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FC Bayern München: Rekordjagd im Spaziergang

Die Meisterschaft ist längst eingetütet, die Lust aber ungebrochen: Bayern spaziert in Hannover zum nächsten Kantersieg - und hat trotz allem auch in der Bundesliga noch Ziele…

Hannover. Alles wie gehabt: Der FC Bayern München ist auch nach dem Gewinn der Meisterschaft in Torlaune, die Gegner in der Bundesliga sind weiterhin zumeist nur bessere Sparringspartner - wenn überhaupt. Hannover 96 war da keine Ausnahme, die Niedersachsen hatten am Samstagnachmittag nicht den Hauch einer Chance. Am Ende stand ein 6:1 für den FCB, der dafür nicht einmal auf seine erste Garde setzen musste.

Standesgemäßer Beginn

Die Partie begann im Grunde wie fast alle Bayern-Spiele auf nationalem Terrain. Bereits nach 22 Minuten war die Messe mehr oder weniger gelesen, ein Eigentor von Lars Stindl (16.) und Franck Ribery sorgten früh für klare Verhältnisse. Mario Gomez beseitigte mit seinem 3:0 in der 40. Minute die letzten Zweifel.

„In den letzten Spielen haben wir oft schon vor der Halbzeit alles klar gemacht und konnten die zweite Halbzeit gemütlich angehen“, brachte es Bayern-Kapitän Philipp Lahm nach Abpfiff auf den Punkt. So auch in Hannover. Dementsprechend konnten die Bayern nach dem Seitenwechsel einen Gang zurückschalten, 96 aber kaum was daraus machen.

Hoffmanns Erfolgserlebnis

Im Gegenteil zogen die Münchener nach einer Stunde noch einmal an, erneut Gomez (62.) und Claudio Pizarro (71.) stellten folgerichtig auf 5:0. Mit Andre Hoffmann hatte zumindest ein Hannoveraner noch ein Erfolgserlebnis, der 20-Jährige erzielte in der 84. Minute unter gütiger Mithilfe von Manuel Neuer sein erstes Bundesliga-Tor und gleichzeitig den Ehrentreffer für die 96er. Pizarros 6:1 (86.) besiegelte letztlich den Endstand.

So musste auch Hannovers Präsident Martin Kind anerkennen: „Bayern war einfach dominant und die bessere Mannschaft, das muss man einfach respektieren. Das war eindrucksvoll - die Laufbereitschaft, die Laufwege, das Zweikampfverhalten und die Abschlüsse.“

Bayern genießt Freiräume

Wirklich schwer haben es die Gastgeber den Münchenern allerdings auch nicht gemacht, wie auch der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Arjen Robben feststellte: „Hannover hat einige Male nicht gut gestanden, deswegen hatten wir Freiräume.“

Nicht nur deswegen wurde es ein Schützenfest, obwohl Bayern-Coach Jupp Heynckes kräftig durchrotiert hatte: Mario Mandzukic und Bastian Schweinsteiger standen gar nicht im Kader, Javi Martinez saß nur auf der Bank. Franck Ribery durfte nach 45 Minuten unter die Dusche. Auf der Doppel-Sechs agierten Luiz Gustavo und Anatoliy Tymoshchuk.

Im Rhythmus bleiben

Gegen Hannover war das mehr als ausreichend. Denn bei Bayern ist jeder „hochmotiviert - egal, wer spielt“, wie es Robben formulierte. „Auch Spieler von der Bank können so ein Spiel entscheiden.“ Schließlich wolle man „immer ein gutes Spiel zeigen und im Rhythmus bleiben.“ Im Rhythmus bleiben für die großen Aufgaben, die noch anstehen.

Am Dienstag gastiert bekanntermaßen der FC Barcelona in der Allianz-Arena - da war die Partie in Hannover die richtige Gelegenheit, die Torlaune aufrechtzuerhalten. Dass so etwas nur möglich ist, wenn trotz bereits feststehender Meisterschaft auch derartige Pflichtaufgaben mit der gebotenen Ernsthaftigkeit angegangen werden, steht außer Frage.

Sammer’scher Perfektionismus

Denn auch Daniel van Buyten weiß: „Wenn man so früh Meister wird, dann ist die Gefahr da, dass man nicht mehr konzentriert ist.“ Für den Innenverteidiger ist das aber kein Thema, den Sammer’schen Perfektionismus hat der Belgier ganz und gar verinnerlicht: „Wir haben ein Gegentor bekommen, das nicht hätte sein müssen. Da war ich ein bisschen sauer.“ Denn van Buyten hat auch in der Bundesliga noch Ziele: „Für mich ist die Motivation, Rekorde zu brechen.“

Die meisten Punkte, die wenigstens Gegentore, die meisten Auswärtstore - eine kleine Auswahl der Bestmarken, die Bayern in dieser Saison noch im Visier hat. Die kommenden Gegner in der Bundesliga können einem wahrlich leidtun.

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