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8,5 Millionen Euro hat sich Borussia Mönchengladbach die Verpflichtung von Granit Xhaka kosten lassen. Doch der Schweizer Nationalspieler hat die Erwartungen bisher nicht erfüllt.

Mönchengladbach. Die Vorschusslorbeeren waren riesig, die Erwartungen so hoch wie die stolze Ablösesumme. Doch die Bilanz des 8,5 Millionen Euro teuren Neuzugangs Granit Xhaka ist kurz vor dem Ende seiner ersten Saison in der Bundesliga äußerst dürftig. Der 20 Jahre alte Hoffnungsträger kam bei Borussia Mönchengladbach über eine Reservistenrolle nicht hinaus. Zuletzt wurde sogar über einen schnellen Abgang des technisch versierten Mittelfeldspielers spekuliert.

Xhaka ist frustriert

Mit großen Hoffnungen war er vom Schweizer Meister FC Basel an den Niederrhein gewechselt, ausgestattet mit einem Fünfjahresvertrag bis Juni 2017. „Dass die Durststrecke so lange geht, ist schwierig für mich“, sagte Xhaka zuletzt. Während sein Schweizer Nationalmannschaftskollege Xherdan Shaqiri mit dem FC Bayern auf Anhieb die Meisterschaft gewann, tat sich Xhaka von Beginn an schwer.

Auf seiner Position im defensiven Mittelfeld spielte er oft zu risikoreich. Durch leichtfertige Ballverluste in der Vorwärtsbewegung brachte er seine Mitspieler immer wieder in große Nöte. Trainer Lucien Favre reagierte im Herbst und setzte Xhaka auf die Bank. Der eigentlich schon als Auslaufmodell geltende Thorben Marx lief Xhaka den Rang ab - und immer häufiger neben Havard Nordtveit auf.

Kein klares Dementi

Daher dementierte Xhaka auch Gerüchte nicht eindeutig, die ihn mit Lazio Rom in Verbindung brachten. „Es wird viel spekuliert. Vielleicht stimmt sogar ein bisschen was, einiges nicht. Momentan will ich gar nichts dazu sagen“, sagte Xhaka.

Dafür redeten andere. Der Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld forderte ihn auf, „sich durchzubeißen“. Er solle von der Bank aus Druck auf die Mitspieler und seinen Trainer Lucien Favre machen, so Hitzfeld, unter dem Xhaka in der Auswahl der Eidgenossen (11 Spiele/3 Tore) ein anderes Gesicht zeigt.

Eberl will Xhaka halten

Diese Auftritte hat auch Max Eberl registriert. Der Gladbacher Sportdirektor betonte daher zuletzt bei Sky, Xhaka behalten zu wollen. „Wir haben sehr viel Geld ausgegeben für einen Spieler mit sehr großem Potenzial, mit dem Wissen, dass es ein bisschen länger dauern kann“, sagte Eberl: „Wir denken nicht ans Verkaufen, sondern denken daran: Wie kriegen wir den Jungen dahin, dass er die Leistungen, die er in Basel in der Champions League und in der Nationalmannschaft schon gezeigt hat, in den Borussia-Park bringt?“

Xhaka soll sich „mittelfristig bei uns auch durchsetzen“, sagte Eberl, der Verständnis für den Schweizer aufbringt: „Granit ist natürlich nicht ganz zufrieden, aber er ist erst 20 Jahre alt und muss reifen. Er muss sich der Herausforderung stellen.“

Gnädig zeigte sich Eberl auch, als Xhaka im Oktober des vergangenen Jahres die Einstellung seiner Mitspieler beim fünfmaligen deutschen Meister kritisiert hatte. „Nach meiner Ankunft hörte ich oft von den neuen Kollegen: ‚Wir müssen hoffen, dass wir nicht absteigen.’ Ich dachte: Was ist das für eine Mentalität? Das kannte ich von Basel her nicht, da ging es nur ums Siegen“, hatte Xhaka erklärt. Eberl reagierte gelassen, Sanktionen wurden keine verhängt. Ebenso gelassen sind die Gladbacher Verantwortlichen - zumindest nach außen hin - auch derzeit noch im Umgang mit Xhaka. Doch dessen Schonzeit ist bald vorbei. Spätestens in der neuen Saison muss Xhaka die großen Erwartungen erfüllen und die Ablösesumme rechtfertigen. Ansonsten droht ein teures Missverständnis.

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