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Der ehemalige Geschäftsführer von Bayer Leverkusen verteidigt die Kraichgauer gegen Kritik der Traditionalisten.

Köln. Reiner Calmund, ehemaliger Geschäftsführer von Bayer Leverkusen, verteidigt die TSG 1899 Hoffenheim und Mäzen Dietmar Hopp gegen Kritik und Anfeindungen von Fans, die auf die fehlende Tradition des Vereins hinweisen.

Abstieg kein Ende für Hoffenheim

„Ist Tradition wirklich alles? Sie sichert weder Tore noch Umsatz. Tut es der Liga nicht gut, ein paar kerngesunde Klubs zu haben, die das Geschäft mit am Laufen halten und deren Infrastruktur in weiten Teilen vorbildlich ist?“, fragte Calmund in seiner Kolumne im Express.

Trotz der schlechten sportlichen Lage seien alle Voraussetzungen gegeben, damit der Klub auf lange Sicht im Profifußball bestehen kann: „Auch bei einem Abstieg wird Hoffenheim nicht von der Fußball-Landkarte verschwinden. Die TSG hat als Vorletzter einen Zuschauerschnitt von knapp 26 000 - damit kommen nur 2000 weniger als nach Leverkusen, zum aktuellen Dritten. Dieser Verein hat - Tradition hin oder her - seine Daseinsberechtigung im Profifußball.“

Finanzierung durch Hopp ist wie Sponsoring

Calmund sieht die Abhängigkeit von Mäzen Hopp nicht kritisch, da sie sich seiner Meinung nach nicht wesentlich von der Finanzierung anderer Bundesligavereine unterscheidet. „Die Budgets unserer Top-Klubs resultieren zu 70 Prozent aus der TV-Vermarktung und den damit verbundenen Sponsoren-Gelder“, so der 64-Jährige.

Hopp sorge durch sein Engagement dafür, dass die Nachhaltigkeit beim Aufstieg der Hoffenheimer gesichert ist: „Er denkt in anderen Kategorien als beispielsweise Traditionsklubs wie Köln oder Kaiserslautern. Weil er das kann. Dietmar Hopp ist ein Mäzen von der ganz feinen Sorte. Sein soziales Engagement macht diesen Mann über jede Kritik erhaben.“

„Eine Fan-Kultur muss wachsen“

Die oft bemängelte fehlende Fanbasis des Vereins ist laut Calmund kein Argument, der TSG die Bundesligatauglichkeit abzusprechen. „Natürlich kann ein Klub wie Hoffenheim nicht die Fan-Tradition von Köln, Schalke oder dem BVB aufweisen. Eine Fan-Kultur muss wachsen, das geht nicht in 10 Jahren“, betonte Calmund.

Reiner Calmund war von 1976 bis 2004 in verschiedenen Funktionen, unter anderem als Stadionsprecher, Vorstandsmitglied und Geschäftsführer, bei Bayer Leverkusen beschäftigt. Nach seiner Entlassung beriet Calmund unter anderem Dynamo Dresden und Fortuna Düsseldorf, wo er 2005 in den Aufsichtsrat gewählt wurde.

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