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Bundesliga-Fußball im Sommer scheint nicht mehr undenkbar. Die DFL diskutiert offen die Abschaffung der Sommerpause. Viel hängt dabei von der Terminierung der WM in Katar ab.

Frankfurt. Nachdem Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bereits zu Wochenbeginn für die Abschaffung der Sommerpause in der Bundesliga plädiert hatte, hat sich jetzt auch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) zu dem Thema geäußert. Viel hänge von der finalen Ansetzung der WM 2022 in Katar ab, man beschäftige sich aber bereits seit einiger Zeit mit dieser Idee.

WM in Katar als Knackpunkt?

Wie die Welt berichtet, wurde schon auf der Tagung der Erstligaklubs Ende März über die Möglichkeit gesprochen, die Sommerpause abzuschaffen. „Wir diskutieren das Thema sehr offen“, bestätigte DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig der Zeitung. Der Ausgang der Debatte sei jedoch noch nicht vorherzusehen.

Die Vergabe der Weltmeisterschaft 2022 nach Katar hatte die Diskussion ursprünglich ins Rollen gebracht. Sollte die WM aufgrund der hohen Temperaturen in Katar im Winter ausgetragen werden, hätte das Auswirkungen auf die Spielpläne in den nationalen Ligen.

Die Spieler müssten, anstatt wie sonst üblich im Sommer, im Winter zu einer Weltmeisterschaft abgestellt werden. Dadurch würde sich die Winterpause im Vereinsfußball verlängern, gleichzeitig müsste die Sommerpause gekürzt werden, um alle Spiele zeitlich unterzubringen.

Rettig sieht darin eine mögliche Signalwirkung: „Am Ende hängt es natürlich auch davon ab, wie sich die FIFA letztendlich in der Debatte um eine Verlegung der WM in Katar vom Sommer in den Winter entscheidet. Sollte es dazu kommen, hätte das natürlich großen Einfluss auf die Diskussion.“

Rummenigge: Chance für die Bundesliga

Rummenigge hatte bereits am Dienstag in der Welt erklärt, dass eine WM in Katar im Sommer aus seiner Sicht kein Thema mehr sei: „Die Fußballfamilie ist sich einig: Entweder wird im Januar und im Februar oder im Oktober und im November gespielt.“

Das sei allerdings auch eine Chance für die Bundesliga, schließlich verschenke man aufgrund der Sommerpause die guten Wetterbedingungen in den Sommermonaten. „Vielleicht sollten wir lieber pausieren, wenn das Wetter hier schlecht ist. Das könnte ein Vorteil sein“, schlug Rummenigge vor.

Zuspruch aus Hannover und Bremen

Martin Kind, Präsident von Hannover 96, stimmte in der Bild-Zeitung zu: „Die Winterzeit ist für die Fans nicht so prickelnd. Im Sommer ist alles entspannter, leichter.“

Auch Werder Bremens Trainer Thomas Schaaf sprach sich am Dienstag für eine Veränderung des Spielplans aus: „Wir haben im Sommer die besten Bedingungen. Das müssen wir besser nutzen. Dafür müsste ein Prozedere ausgearbeitet werden.“ Allerdings solle die Sommerpause nicht abgeschafft, sondern ein anderer Rhythmus gefunden werden.

Watzke und Allofs warnen

Gegenstimmen gab es unter anderem von Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg. „Wenn man sich bei uns im Winter den Hintern abfriert, ist diese Idee natürlich verlockend. Aber man muss bedenken, dass man dies nur auf europäischer Ebene machen kann. Man muss auch bedenken, dass es in den südlichen Ländern genau umgekehrt ist. Die Spanier oder Italiener haben sicher keine Lust, im Sommer bei 45 Grad zu spielen“, mahnte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Wolfsburgs Sportchef Klaus Allofs betonte in der Bild, dass er „bei dem Thema eher Traditionalist“ sei: „Es würden auch neue Probleme auftauchen, die nur schwer zu lösen wären.“ Das Fernsehen ist dabei ein wichtiges Thema. Urlaub und Sommerferien könnten zu niedrigeren Einschaltquoten, aber auch zu geringeren Zuschauerzahlen in den Stadien führen.

Darüber hinaus müsste die Umstellung des Spielplans auch außerhalb Deutschlands erfolgen. Andernfalls drohen Termin-Probleme für Welt- und Europameisterschaften im Sommer. „Das muss von der FIFA entschieden werden und wird sicher nicht vor 2016 passieren. Die Umsetzung wäre dann erst ab 2018 möglich“, hatte Rummenigge betont.

EURE MEINUNG: Sollte man den Spielplan ändern?

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