Jonas Hofmann, Leo Bittencourt und Moritz Leitner - Das sind die frischen Gesichter beim BVB!

Zwergenaufstand in Dortmund! Was können die Fans von Hofmann, Leitner und Bittencourt erwarten? Spielen sie sich in der Schlussphase der Bundesliga weit nach vorn?
Dortmund. Als Borussia Dortmund am vergangenen Wochenende gegen den FC Augsburg antrat, staunten viele Fans nicht schlecht! Jonas Hofmann, Leonardo Bittencourt und der im Vergleich beinahe als alter Hase zu bezeichnende Moritz Leitner standen in der Startelf. Hätte die Defensive nicht innerhalb von zwei Minuten das Spiel aus der Hand gegeben, hätten die Zuschauer den oft geforderten Youngsters länger bei der Arbeit zusehen dürfen. Gemeinsam mit drei BVB-Bloggern und Sportjournalisten hat Goal.com einmal einen genaueren Blick auf die jungen Talente aus der zweiten Reihe geworfen. Welche Chancen haben sie sich durch den Einsatz gegen den FCA erspielt? Werden wir sie noch öfters in dieser Saison in der Anfangsformation sehen? Welches Potenzial haben die BVB-Knirpse?

Moritz Leitner ist in dieser Riege sicherlich gesondert zu behandeln, da er mit Abstand die meisten Bundesliga-Einsätze hatte und bereits Champions League gespielt hat. Der Sprung in die Startelf ist ihm bisher allerdings verwehrt geblieben. So schätzt Maurice Morth von schwatzgelb.de die Leistung Leitners ein:

„Angesprochen auf das junge Talent stellt sich mir die immer wiederkehrende Frage: Was sind die Stärken von Moritz Leitner? Augenblicklich fällt mir ein Pass beim Auswärtsspiel gegen den 1. FC Nürnberg in der vergangenen Hinrunde ein. Aus zentraler Position in der gegnerischen Hälfte sezierte ein präziser Pass in die Tiefe auf die rechte Seite des Spielfeldes die gesamte Nürnberger Abwehr. Was danach folgte, war einstudiert: Rückpass Lukas Piszczek, Tor Sebastian Kehl.

Es war dieses Spiel, das mich mit dem Gedanken zurückließ, was für ein unglaubliches Talent wir mit Leitner noch in der Hinterhand haben und wieviel Freude wir noch an ihm haben werden. Seitdem ist meiner Meinung nach jedoch keine weitere Entwicklung beim 20-Jährigen zu erkennen gewesen. Während er in den U-Nationalmannschaften des DFB durchweg konstante Leistungen zeigt – von der neuerlichen Degradierung in die U-20 mal abgesehen - und immer wieder als Vorbereiter und Torschütze glänzt, fällt er im BVB-Dress immer wieder in eine lethargische Art Fußball zu spielen zurück.

Auch gegen Augsburg zeichnete er sich vor allem durch eine lässige Spielweise aus, die sich in Querpässen manifestierte die nur so vor Selbstzufriedenheit strotzten. Selbstverständlich sprechen sein Alter, seine Technik, seine Übersicht und auch seine Vielseitigkeit für den jungen Mann, auf den nächsten Schritt wartet man bei Schwarz-Gelb bisher jedoch (noch) vergeblich.

Man muss sich natürlich immer vor Augen führen in was für einer unglaublich talentierten Mannschaft sich Moritz Leitner wiederfindet und wie schwer es überhaupt ist einen Stammplatz zu ergattern. Nichtsdestotrotz werden wohl die nächsten ein bis zwei Jahre darüber entscheiden, in welche Richtung sich die Karriere von ihm bewegen wird. Persönlich erhoffe ich mir eine Ausleihe, vielleicht geht er ja auch einen ähnlichen Weg wie ihn Nuri Sahin über Rotterdam gegangen ist, der Ausgang der Geschichte ist bekannt.“



Jonas Hofmann ist einer der Spieler, die bereits als Kicker für die zweite Mannschaft eine Menge Fans haben. Kritiker sind von ihm begeistert, Scouts sollen ihn bereits jagen. Daniel Rosnau, der auf ballspielverein.com regelmäßig zum BVB bloggt, prophezeit dem jungen Offensivspieler eine große Zukunft:

„Als am Samstag um 15:25 Uhr Stadionsprecher Norbert Dickel die Aufstellungen beider Teams verlas, ging ein Raunen durch das Westfalenstadion. Gleich auf sieben Positionen rotierte Jürgen Klopp und verhalf den beiden Youngstars Bittencourt und Hofmann zu ihrem Startelf-Debüt. Zusammen mit Moritz Leitner in der Mitte und Schieber davor im Sturm bildeten die beiden Kicker aus Dortmunds Amateurmannschaft die Offensivabteilung der Borussia.

