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Es ist die erste Rückkehr für den Wolfsburger Manager Klaus Allofs an die langjährige Wirkungsstätte Bremen. Doch die Brisanz bezieht die Begegnung eher aus der Tabellensituation.

Wolfsburg. Für Sentimentalitäten hat Klaus Allofs keine Zeit. Selbst die Rückkehr zu seiner „alten Liebe“ Werder Bremen verkommt angesichts der Probleme zu einer Randnotiz. Am Wochenende reist der VfL Wolfsburg zum Spiel der beiden Nordklubs, die noch immer in der Nähe der Abstiegsregionen stehen.

„Es wird schon etwas anders sein, wenn ich das erste Mal wieder das Weserstadion betrete“, sagte der Manager des VfL Wolfsburg vor dem Duell mit seinem langjährigen Klub am Samstag: „Die Anspannung ergibt sich aber aus der Situation.“

Wolfsburg von Europa weit entfernt

Und die ist alles andere als rosig: Der Traum von Europa endete für den VfL am Dienstag im Halbfinale des DFB-Pokals, in der Bundesliga ist das Team noch nicht dem Abstiegskampf entronnen und die Kaderplanung für kommende Saison läuft bereits auf Hochtouren. Der Trubel um seine Rückkehr ist für den umtriebigen Manager, der im November 2012 von der Weser an den Mittellandkanal wechselte, fast eher störend.

„Ich war auch am Dienstag angespannt, das ist bei jedem Spiel so, wenn viel auf dem Spiel steht“, sagte Allofs ohne große Wehmut: „Schon im Hinspiel sind die handelnden Personen damit sehr professionell umgegangen. Das machen wir auch dieses Mal so.“

Denn die Begegnung zieht ihre Brisanz ohnehin eher aus der Tabellensituation als aus der Personalie Klaus Allofs. Die seit acht Spielen sieglosen Bremer hatten sich schon nach wenigen Wochen mit dem Abgang ihres Managers abgefunden, seitdem vermeiden beide Parteien jegliches böse Wort übereinander. Auch das Hinspiel in Wolfsburg fand ohne Häme statt - 1:1 trennten sich beide Klubs damals schiedlich friedlich.



Bremen-Trainer Schaaf bleibt betont sachlich

„Das ist für uns kein Thema mehr. Wir können jetzt auch die nächsten vier Jahre das immer wieder rausholen, wenn wir gegeneinander spielen. Aber das ist vorbei“, sagte auch Bremens Trainer Thomas Schaaf gewohnt sachlich: „Wir hatten in den letzten Tagen keinen Kontakt. Ich bin darauf nicht fokussiert. Ich bin auf meine Mannschaft ausgerichtet, Klaus Allofs ist für Wolfsburg zuständig. Wir werden uns im Stadion treffen und uns auch begrüßen.“

Schaaf appellierte allerdings an die eigenen Fans, Allofs freundlich zu empfangen. „Fakt ist, dass Klaus Allofs hier über Jahre hinweg fantastische Arbeit geleistet hat. Das sollte man immer berücksichtigen. Ganz egal, wie emotional man gestimmt ist“, sagte Schaaf dem Internetportal ran.de.

Sieg zum vorzeitigen Klassenerhalt

Dieses Mal würde ein Unentschieden aber nur den „Wölfen“ helfen. Zwei Punkte trennen Wolfsburg als Tabellen-13. vom direkten Verfolger aus Bremen. Mit einem Sieg würden beide Teams einen vorentscheidenden Schritt zum Klassenerhalt machen. „Da dürfen wir nicht verlieren, sonst zieht Bremen in der Tabelle an uns vorbei“, sagte auch der langjährige Bremer Innenverteidiger Naldo, der ebenso wie Allofs erstmals nach seinem Wechsel zurückkehrt und vor dem Spiel sogar noch offiziell verabschiedet wird.

Diese Ehre wird Allofs nicht zuteil, auch wenn seine Zeit in Bremen für ihn eine „Erfolgsgeschichte“ ist, wie er der Bild-Zeitung sagte. Dies kann er von seiner neuen Station allerdings noch nicht behaupten. In der Sommerpause steht seine erste große Aufgabe bevor: Der aufgeblähte Wolfsburger Kader soll verkleinert und eine schlagkräftige neue Mannschaft gefunden werden. Keine leichte Aufgabe für Allofs - trotz der Millionen vom Volkswagenkonzern.

Standortnachteil Wolfsburg

„Natürlich ist es angenehmer, wenn man keine wirtschaftlichen Sorgen hat. Doch es ist nicht so, dass wir in Wolfsburg unbegrenzte Möglichkeiten haben“, sagte der 56-Jährige im kicker. Denn neben Geld zählen bei vielen Spielern auch Standortfaktoren - und die sprechen in letzter Zeit nicht unbedingt für Wolfsburg.

Auch im nächsten Jahr spielen die Wölfe nicht international, das Image hat auch durch die vielen Trainerwechsel seit der deutschen Meisterschaft 2009 gelitten. Zuletzt soll der Frankfurter Shooting-Star Sebastian Jung ein Angebot des VfL abgelehnt haben.

Dafür setzt Allofs auch im kommenden Jahr auf den brasilianischen Spielmacher Diego, der derzeit unersetzlich beim VfL scheint. Dass dem Verein womöglich nach Ende des Vertrags 2014 eine Ablösesumme entgeht, ist momentan das kleinste Problem.

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