der SpVgg wird Frank Kramer die Mannschaft auch in der 2. Liga trainieren. Die Planungen laufen bereits auf Hochtouren. Trotz des viel umjubelten Erfolgs in Nürnberg durch ein sehenswertes Tor des 19 Jahre alten Johannes Geis (27.), das den Fürther Abschied aus der ersten Liga nach einer verkorksten Saison zumindest etwas versüßte, glaubt keiner mehr an ein Wunder.

„Wir wollen uns vernünftig verabschieden und in den nächsten Spielen noch ein unangenehmer Gegner sein“, sagte Thomas Kleine. Bei neun Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz und nur noch vier Spielen müsse „schon sehr viel passieren“.

Ziele haben die Fürther vor dem 16. Heimspiel am kommenden Freitag aber trotzdem noch: „Wir wollen endlich zu Hause mal einen Dreier einfahren.“ Dies hätte sich Wiesinger am Sonntag auch gewünscht.

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