Jonas Hofmann, 20 Jahre alt, bekam zuvor zwar erst für 193 Sekunden die Möglichkeit, Bundesligaluft zu schnuppern, legte aber mit Anpfiff sofort ohne jede Scheu ab. Hofmann spielte auf, als hätte er bislang nichts anderes getan, als Bundesligaspiele zu bestreiten. Dieser Mut und diese Risikobereitschaft waren der Schlüssel für ein gutes Spiel. Der Heidelberger harmonierte und kombinierte perfekt mit Leitner und Bittencourt im Mittelfeld, beackerte zusammen mit Außenverteidiger Großkreutz die rechte Flanke.

Dass sich Jonas Hofmann für das Spiel gegen Augsburg viel vorgenommen hatte, konnte man bereits in der Anfangsphase erahnen, als er zum ersten Mal aus gut 20 Metern auf das Tor abzog. Der Lohn für seinen Einsatz war der erste Scorerpunkt seiner noch jungen Karriere, als er in der zweiten Hälfte nach Pass von Lewandowski das 2:2 durch Julian Schieber vorbereitete. An Jonas Hofmann wird der BVB mit Sicherheit noch viel Freude haben, denn mit seinen technischen Fähigkeiten, seiner Übersicht und seiner Entschlossenheit erfüllt er alle Voraussetzungen für eine solide Profikarriere.“



Leonardo Bittencourt hatte sich bei Energie Cottbus auf den Wunschzettel vieler Vereine gespielt. Im Sommer vergangenen Jahres wechselte er für eine stolze Ablöse zu Borussia Dortmund. Seitdem bekam er kaum Einsätze in der ersten Mannschaft und muss sich fortwährend bei den Amas beweisen. Christian Kalla von liga3-online.de war von Bittencourts Startdebüt begeistert:

„Am vergangenen Samstag bestritt Leonardo Bittencourt endlich sein erstes Bundesliga-Spiel von Beginn an. Auch ich wartete schon länger auf diesen Tag und freue mich umso mehr, dass der 19-Jährige einen ordentlichen Auftritt hinlegen konnte.

Viele Möglichkeiten sich auszuzeichnen hatte Bittencourt bei den Profis bislang noch nicht - bis letzten Samstag kam er auf lediglich zwei Bundesliga-Einsätze. Im Hinspiel gegen Schalke profitierte er noch von zahlreichen Ausfällen im Team, vor drei Wochen gegen Freiburg erzielte er zwar seinen ersten Saisontreffer, konnte in den letzten 15 Minuten ansonsten aber auch keine großen Akzente mehr setzen.

Dank der komfortablen Ausgangssituation in der Bundesliga und dem kommenden Champions League-Viertelfinalspiel gegen Málaga durfte Bittencourt gegen Augsburg dann aber tatsächlich mal von Beginn an ran – und er machte seine Sache richtig gut. Auf der linken Seite war er stets anspielbereit, sorgte für viel Unruhe in der Gäste-Abwehr und spielte teilweise tolle Pässe. Am 1:0 durch Julian Schieber war Bittencourt direkt beteiligt, als er Leitners Pass - etwas glücklich - perfekt weiterleitete.

Auf dem Niveau eines Jahrhunderttalents wie Mario Götze ist Leo Bittencourt sicherlich noch nicht. Nicht umsonst wurde er kurz nach der Pause, als der Pflichtsieg gegen den FCA doch noch einmal in Gefahr geriet, durch eben jenen ersetzt. Ich kann mir jedoch gut vorstellen, dass Bittencourt in die Fußstapfen von Götze oder Reus treten kann. Er ist schnell und flink, dribbelstark, torgefährlich und kann in der Offensive nahezu jede Position bekleiden. Einzig an Erfahrung mangelt es dem 19-Jährigen.


Spielpraxis kann er weiterhin in der 3. Liga sammeln. In der zweiten Mannschaft zählt Bittencourt  zu den wichtigsten Spielern. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass er hier seine Klasse einbringen darf, um den Abstieg in die Regionalliga noch zu verhindern.“

Schon im Samstagsspiel gegen Fürth könnten Hofmann, Leitner oder Bittencourt wieder eine Chance bekommen. Auch Trainer Jürgen Klopp sagte nach dem Spiel gegen Augsburg, dass die drei gut gearbeitet hätten, er ihnen nach dem Rückstand allerdings nicht noch eine weitere Aufgabe stellen wollte. Zwischen Mario Götze, Marco Reus, Kuba und Kevin Großkreutz können die Stars von Morgen in aller Ruhe weiter auf die großen Herausforderungen der Bundesliga vorbereitet werden.

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